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Letzte Aktualisierung: 25.01.2022

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"Unternehmen brauchen Luft zum Atmen"

VCI: Geleitschutz für Transformation beibehalten

von Norbert Dörholt

(14.01.2022) Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie, warnt mit Blick auf den Reformentwurf des Berichterstatters im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments davor, Maßnahmen zum Schutz der europäischen Industrie im internationalen Wettbewerb auszuhebeln:„Unsere Unternehmen brauchen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität Geleitschutz, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kostenlose Zertifikate im Emissionshandel geben ihnen die für die Transformation nötige Luft zum Atmen.“

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup warnt davor, Maßnahmen zum Schutz der europäischen Industrie im internationalen Wettbewerb auszuhebeln.
Foto: VCI
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Die Zuteilung kostenloser Zertifikate soll laut Entwurf von detaillierten Klimaschutzplänen bis 2050 abhängen, die die Unternehmen aufstellen und einhalten müssten. In der Praxis könnte das laut Große Entrup zu einer erheblichen Kürzung der kostenlosen Zertifikate führen, da in vielen Bereichen noch nicht klar sei, welche Technologien sich am Ende durchsetzen. Das gelte zum Beispiel für die Wärmeerzeugung, die in der Chemie eine zentrale Rolle spielt.

Die Einführung verpflichtender Klimaneutralitätspläne sei aber auch gar nicht nötig. Große Entrup: „Der Emissionshandel lebt vom Marktprinzip und erreicht dadurch die gesetzten Klimaziele sicher und effizient. Der Markt setzt einen Preis für CO2, den Unternehmen automatisch in ihre Klimaschutzstrategie übersetzen. Dieses funktionierende System sollte nicht mit zusätzlicher Bürokratie überfrachtet werden.“

Der in Frankfurt ansässige VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von über 1.700 deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen sowie deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. 2020 setzte die Branche knapp 190 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 464.400 Mitarbeiter.