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Letzte Aktualisierung: 14.07.2024

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"Die Frist ist abgelaufen"

Frankfurter CDU-Fraktion fordert Tempo beim Wasserstoff

von Norbert Dörholt

(19.09.2023) Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Frankfurter CDU-Fraktion, Dr. Veronica Fabricius, befürchtet, dass Frankfurt den Anschluss an die deutschlandweite Planung einer Wasserstoff-Logistik verpasst. „Angesichts der neuen Ära der Energieversorgung muss Frankfurt als wichtiger Standort für Flugverkehr und Industrie bei den Planungen und Entscheidungen einer deutschlandweiten Wasserstoff-Infrastruktur dringend berücksichtigt werden", fordert sie in einer Pressemitteilung.

„Frankfurt darf den Anschluss an die Zukunft nicht verpassen!“

Zugleich könnten die Verteilnetze regionaler Versorger wie der Mainova gut umgerüstet werden. "Sie sind technisch bestens geeignet, die Wasserstoff-Versorgung der Zukunft abzudecken", erklärt die Stadtverordnete. "Leider setzt sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in Brüssel nicht für eine entsprechende EU-Richtlinie ein, durch die Energie-Versorger, die bisher Strom und Erdgas transportieren, auch für die Verteilung von Wasserstoff zuständig sein können. Wir fordern den Magistrat auf, in Berlin Druck zu machen und auf schnellstem Wege selbst eine konkrete Planung vorzulegen, wie Frankfurt an die zukünftigen Wasserstoff-Fernleitungen am besten angeschlossen werden kann!“

Laut Fabricius zögert der Magistrat, zu einem schon im Herbst 2022 eingebrachten CDU-Antrag Stellung zu nehmen. „Die Frist zur Beantwortung ist lange abgelaufen. Offenbar ist sich die Ampel-Koalition im Römer selbst nicht einig, ob sie die Wasserstoffwirtschaft mit der Mainova zusammen angehen will. Die Alternative sind komplett neue Verteilnetze, deren Aufbau Milliarden kosten würde. Die Zeit und das Geld dafür haben wir nicht!“

Für Fabricius ist Wasserstoff als flexibler Energieträger unverzichtbar für die Energiewende. „Viele energieintensive Unternehmen müssen auf klimaneutrale Produktionsverfahren umstellen. Entsprechend entwickeln sich sowohl der globale Markt als auch die deutschen Unternehmensplanungen für eine Wasserstoffwirtschaft derzeit sehr dynamisch und schnell – nur nicht auf Seiten der politischen Entscheider. Für die Zukunftsfähigkeit von Frankfurt mit seinem internationalen Flughafen ist aber eine Wasserstoff-Roadmap unverzichtbar, denn die großen Pipelines werden bis spätestens 2030 unsere Region erreichen, und bis dahin muss eine lückenlose Wasserstoff-Verteilung her. Wir sind dabei in der glücklichen Lage, mit dem Industriepark Höchst und der Mainova zwei große Unternehmen in Frankfurt zu haben, deren Knowhow für die Umrüstung der Netze zur Verfügung steht.

Mit 4.000 km könne das Gasnetz der Mainova in der Region Frankfurt-Rhein/Main mit wenigen Anpassungen in Zukunft auch grüne Gase wie Wasserstoff transportieren. Davon profitierten alle – auch private Energiekunden. Fabricius: "Dafür aber müssen in Frankfurt, Berlin und Brüssel jetzt die richtigen Weichen gestellt werden. Wir dürfen den Anschluss nicht verpassen!“