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Letzte Aktualisierung: 20.09.2021

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„Was wäre ein Leben ohne schöne Accessoires“

Internationale Lederwarenmesse in Aufbruchstimmung

von Karl-Heinz Stier

(07.09.2021) Nach zweimaliger Absage der internationalen Lederwarenmesse in Offenbach (ILM) gab es nunmehr wieder eine Präsentation von Taschen, Accessoires und Reisegepäck vor Ort und für das Publikum. Die ILM litt wie auch andere gesellschaftliche Bereiche unter der Pandemie. Ein schlichter Ausweg war für die Aussteller zwischenzeitlich die Präsentation ihrer Produkte ausschließlich digital.

Geschäftsführer Arnd Hinrich Kappes von der ILM referierte über Aussteller, Auslastung und Hygieneauflagen.
Foto: Karl-Heinz Stier
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„Bei der letzten digitalen ILM nahmen 40 Unternehmen teil“, sagte Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Offenbacher Messe. Auch zur aktuellen Messe laufe parallel eine digitale Version – allerdings mit weniger Interessenten. Ihre Zahl lag bei 17. „Das liegt aber daran, dass persönliche Messen wieder möglich sind“, betonte Kappe.

An der neuen ILM, bei die Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2022 vorgestellt wurden und Montag zu Ende ging, haben sich 207 Aussteller aus 27 Ländern  beteiligt. Im Gegensatz zu früheren ausgebuchten Messen vor Corona betrug die Auslastung der Ausstellungsfläche nur 77 Prozent  Über die Hälfte der Firmen und Unternehmen kamen aus dem Ausland, das beweise erneut, dass die ILM in Offenbach ein Schaufenster und Impulsgeber der Branche sei – so Geschäftsführer Kappe („Was wäre ein Leben ohne schöne Accessoires“).

Fazit: die ILM war von Aufbruchstimmung und Wiedersehensfreude geprägt. „ich bin begeistert. Wer nach Offenbach kommt, will ordern“, so Christiane Brunk von Braun Büffel. Und Peter Bellenhaus, der mit dem Label Porsche Design erstmals auf der Offenbacher Messe war, resümierte: „Die Messe hat unsere Erwartungen übertroffen, wir haben viele Neukunden aus dem Ausland gewinnen können“. Der internationale Grad der Messe wird auch von vielen Ausstellern positiv hervorgehoben. Zahlreiche Händler aus England, Frankreich, der Schweiz, Benelux Spanien und Italien nutzten die Messe für ihre Sommer-Order 2022 Es kamen auch einige Besucher aus Russland und Asien.

In einem Rückblick auf 2020 und der ersten Hälfte des Halbjahres 2021 gab es zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Lederwaren - und Kofferindustrie keine spürbare wirtschaftliche Erholung - wie Manfred Junkert vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie mit Sitz in Berlin bekannt gab. „Die Verkaufserlöse der Branche gingen noch mal um 3,5 Prozent im ersten Halbjahr im Vergleich um Vorjahreszeitraum zurück“. Der stationäre Fachhandel sei besonders hart und lange von den Beschränkungen betroffen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Inlandsumsatz um 5,1 Prozent auf 194 Millionen Euro gesunken sei. Schuld daran seien auch die Reisebeschränkungen.

Die Hersteller erwarten für das zweite Halbjahr 2021 eine bessere Umsatzentwicklung und Kapazitätsauslastung. Das ergab eine Umfrage der befragten Lederwaren- und Kofferhersteller. Die Branche hofft, dass die Reisebeschränkungen nach und nach wieder gelockert werden und die transatlantischen Verkehre wieder zunehmen.

Der Lederwarenhandel sieht seit Anfang Juni wieder ein anziehendes Geschäft - zum Teil wurde sogar das Vor-Corona-Niveau erreicht, aber die verlorenen Umsätze der davor liegenden Zeiten seien noch lange nicht aufgeholt – so Axel Augustin vom Handelsverband. Aufgrund des Lockdown ist ein Gutteil der Umsätze in den Online-Handel abgewandert. Er schätzt die Steigerung hier auf 30 Prozent.

Die Designer der Branche warten auch mit neuen Entwicklungen auf. Nach Auffassung des Designer-Oberguru Martin Wuttke wird in der neuen Saison viel Farbe verwendet („Der Fun-Faktor ist die neue Frische“). Ein zentraler Umsatzbringer werden große Taschen sein, in die viel reinpasst und geeignet sind für die , die im Home-Office arbeiten. Taschen in Bananenform, Taschen mit Kettenelementen unter anderem bei Griffen- und Korb-Shoppern werden als zentrale Umsatzbringer angesehen. Die Taschen oder Rucksäcke sind meist einfarbig.