„Verschollenes zum Klingen bringen" – Hindemith und die Alte Musik
Ausstellungseröffnung und Tag der offenen Tür am 10. Juni im Hindemithkabinett im Kuhhirtenturm
Die Viola d’amore Spielerin Gertrud Schmidt interpretiert auf Hindemiths eigenem Instrument eine Suite von Christian Petzold (1677-1733). Jeweils um 14 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr spielen Jasmin Röder, Sina Bayer, Silva Fedler, Sonja Radzun und Yelim Moon, das Blockflöten-Consort der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, die Suite französischer Tänze aus dem 16. Jahrhundert, die Hindemith aus den von Pierre d'Attaignant gedruckten „Livres de Danceries" entnommen und übertragen hat.
Als Interpret, Forscher und Lehrer interessierte sich Paul Hindemith für die frühe Mehrstimmigkeit und Entwicklung der Musik seit den Anfängen der Notation. Er beschäftigte sich mit alten Quellen, die er aus Bibliotheken zusammentrug. Um Alte Musik spielen zu können, richtete er sie sich aufführungspraktisch ein. Und entdeckte das Spiel auf historischen Instrumenten:
«Ich habe einen neuen Sport (…) ich spiele Viola d'amour, ein ganz herrliches Instrument, das ganz verschollen ist, und für das nur eine ganz kleine Literatur besteht. Das Schönste, was Du Dir an Klang vorstellen kannst; eine nicht zu beschreibende Süße und Weichheit. Es ist heikel zu spielen, aber ich spiele es mit großer Begeisterung und zur Freude aller Zuhörer.» (Aus einem Brief an eine Jugendfreundin 1922)
www.hindemith.info/de/kabinett/ausstellungen
Weitere Artikel aus der Kategorie: