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Letzte Aktualisierung: 17.05.2021

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„Tiergifte und Genomik: Tiergifte als Bioressource für neue Medikamente“

Digitale Veranstaltung der Senckenberg-Vortragsreihe am 28. April

von Ilse Romahn

(26.04.2021) Über 200.000 Tierarten produzieren Gifte, um sich gegen Feinde zu verteidigen oder ihre Beute zu töten. Diese Gifte sind eine kaum erschlossene Bioressource für die Entwicklung neuer Medikamente. Im Vortrag von Prof. Dr. Andreas Vilcinskas im Rahmen der Senckenberg-Vortragsreihe „Bauplan der Natur – Wie Genomik unseren Blick auf die biologische Vielfalt revolutioniert“ geht es darum, wie neue Forschungsmethoden eine gezieltere Suche nach neuen Wirkstoffen ermöglichen.

Bei Tiergiften handelt es sich meist um komplexe Gemische verschiedener Toxine, die im Verlauf der Evolution im Hinblick auf ihre Funktion optimiert wurden. Man schätzt, dass in den Giftdrüsen aller giftigen Tierarten zusammengenommen bis zu 20 Millionen verschiedene Moleküle produziert werden, von denen bis heute nur ca. 16.000 genauer untersucht wurden. Aktuell befinden sich 18 Wirkstoffe auf dem Markt, die auf solchen Molekülen basieren, weitere werden in klinischen Studien getestet. Das Potential der Tiergifte ist also noch lange nicht ausgeschöpft.

Im Vortrag erläutert Prof. Dr. Andreas Vilcinskas vom LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) am 28. April, 19 Uhr, wie die in den Giftdrüsen der Tiere produzierten Toxine gezielt identifiziert und effizient charakterisiert werden können. Zu deren Erforschung setzen Vilcinskas und seine Kollegen heute auf eine Kombination aus innovativen molekularen und bioinformatischen Methoden.

Der Zoologe Andreas Vilcinskas ist Gründungsdirektor des im Aufbau befindlichen Fraunhofer-Instituts für Bioressourcen in Gießen und leitet das Institut für Insektenbiotechnologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er leitet zudem das Projekt „Animal Venomics“ an dem vom Land Hessen geförderten LOEWE-Zentrum TBG.

Wegen derCovid19-Pandemie finden die Vorträge rein digital statt. Sie können per Livestream unter www.senckenberg.de/live (ohne Kommentarmöglichkeit) oder über den Kanal www.youtube.com/SenckenbergWorld (mit Kommentar-möglichkeit über die Chatfunktion) mitverfolgt werden. Wer virtuell mit dem Referenten diskutieren möchte, meldet sich unter https://www.senckenberg.de/de/anmeldung-vortrag-28-4-2021/ an und erhält dann vorab die Zugangsdaten für die Zoom-Veranstaltung.

Informationen zu allen Vorträgen unter https://www.senckenberg.de/bauplandernatur