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Letzte Aktualisierung: 08.07.2020

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„Schätze des Bibelhauses“ von antik bis bilderreich

Sonderausstellung im Bibelhaus Erlebnis Museum vom 4. Februar bis 30. Juni

von Ilse Romahn

(28.01.2020) Die Sonderausstellung „Schätze des Bibelhauses“ zeigt vom 4. Februar bis 30. Juni mehr als 40 Objekte aus zweieinhalb Jahrtausenden.

Bildergalerie
Wiedmann-Bibel
Foto: Bibelhaus Erlebnis Museum Wiedmann Media
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Bibel Morddrohung
Foto: Bibelhaus Erlebnis Museum
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Von der beschriebenen Scherbe bis zur Bibel im Guinnessbuch der Rekorde reichen die Schätze des Bibelhauses. Antike Schriftfragmente aus Ägypten gehören ebenso dazu, wie die sogenannte Mandela-Bibel aus Südafrika aus den Zeiten des Kampfes gegen die Apartheid. Zu entdecken ist die vollständige Bibel auf einem Handteller großen Mikrofiche, die längste Bibel der Welt mit vielen interaktiven Elementen und die winzigste Bibel der Welt auf einem Nano-Chip.

"Es gibt viele Beispiele, wie tief die Bibel unsere Kultur und Denkweise prägt. Diesen Schatz gilt es immer wieder zu heben“, sagt Veit Dinkelaker, Theologischer Referent des Bibelhauses und Kurator der Ausstellung. „Die 'Schätze des Bibelhauses' zeigen solche Beispiele. Vom magischen Segensspruch zum Bilderschatz und Buch-für-alle."

Um die sogenannte Mandela-Bibel geht es in der Präsentation mit Ursula Trautwein am Dienstag, 4. Februar, 16 Uhr im Bibelhaus. Die Bibel mit eingeschnittenem Umriss einer Pistole wurde Winnie Mandela 1976, zu Zeiten der Apartheid in Südafrika, von Einbrechern als Todesdrohung auf ihr Kopfkissen gelegt. Das Ehepaar Mandela verband eine enge Freundschaft mit Ursula und Dieter Trautwein. Beide waren in der Bewegung gegen die Apartheid engagiert. Der 2002 gestorbene Dieter Trautwein war zudem lange Zeit Vorsitzender der Frankfurter Bibelgesellschaft und gründete eine Ausstellung zur Bibel in Frankfurt-Eschersheim. Aus diesem Anlass schenkte Winnie Mandela dem Ehepaar Trautwein die geschändete Bibel aus ihrem Haus in Johannesburg.

Zu den bibliophilen Kostbarkeiten der Ausstellung gehört ein Einzelblatt aus einer Bibel des Augsburgers Anton Sorg, die er 1480 drucken ließ. Ein weiteres Original ist eine Bibel des Basler Tuchhändlers Falkeisen, die er 1688 beim Frankfurter Drucker Balthasar Christoph Wust herstellen ließ. Aus der Frankfurter „Brönners Druckerei“ sind Bibeln von 1820 und 1854 zu sehen. Regelmäßige öffentliche Führungen zu den Themen und Exponaten der Ausstellung gehören zum Begleitprogramm.

Das Bibelhaus Erlebnis Museum wurde 2003 in einer ehemaligen evangelisch-reformierten Kirche eröffnet. Es zeigt die Überlieferung, Lebenswelt und aktuelle Bedeutung der Bibel mit archäologi­schen Funden, thematischen Inszenierungen und vielen Mitmach-Elementen. Trägerin ist die Frankfurter Bibelgesellschaft. Die Gesellschaft wurde 1816 als ältester kirchlicher Verein in der Mainstadt gegründet.

Repräsentation der Wiedmann-Bibel
Das komplette Original der längsten gemalten Bibel der Welt präsentiert Martin Wiedmann am Donnerstag, 6. Februar, 14 Uhr im Bibelhaus. Eine Druckausgabe hatte das Bibelhaus bereits im vergangenen Jahr als Geschenk bekommen. Willy Wiedmann (1929 bis 2014) arbeitete 16 Jahre lang an der Bilderbibel. So entstand ein insgesamt 1,17 Kilometer langes Leporello, das durch das komplette Alte und Neue Testament führt. Der Künstler malte sie im Stil der Polykonmalerei, die er selbst in den 1960er Jahren entwickelte. Sohn Martin Wiedmann fand das Werk nach dem Tod des Vaters. Inzwischen ist eine Druckausgabe, die „Wiedmann Bibel ART-Edition“, erschienen, die in zwei Bänden die Bibel in 3.333 Bildern zeigt.

Öffnungszeiten: Di-Sa 10-17 Uhr, So 14-18 Uhr
Gebuchte Führungen  auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Bibelhaus Erlebnis Museum, Metzlerstraße 19, 60594 Frankfurt am Main   www.bibelhaus-frankfurt.de