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Letzte Aktualisierung: 03.07.2020

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„Raumschiff Wohnzimmer“

Die erste Mondlandung zeigt das Museum für Kommunikation

von Karl-Heinz Stier

(26.06.2020) Im Juli 1969 wurde ein Menschheitstraum Wirklichkeit: zum ersten Mal setzte ein Mensch einen Fuß auf den Mond.

Bildergalerie
Plakat zur Ausstellung
Foto: Karl-Heinz Stier
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Nach dem 2. Weltkrieg holten die USA führende Köpfe des deutschen Raketenprogramms ins Land, z.B. Wernher von Braun
Foto: Karl-Heinz Stier
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Raumfahrt in der Populärkultur
Foto: Karl-Heinz Stier
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Kunst, Kitsch und Kommerz zum Thema Mondlandung 1969
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zum Pressetermin referierten Museumsdirektor Dr. Helmut Gold (links) und der Kurator der Ausstellung Rainer Bobon.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Bis zu 600 Millionen Menschen auf der Erde sahen dem amerikanischen Astronauten Neil Armstrong live im Fernsehen dabei zu. Weitere hundert Millionen verfolgten die Mission von Apollo 11 im Radio. Die Mondlandung war das erste global live ausgestrahlte Ereignis und eine Leistungsschau des damals noch neuen Massenmediums. Damit ist die Mission von Apollo 11 bis heute eines der größten Medienereignisse der Geschichte.

Für das Museum für Kommunikation im  Schaumainkai 53  ist dieses Ereignis eine Sonderausstellung wert, einmal in einer Rückschau alles wieder aufleben zu lassen. Von heute bis zum 10. Januar 2021 zeig es die Ausstellung „Raumschiff Wohnzimmer. Die Mondlandung als Medienereignis“. Die Präsentation spürt der Faszination für die Mondlandung in Ost und West nach und fragt nach den Wechselwirkungen zwischen Raumfahrt, Fernsehen und globaler kommunikativer Vernetzung. Ob Terroranschläge in den USA, unvorhersehbare Katastrophe oder organisierte Großveranstaltungen – all das sind Medienereignisse. Eine weltweite Resonanz erfuhren sie aber durch die zeitlich und geographisch ausgreifende Berichterstattung in den zeitgenössischen Massenmedien.

Doch zurück zur Mondlandung, sie war ein solches Medienereignis. Noch nie zuvor hatten so viele Menschen zwei Personen bei etwas zugeschaut, so bilanzierte später der Astronaut Buzz Aldrin. „Hier griffen Kommunikationstechnologie und kommunizierter Gegenstand ineinander“, weiß der Erlanger Medienwissenschaftler Sven Grampp. Das immer attraktiver werdende TV-Programm motivierte 1969 viele Deutsche, sich anlässlich der Mondlandung ein Fernsehgerät für das Wohnzimmer anzuschaffen.

Die Ausstellung ist in mehrere Bereiche gegliedert. Mit der Erfindung des Teleskops zu Beginn des 17. Jahrhunderts schien der Erdtrabant zum Greifen nahe. Der Mond wurde erst erreichbar durch die militärisch betriebene Raketenforschung des 20. Jahrhunderts. Die auch im Weltraum konkurrierende Supermächte USA und Sowjet-Union stritten dann um einen Wettlauf im All. In der Bundesrepublik sendeten die ARD vom 20.Juli (WDR) und das ZDF parallel vom Abend des 20. Juli bis zum Abend des 21. Juli nahezu durchgehend über die Mondlandung. In der DDR wurde die Mondlandung vom dortigen Deutschen Fernsehfunk nicht übertragen.

Die Begeisterung für eine Reise ins All spiegelt sich auch in anderen Themenkreisen der Ausstellung wider: in Vor- Publikationen wie die von Jules Verne, in Wissenschaft und Fantasie, der Mond in der Mode, in Kommentatoren und Experten während der Mondlandung, Raumfahrt in der Populärkultur oder Kunst, Kitsch und Kommerz. Es gibt außerdem ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und ein Publikumsgespräch in Kooperation mit dem Frankfurter Presseclub.

Die Öffnungszeiten sind DI bis SO von 11-18 Uhr. Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Führungen sonntags um 15 Uhr.

Weitere Infos unter: www.mfk-frankfurt.de