Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 27.05.2022

Werbung
Werbung

„Nur eine weltweit gerechte Verteilung von Impfstoffen kann der Pandemie einen Riegel vorschieben“

von Ilse Romahn

(18.01.2022) Oberbürgermeister Peter Feldmann unterzeichnet Erklärung afrikanischer und europäischer Stadtoberhäupter zur Covid-19-Impfstoffgerechtigkeit.

In Afrika sind bisher nur neun Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus immunisiert. Besonders die Omikron-Variante zeigt, dass die Pandemie nur dann enden kann, wenn es eine globale Strategie und eine gerechte Impfstoffverteilung gibt. In Afrika gibt es zu wenig Impfstoff – trotz vieler Versprechungen aus Europa, den Ländern des Kontinents Impfstoff bereitzustellen. Die afrikanischen Länder mit insgesamt rund 1,3 Milliarden Einwohnern fordern eine Impfstoffgerechtigkeit – dieser Forderung haben sich nun auch Oberbürgermeister und Bürgermeister europäischer Städte angeschlossen. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann hat sich im Dezember ebenfalls der Forderung angeschlossen und eine entsprechende Erklärung unterschrieben.
 
Ziel ist es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass bis Ende September diesen Jahres 70 Prozent der Bevölkerung jedes Landes geimpft sein sollen – doch in Afrika fehlt es weiterhin an Impfstoffen.
 
„Wir brauchen eine koordinierte und globale Lösung, um sicherzustellen, dass Impfstoffe schneller bei den Menschen ankommen – insbesondere in armen Ländern. Mit der Erklärung fordern wir die führenden Politiker der Welt auf, den Zugang zu Impfstoffen für alle zu verbessern und insbesondere die Impfung in Afrika zu beschleunigen – denn dort ist die Impfquote besonders niedrig. Gesundheit ist ein Menschenrecht“, sagt Feldmann.
 
In der Erklärung werden führende Politiker aufgefordert, den Austausch von Impfstoffen zwischen europäischen und afrikanischen Ländern zu beschleunigen, die lokale Verteilung von Impfstoffen und Lieferkapazitäten in afrikanischen Ländern zu unterstützen, insbesondere dort, wo die bestehenden Gesundheitssysteme unter dem zusätzlichen Druck der Pandemie zu kämpfen haben, und die Unterstützung und das Engagement der Bürgermeister und der örtlichen Behörden, um den Impfprozess zu beschleunigen. Des Weiteren wird gefordert, dass die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Afrika durch die Erleichterung des Technologie- und Wissenstransfers, die Unterstützung eines vorübergehenden Verzichts auf geistiges Eigentum, Lizenzen, öffentlich-private Zusammenarbeit und Investitionen dazu beitragen, das Ziel der WHO bis September 2022 zu erreichen.
 
„Die ungleiche Verteilung des Impfstoffs weltweit ist skandalös. Sie führt dazu, dass die Pandemie anhält. Niemand kann vor Corona sicher sein, solange nicht alle geschützt sind. Wir als Europäer haben die Pflicht, gerecht zu handeln und der Ausbreitung des Virus sowie neuen Varianten einen Riegel vorzuschieben – das geht nur, wenn alle die Chance erhalten, geimpft zu werden. Es geht um unser aller Gesundheit und um Menschenleben weltweit. Deshalb unterstütze ich die Forderung mit meiner Unterschrift unter dieser Erklärung“, betont das Stadtoberhaupt.
 
Zu den Unterzeichnern gehören neben Oberbürgermeister Feldmann, Bürgermeisterin Yvonne Aki- Sawyerr (Freetown, Sierra Leone), Bürgermeister Giuseppe Sala (Mailand, Italien), Bürgermeisterin Ada Colau (Barcelona, Spanien), Bürgermeister Jefferson Koijee (Monrovia, Liberia), Bürgermeister Carlos Moedas (Lissabon, Portugal), Bürgermeister Fabrice Rulinda (Entebbe, Uganda), Oberbürgermeisterin Alison Gilliland (Dublin, Irland), Oberbürgermeister Erias Lukwago (Kampala, Uganda), Bürgermeister Mxolisi Kaunda (Ethekwini/Durban, Südafrika), Bürgermeister Marvin Rees (Bristol, Vereinigtes Königreich) Bürgermeister Mayor Talib Ahmed Bensouda (Kanifing, Gambia), Bürgermeister Mathias De Clercq (Gent, Belgien).
 
Weitere Informationen sowie den vollständigen Text der Erklärung gibt es unter African and European Mayors' Statement on COVID-19 Vaccine Equity | ODI: Think change. (ffm)