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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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„Lviv ist die richtige Wahl zum richtigen Zeitpunkt“

von Ilse Romahn

(15.05.2024) Ein freudiger Tag für Frankfurts internationale Beziehungen: Am Montag, 13. Mai, haben Oberbürgermeister Mike Josef und Bürgermeister Andriy Sadovyy die Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und der ukrainischen Stadt Lviv im Kaisersaal feierlich besiegelt. Die Stadtverordnetenversammlung hat am 2. Mai der Städtepartnerschaft Frankfurts mit Lviv zugestimmt. Zur Vertragsunterzeichnung war Lvivs Bürgermeister Sadovyy in Begleitung einer Delegation an den Main gereist.

Eintrag ins Goldene Buch
Foto: Stadt Frankfurt am Main Foto: Chris Christes
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Oberbürgermeister Josef sagt: „Wir wollen mit dem heutigen Tag auch das europäische Band stärken und deutlich machen: Die Ukraine und Lviv gehören an die Seite der europäischen Union. Die mutigen Menschen dort verteidigen die Werte Europas, um die es auch bei der Europawahl geht. Es sind Werte der Freiheit, der Menschenrechte und der Demokratie. Der Zeitpunkt der Städtepartnerschaft ist gut gewählt, wir wollen ein Zeichen der Hoffnung und der Solidarität geben. Lviv und Frankfurt sind beide wirtschaftlich und kulturell wesentliche Zentren ihrer Länder. Deshalb ist diese Verbindung genau richtig. Ich danke Lvivs Bürgermeister Andriy Sadovyy für die guten Gespräche in den letzten Monaten, für die Zielsetzung und die Kooperation.“
 
Stadträtin Eileen O’Sullivan sagt: „Die Städtepartnerschaft mit Lviv ist mir aus zwei Gründen ein besonderes Anliegen. Erstens setzt sie das unmissverständliche Zeichen, dass Frankfurt fest an der Seite der Ukraine steht. Und zweitens ermöglicht sie uns, den Bewohnern der Stadt Lviv mit konkreter Hilfe sofort beizustehen. Lviv ist ähnlich groß wie Frankfurt und eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Ukraine. Zugleich unterhält unsere Partnerstadt Krakau selbst bereits eine funktionierende Städtepartnerschaft mit Lviv – eine Kooperation, die sich schon in der Vergangenheit als effektiv und wertvoll für die Ukraine-Hilfe erwiesen hat. Auch deshalb war Lviv für den Magistrat eine naheliegende Wahl. Ich freue mich sehr, dass die Stadtverordneten dieser Auffassung gefolgt sind.“
 
Lvivs Bürgermeister Sadovyy sagt: „Die Partnerschaft zwischen Lviv und Frankfurt ist ein starkes Signal für unsere Stadt und die gesamte ukrainische Bevölkerung in diesen schwierigen Zeiten. Frankfurt versteht uns besser als jede andere Stadt. Es ist zudem eine große Ehre, eine Partnerschaft mit dem größten Finanzplatz Europas zu haben. Ich freue mich angesichts unserer Gemeinsamkeiten darauf, eine enge langfristige Beziehung mit Frankfurt aufzubauen und unsere gemeinsame Zusammenarbeit mit Krakau als Partner weiter zu intensivieren.“
 
Lviv und Frankfurt haben vertraglich miteinander vereinbart, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Kultur eng zusammenzuarbeiten. Dabei sollen Projekte und ein genereller Erfahrungsaustausch in den Feldern Tourismus und Sport, Bildung und Wissenschaft, Kunst und Kultur, Gesundheitswesen und Rehabilitation, Umweltschutz sowie Kommunalpolitik initiiert werden.
 
Die Stadt Lviv hat eine ähnliche Bevölkerungsanzahl wie Frankfurt, diese lag vor dem Krieg bei mehr als 700.000 Bürgerinnen und Bürgern. Lviv gilt als das kulturelle Zentrum der Ukraine und ist eine florierende Wirtschaftsmetropole in der Region mit Fokus auf IT und Health Science. Bedingt durch den russischen Angriffskrieg gewinnt der Bereich Health Science weiter an Bedeutung. So werden in Lviv viele Kriegsversehrte etwa mit Prothesen versorgt. Zudem baut die Stadt die psychologische Versorgung und Betreuung beispielsweise von Folteropfern aus. Mit seinem großen Health Campus gilt Lviv als Rückgrat der Ukraine. Sowohl die GIZ als auch die EU haben dort investiert und erfolgreich Projekte umgesetzt. Die Stadt nimmt Geflüchtete auf und versorgt die gesamte Region sowie weitere Städte in der Ukraine mit Hilfsgütern beziehungsweise koordiniert deren Verteilung. Derzeit sind rund 30.000 Soldaten aus Lviv an der Front. (ffm)