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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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„literaTurm 2022“ ab 27. Juni unter dem Motto „Risse“

35 Veranstaltungen beim Literaturfestival FrankfurtRheinMain

von Karl-Heinz Stier

(09.06.2022) „literaTurm“ verbindet zwei Frankfurter Wahrzeichen – das Buch und die Skyline. Mit seinen Lesungen in Hochhäusern ist das städtische Literaturfestivals deutschlandweit einmalig. Die letzte Auflage 2020 musste aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Dieses Jahr findet „literaTurm“ wieder statt und wie gewohnt steht das Programm eine Woche lang mit 35 Veranstaltungen und 88 Beteiligten unter einem thematischen Schwerpunkt, der diesmal „Risse“ heißt.

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Programm und Motto erläuterten(v.l.n.r.): die stellvertretende Vorsitzende des Kulturfonds FrankfurtRheinMain Dr.Julia Cloot, Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig und Dr. Sonja Vandenrath, die das Programm verantwortet.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Das Prorammheft mit 35 Lesungen, 50 beteiligten Autorinnen und Autoren und insgesamt 88 Beteiligten
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Krieg in der Ukraine, Flucht und Migration als biografischer Riss, die Schere zwischen Arm und Reich, das komplexe Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland, die politische Polarisierung, die schwierige Situation von berufstätigen Müttern insbesondere aufgrund der Pandemie – die Risse in unserer Gesellschaft und Welt sind manifester denn je. Risse sind aber auch ein ästhetisches Verfahren in Kunst und in Literatur. Getreu der thematischen Schwerpunktsetzung von „literaTurm“ werden in diesem Jahr Romane und Sachbücher vorgestellt, die unterschiedliche Aspekte des Mottos verhandeln. Insgesamt sind 35 Veranstaltungen mit 50 deutschsprachigen und internationalen Schriftstellerinnen und Schriftsteller und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geplant. Das Festival findet bis 3. Juli in Frankfurt und der Rhein-Main-Region statt. Kooperationsveranstaltungen mit Spanien, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022, und dem Instituto Cervantes sowie mit Litprom, dem Deutschen Polen Institut und dem Hessischen Literaturforum bereichern das Programm. Hochhäuser bleiben zentrale Veranstaltungsorte von „literaTurm“.

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig stellt fest: ‚literaTurm‘ greift Themen auf, die uns alle bewegen und umtreiben, und die es bei hochkarätig besetzen Lesungen und Podiumsdiskussionen verhandelt. Das biennale Festival versammelt wichtige Stimmen der Literatur und des Sachbuches der letzten zwei Jahre und setzt dabei einen thematischen Schwerpunkt. Mit dem Kinderbuchprogramm richtet sich ‚literaTurm‘ erstmals auch jüngere Leser und Leserinnen.“

Erneut sind zahlreiche deutschsprachige und internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vertreten. Zu den renommierten Gästen zählen u.a. Ivan Krastev, Karl-Heinz Ott, László Krasznahorkai, Steffen Mau, Judith Hermann mit einem Lesungskonzert mit dem Ensemble Modern, Senthuran Varatharajah, Natalie Amiri, Karl Schlögel, Christiane Hoffmann, Oliver Nachtwey.

„Das zeitdiagnostische Motto ‚Risse‘ steht für Erosionen, Dissonanzen und Brüche, die seit jeher die Literatur durchziehen. Als mit dem 24. Februar 2022 sich auch durch unsere Programmarbeit ein Riss zog, haben wir den Fokus auf die Literatur Ost- und Mitteleuropas gerichtet. Doch auch Risse in Gesellschaft und im Biografischen erfordern einen diskursiven Raum, den ‚literaTurm‘ auch dieses Jahr wieder eröffnet“, sagt Sonja Vandenrath, die das Programm des Festivals zum neunten Mal verantwortet.

Besondere Höhepunkte des Literaturfestivals sind die Eröffnungsveranstaltung mit Tanja Maljartschuk, Lea Ypi, Viktor Jerofejew und Gerd Koenen (27. Juni), ein Lesungskonzert mit Judith Hermann und dem Ensemble Modern (28. Juni), ein Gespräch über Erinnerungskultur mit Dana von Suffrin, Norbert Frei und Per Leo (28. Juni), ein Abend zur Situation der Frauen in Afghanistan mit Natalie Amiri, Nahid Shahalimi und Isabel Schayani (29. Juni) und eine Diskussion zur Klassengesellschaft in der Literatur mit Katja Oskamp, Domenico Müllensiefen und Oliver Nachtwey (1. Juli). Mit einer performativen Lesung von Jchj V. Dussel, musikalisch begleitet von LEOPOLD und Neneh (2. Juli), und einem Kinderbuchsonntag mit Jörg Isermeyer und Gerda Raidt (3. Juli) findet das Festival seinen Abschluss.

Auch 2022 findet „literaTurm“ wieder in oberen Etagen von Frankfurter Hochhäusern statt. Dort stellen Partner ihre Konferenzräume zur exklusiven Nutzung zur Verfügung. In Kooperation mit lokalen Partnern sind zudem Lesungen an ausgewählten Orten in Bad Soden, Bad Vilbel, Oberursel, Hanau, Hochheim und Offenbach geplant. Sie werden ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

„Das Thema des diesjährigen Festivals – Risse – reflektiert vor allem die Gefahren, die aus einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft erwachsen können. Es korrespondiert wunderbar mit dem neuen Schwerpunktthema des Kulturfonds, das unter dem Titel ‚hier leben‘ Perspektiven für das Zusammenleben in den Mittelpunkt rückt“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Julia Cloot.

Sämtliche Veranstaltungen des Festivals finden in Präsenz statt – selbstverständlich unter Berücksichtigung der geltenden Verordnungen zum Infektionsschutz. Für alle Veranstaltungen mit Ausnahme der Lesung im Instituto Cervantes Frankfurt ist ein Ticket erforderlich. Eintrittskarten sind seit dem 1. Juni im Vorverkauf unter literaturm.de sowie beim Ticketanbieter Frankfurt Ticket telefonisch unter (069)1340400 erhältlich oder können an der Abendkasse erworben werden, sofern es Restbestände gibt.

„literaTurm“ ist eine Veranstaltung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit den ausgewiesenen Raumsponsoren und Kooperationspartnern und wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.