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Letzte Aktualisierung: 28.07.2021

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„Lisbeth und Marlene“ bringen viel Spaß ins Kursana Domizil Kriftel

Clowninnen faszinieren Senioren

von Adolf Albus

(15.07.2021) Überall wo Annett Stein und Kornelia Renner-Schmidt in ihrem besonderen Outfit auftauchen, versprühen die beiden Frauen Leichtigkeit und jede Menge Spaß. Die eine trägt ein gepunktetes Kleid und ein grünes Halstuch, die andere bringt mit ihren Kleidern ebenfalls Farbe ins Spiel und hat sich eine kleine Ukulele um die Schultern geschnallt. „Lisbeth und Marlene“ nennt sich das Duo, dem eines gemeinsam ist: die rote Clownsnase.

Foto: Kursana Domizil Kriftel
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Die beiden Clowninnen haben die Senioren im Kursana Domizil Kriftel besucht. Auf ihrer ersten Station “Apfelgarten“, dem Wohnbereich für an Demenz erkrankte Menschen, wirbelten die beiden bunte Chiffon-Tücher in die Höhe und pusteten Seifenblasen in die Luft. Gemeinsam stimmten die Frauen das aufmunternde Lied „You Are My Sunshine“ an. Auch die Clownsnase wurde so manches Mal gedrückt und auf ihre Echtheit geprüft.

„Als gelernte Theaterpädagogin habe ich mich schon immer für die Arbeit von Clowns interessiert“, erzählt Annett Stein, die „etwas mit Herz“ machen wollte. In der Schauspielerin, Clownin und Pantomimin Laura Fernandez (Stiftung „Humor hilft heilen“) fand sie eine Ausbilderin und Mentorin von der sie das Clownsein als Profession innerhalb von eineinhalb Jahren von der Pike auf lernte. Seitdem bringt Annett Stein mit ihren scheinbar unbeholfenen Aktionen, hinter denen jedoch viel Einfühlungsvermögen steckt, die Menschen in Krankenhäusern, Kliniken, Alten- und Behindertenheimen zum Schmunzeln und Lachen.

Auch für Kindergeburtstage und Feste stehen Annett Stein und Kornelia Renner-Schmidt zur Verfügung. Renner-Schmidt, die eigentlich Restaurantfachfrau und Altenpflegerin ist, fühlte sich ebenso magisch vom Beruf des Clowns angezogen. Aus einem Schnupperwochenende sei dann ebenfalls eine Ausbildung geworden, schildert die Lorsbacherin ihre eigene Entwicklung. Beim Clownsein geht es darum, Herz zu zeigen. Das würden beide Frauen, die sich über die „Clown Doktoren“ in Wiesbaden kennengelernt haben, sofort unterschreiben.

Mittlerweile sind sie in eigenem Auftrag und mit Unterstützung von höchst offizieller Seite in Sachen Ulk und Unterhaltung unterwegs. Ihr Projekt wird von der Hessischen Kulturstiftung unterstützt. „Lisbeth und Marlene“ haben noch viel mehr in ihrem Repertoire. „Im Sommer arbeiten wir mit Engelsflügeln Requisiten“, verrät Renner-Schmidt, die ebenso wie ihre Kollegin „viele schöne Momente“ aus dem Kursana Domizil Kriftel mit nach Hause nimmt. Eine Bewohnerin im “Apfelgarten” habe ihr von ihrem Teddy erzählt, freut sich Annett Stein über diese Begegnung. „Ihr habe ich dann von meiner Rosa berichtet“, so die Kelkheimerin, die ein rosafarbenes Schweinchen mit diesem Namen adoptiert hat.