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Letzte Aktualisierung: 22.09.2021

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„Komplexe Väter“

Komplexes Spiel in der Komödie Frankfurt

von Ingeborg Fischer und Karl-Heinz Stier

(06.09.2021) Claus Helmer hatte zur Premiere der Boulevard-Komödie eingeladen, und das treue Publikum nahm die Gelegenheit gerne wahr. Immerhin waren Hugo Egon Balder und Jochen Busse angekündigt und der Autor Heinersdorff spielte selbst mit, führte auch Regie und war für das Bühnenbild verantwortlich. Man konnte gespannt sein.

Jochen Busse, Farina Violetta Giesmann, René Helmersforff, Maike Bollow, Hugo Egon Balder
Foto: Die Komödie
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Alle Corona-Regeln waren eingehalten worden, das hieß große Lücken zwischen den Sitzen, Impf-Kontrolle, keine Pause. Die Atmosphäre war etwas angespannt. Ein minimalistisches Bühnenbild lenkte von nichts ab und deutete eine Wohnung an. Das Spiel konnte beginnen.

Anton (Jochen Busse) und seine Ehefrau Ute (Maike Bollow) stritten sich zunächst darüber, ob ein schwarzer Rolli, ein schwarzes oder ein kariertes Hemd die  angemessene Kleidung sei, wenn der Freund Björn der 25-jährigen Tochter Nadine (Farina Violetta Giesmann) zum ersten Mal seine Aufwartung macht. Ebenfalls eingeladen von Ute war ihr Ex-Mann, der leibliche Vater der Tochter, die aber von klein auf von Anton aufgezogen worden war. Im Laufe des Abends erfuhr dann das Publikum, dass der Freund Björn (René Heinersdorff) mehr als doppelt so alt wie Nadine und noch verheiratet ist und deren Therapeut war. Außerdem stellt sich heraus, dass sowohl der Ex als auch der gegenwärtige Ehemann von Ute amouröse Beziehungen mit der Ehefrau von Eric (Hugo Egon Balder) hatten, die dazu noch die Frauenärztin von Ute und Nadine ist. Also ungeheuer viel Konfliktstoff. Balder als unzuverlässiger Erzeuger von Nadine und Busse als Vater im wahrsten Sinne des Wortes verbündeten sich gegen den ältlichen Björn, um „ihre“ Tochter zu schützen. Und Björn spielt die „beiden Väter gegeneinander aus“.

Busse und Balder brillierten, ließen  Pointen funkeln, jeder ließ dem Anderen freien Lauf, gönnte ihm seine Gags und kam ihm nicht in die Quere. Und das war sehr vergnüglich.

„Worum ging es eigentlich wirklich in dem Stück?“ fragten wir uns, nachdem sich die beeindruckenden Darsteller auf der Bühne verbeugt hatten und der Schlussapplaus verklungen war. „Um nichts“ soll der Autor René Heinersdorff auf die Frage geantwortet haben. Da kann Ratlosigkeit zurückbleiben.

Weitere Vorstellungen bis zum 24. Oktober: Di-Sa um 20 Uhr,  So 18 Uhr, montags spielfrei

 Infos unter www.diekomoedie.de und Tel. (069)284580,  Karten ab 22.50 Euro.