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Letzte Aktualisierung: 08.12.2021

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„Kinderrechte sind keine ‚Schönwetter-Rechte‘“

von Ilse Romahn

(18.11.2021) Abschlussveranstaltung der diesjährigen Kampagne „Stark durch Erziehung“ widmet sich dem Recht auf gewaltfreie Erziehung – auch und gerade unter Pandemiebedingungen.

Der Fachtag „20+1 Jahre Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung“ findet am Vortag des Internationalen Tags der Kinderrechte statt und widmet sich einem der wohl grundlegendsten Kinderrechte: dem Recht, frei von Gewalt aufwachsen zu können.
 
„Wir ziehen doppelt Bilanz“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber. „Zum einen beleuchtet der Fachtag die Wirkungen des im November 2000 verabschiedeten Gesetzes zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung. Und darüber hinaus wollen wir wissen, wie Gewalt in jeder Form aus der Lebenswirklichkeit von möglichst allen Kindern und Jugendlichen verbannt werden kann.“
 
Eng damit verbunden blickt der Fachtag auf die negativen Folgen, welche der Alltag unter Pandemiebedingungen seit nunmehr eineinhalb Jahren für Kinder und Jugendliche hat. „Von vermehrten Depressionen bis zu gestiegenen Fällen von Kindeswohlgefährdungen – die Befunde sind alarmierend“, betont Bildungsdezernentin Weber. „Und sie zeigen, dass die Belange von Kindern und Jugendlichen vernachlässigt worden sind.“
 
Aus den Erfahrungen der vergangenen eineinhalb Jahre sollen Schlüsse gezogen werden. „Kinderrechte sind keine ‚Schönwetter-Rechte‘. Auch und gerade in schwierigen Zeiten müssen sie geschützt und verteidigt werden“, sagt Weber.
 
Auf der Tagung werden Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis gemeinsam zurück und nach vorne schauen: Was braucht es jetzt und in Zukunft, damit Kinder und Jugendliche gewaltfrei aufwachsen können – in der Pandemie und darüber hinaus?
 
Der Fachtag bildet den Abschluss der diesjährigen, unter der Schirmherrschaft von Stadträtin Weber stehenden Kampagne „Stark durch Erziehung“. Diese vom Frankfurter Kinderbüro und vom Kinderschutzbund seit vielen Jahren gemeinsam organisierte Kampagne setzt sich für eine gewaltfreie und kindergerechte Erziehung ein, im alltäglichen Dialog ebenso wie bei Fachtagungen und politischen Debatten. Sie richtet sich an alle, die an der Erziehung von Kindern beteiligt sind: Eltern und andere Familienangehörige, pädagogische Fachkräfte in Betreuungseinrichtungen, Schulen, Hilfs- und Beratungsstellen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik und viele mehr.
 
Die Veranstaltung findet am Freitag, 19. November, von 9 bis 13.15 Uhr in der Orangerie, Comeniusstraße 39, statt.

Für die Veranstaltung gilt die 3G-Plus-Regel. Es ist ein Nachweis zum Impf- oder Genesenenstatus oder ein negativer PCR-Test vorzulegen.

Weitere Informationen zur Fachveranstaltung gibt es unter Telefon (069)97090110. (ffm)