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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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„Israels Impfkampagne ist ein weltweites Vorbild“

Oberbürgermeister Feldmann trifft israelischen Corona-Experten

von Ilse Romahn

(13.10.2021) Am zweiten Tag seiner Reise in Frankfurts Partnerstadt Tel Aviv hat Oberbürgermeister Peter Feldmann sich mit Prof. Ronni Gamzu, ehemaliger oberster Corona-Beauftragter Israels, im Souransky Medical Center getroffen.

Der Krankenhausdirektor war bis September 2020 für das israelische Corona-Management zuständig und berichtete der Frankfurter Delegation bei dem Treffen am Montag, 11. Oktober, von den in seinem Heimatland getroffenen Präventionsmaßnahmen während der Pandemie.
 
„Dieses Gespräch ist eine großartige Gelegenheit, um voneinander zu lernen“, sagte Feldmann. „Israels Impfkampagne ist ein weltweites Vorbild. Das Land zeigt kluge Lösungen für weltumspannende Herausforderungen auf und hat es mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit und Organisation geschafft, seine Einwohnerinnen und Einwohner zu impfen. So konnte in Israel bereits das Leben wieder auf der Straße einziehen, als bei uns Gaststätten und Geschäfte noch geschlossen waren. Das ist eine bewundernswerte Leistung, von der ich mir selbst ein Bild machen wollte – denn für uns ist es momentan eine besondere Herausforderung, die Menschen zum Impfen zu mobilisieren.“
 
Kein Wunder, dass auch das Frankfurter Gesundheitsamt von Tel Aviv lernen will. Dessen Leiter, Dr. Peter Tinnemann, strebt deshalb ein Abkommen mit der israelischen Metropole an. Feldmann übergab hierzu ein offizielles Schreiben. Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner-Gölbașı: „Viren nehmen auf Ländergrenzen keine Rücksicht. Wenn wir weitere Pandemien verhindern wollen, müssen wir enger zusammenarbeiten. Frankfurt und Tel Aviv können hier mit gutem Beispiel vorangehen.“
  
Im Anschluss besuchten Feldmann und die Frankfurter Delegation das naturwissenschaftliche Bildungszentrum HEMDA, das sich an besonders begabte Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Tel Aviv und Umgebung richtet. „Ich finde es spannend, wie HEMDA es schafft, Jugendliche von Anfang an für die Wissenschaft zu begeistern. Die Förderung der Naturwissenschaften muss früh beginnen. Besonders wichtig ist es dabei, auch Mädchen an diese traditionell eher männlichen Fächer heranzuführen. Israel ist darin sehr erfolgreich – eine echte High-Tech-Nation.“
 
Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass Wissenschaft wichtiger denn je sei – ohne die Förderung von Spitzen-Wissenschaftlern gäbe es beispielsweise keinen Impfstoff gegen das Coronavirus, führte Feldmann aus. „Auch gesellschaftlich ist es in Deutschland wichtig, den Wissenschaftlern zuzuhören. Ein Zentrum wie HEMDA gibt es in Frankfurt nicht – ich bin sehr gespannt, was wir heute von Israel lernen können“, sagte das Stadtoberhaupt. (ffm)