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Letzte Aktualisierung: 19.10.2020

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„Ihr kriegt uns hier nicht raus“

Fliegende Volksbühne mit 2. Premiere

von Ingeborg Fischer und Karl-Heinz Stier

(05.10.2020) Immer wieder gab es in der Vergangenheit für die „Fliegende Volksbühne“ Probleme mit ihrer Spielstätte Cantate-Saal am Hirschgraben in Frankfurt. Erst musste das bröckelnde Haus grunderneuert werden, dann, fast fertig und kurz vor Spielbeginn, entdeckte man Schimmel im Keller und dann kam die Corona-Pandemie.

Es spielen v.l.n.r.: Ekaterina Khamara, Ulrike Kinbach, Sebastian Muskalla, Rainer Dachsel.
Foto: Wolfgang Runkel
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„Ihr kriegt uns hier nicht raus das ist unser Haus! Lasst uns hier Theater spielen bis zum Schlussapplaus!“ 
Mit diesem Song endete die unterhaltsame Schau der fliegenden Volksbühne mit dem Titel „3 Zimmer, Küche, Hinterbühne – eine Besichtigung“, für die Rainer Dachselt – bekannt als Moliere-Stücke-Schreiber auf hessisch - als Autor zeichnet und der auch als Wohnungssuchender mitspielt auf der Bühne. Denn er hat Frankfurts größtes Problem aufs Korn genommen, nämlich die Wohnungsknappheit in der Metropole. Und weil die Stadt nach „außen und nach oben genug gewachsen ist“, liegt es nahe, das leere Waldstadion oder gar das Theater, in dem kaum mehr etwas stattfinden darf, in Wohnraum umzugestalten. 

Die kurzweilige Schau mit einem originellen Bühnenbild von Christian Robert Müller fesselte das Publikum schon vor dem eigentlichen Beginn mit einer Tanzperformance, die von der Russin und Bolschoi-Theater-Absolventin Ekaterina Khmara auf anmutigste Weise dargeboten wurde. 

Dann ging es in bester Volksbühne-Manier los! Sebastian Muskalla als Wohnungsmakler bietet das umgebaute Theater als 3 Zimmer-Küche–Bad-Wohnung an, und die Interessenten alias Rainer Dachselt, Ulrike Kinbach und auch Ehkaterina Khmara kommen zur Besichtigung vorbei. Dabei hoffen alle und fragen ständig: „Krieg ich die Wohnung? 

Es wird Goethes Faust und Bert Brecht bemüht, dabei getanzt und gesungen, „was das Zeug hält“. Und es wird sich ein wenig vom hohen Ross herunter lustig gemacht über die Spießer aus dem Frankfurter Speckgürtel mit eigenem Häuschen und Garten. „Iwwer Immobilie red mer net, Immobilie hat mer!“ 

Doch es ist ist ein fröhliches, gekonntes Spiel auf der Bühne und das Publikum war begeistert.  

Die Mimen von der fliegenden Volksbühne verteidigen ihre Spielstätte natürlich … bis zum langanhaltenden  Schlussapplaus. 

Regie führt Mathias Faltz. 

Wer sich die amüsante Show ansehen möchte - info@voksbuehne.net oder Telefon (069)24142435