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Letzte Aktualisierung: 28.09.2021

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„GUT GEHT’S in Zeiten von Corona?!“

Zweite Frankfurter Stadtgesundheitskonferenz mit mehr als 100 Teilnehmenden

von Ilse Romahn

(10.09.2021) Vernetzung stand bei der digitalen Stadtgesundheitskonferenz im Rahmen des Projekts GUT GEHT‘S für die Akteure, die sich für Gesundheitsförderung und Prävention in Frankfurt engagieren, auf der Agenda. Moderiert von Stefanie Rütten, stieß das Format auf ein großes Interesse und wurde intensiv zum Austausch und dem Teilen von Erfahrungen der Teilnehmenden aus den unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft genutzt.

Vertreterinnen und Vertreter der Kinder- und Jugendhilfe, der Wohlfahrtspflege, der Bildungs- und Beratungseinrichtungen und von Verbänden, Fachexpertinnen und Fachexperten aus Politik, Gesundheit und Verwaltung, Vertreterinnen und Vertreter von Krankenkassen, Krankenhäusern und weiteren gesundheitsbezogenen Einrichtungen, aber auch Ehrenamtliche in der Selbsthilfe oder in Vereinen nahmen teil.
 
Gesundheitsdezernent Stefan Majer betonte auf der Stadtgesundheitskonferenz, wie sehr Corona das Thema Gesundheit ins gesellschaftliche Bewusstsein gebracht hat: „Diese Chance wollen wir nutzen und eine umfassende Strategie für gesundes Leben in unserer Stadt entwickeln. Hierzu werden wir ressortübergreifend zusammenarbeiten. Vor allem wollen wir gezielt Gesundheit in Alltagssituationen fördern und die Vernetzung in die Stadtteile vorantreiben, auch um besser die Folgen der Pandemie und des Klimawandels mindern zu können.“
 
„Besonders wichtig ist es uns, diejenigen nicht aus den Augen zu verlieren, deren Zugang zu Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung erschwert ist. Der öffentliche Gesundheitsdienst hat hier eine wichtige Koordinationsfunktion. Mit GUT GEHT`S haben wir die Möglichkeit viele engagierte Menschen zusammen zu bringen und die Gesundheitsförderung in Frankfurt gemeinsam zu verbessern“, unterstrich der neue Amtsleiter des Frankfurter Gesundheitsamtes Dr. Peter Tinnemann die Bedeutung von Gesundheitskonferenzen als wichtigen Bestandteil kommunaler, lebensweltorientierter Prävention. „An dieser Stelle möchte ich aber auch nicht die Gelegenheit verpassen, mich bei allen Beteiligten und Kooperationspartnerinnen und -partnern für die engagierte Zusammenarbeit zu bedanken.“
 
„Die Kommune ist ein entscheidender Faktor für Gesundheitsförderung, deshalb unterstützen wir als Techniker Krankenkasse bewusst schon seit vielen Jahren Projekte in diesem Bereich. Und gerade jetzt in der Pandemie ist es erforderlich, an einem solchen Projekt weiter dran zu bleiben. Idealerweise unterstützen uns die digitalen Formate, um miteinander im Kontakt zu bleiben und gemeinsam weiter zu wirken. Die Digitalisierung und ihre Chancen zeigen sich hier von ihrer besten Seite ", sagt Nadine Müller, Referentin in der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen. Die TK begleitet und fördert das auf fünf Jahre angelegte Projekt seit Sommer 2017.

„Nur mit den Akteuren vor Ort können wir Gesundheit gestalten“, unterstreicht Projektleiterin Silja Polzin die Erfolgsfaktoren des Projektes GUT GEHT‘S. „Die Erfahrungen zeigen: Gute Kooperation mit im Stadtteil bekannten Einrichtungen und Trägern ist der Schlüssel, um auch in herausfordernden Zeiten einer Pandemie Angebote der Gesundheitsförderung erfolgreich umzusetzen.“
 
Ein Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung von fünf Projekten, die während der letzten Monate aus kommunalen Mitteln gefördert wurden. Aktuellen Einblick in die Gesundheitsberichterstattung des Gesundheitsamtes Frankfurt präsentierte Dr. Manuela Schade. Sie zeigte den Zusammenhang zwischen Inzidenzen von Covid-19 in Frankfurter Stadtteilen und der sozialen Lage der Bewohnerinnen und Bewohner auf. Abteilungsleiterin Dr. Katrin Steul stellte die Impfstrategie der Stadt vor und gab einen Einblick in die Arbeit der mobilen Impfteams der Stadt Frankfurt. „Mit offenen Impfangeboten im Stadtteil- und Quartier erreichen wir Personen, die wir im Impfzentrum und über die Arztpraxen nicht erreichen“, warb Steul für zukünftige Zusammenarbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren. „Unterstützende Aufklärung durch Kommunale Gesundheitslotsinnen und-lotsen ist ein Erfolgsfaktor, der weiter vorangetrieben werden soll.“
 
Thomas Altgeld, Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen brachte in seinem Konferenzvortrag eine klare Botschaft mit: An den Stärken und Ressourcen ansetzen, Kooperationen suchen, Rahmenbedingungen für Wohlbefinden im Quartier schaffen. Dafür müssen alle Sektoren und die städtischen Ämter zusammenarbeiten und Präventionsketten für die Kleinsten, die Kinder und ihre Familien knüpfen.
 
Prof. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, sagte: „Die grundlegende Zielsetzung des Projekts GUT GEHTS, die Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt am Main zu erhalten, zu fördern und zu verbessern sowie Krankheiten zu verhindern, ist gegenwärtig brennend aktuell. Die Frankfurt University als Teil des Projekts GUT GEHT‘S unterstützt die Zielsetzung des Projekts und der ausgesprochen gelungenen Konferenz, einen Austausch über die Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse in dieser wunderbaren Stadt anzuregen und konkrete Möglichkeiten der Verbesserung der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger auszuloten.“
 
Reiner Stock vom Verein kooperierenden Selbsthilfe betonte: „Ich gratuliere dem Organisationsteam, dass die Konferenz richtig gut gelungen ist. Es ist sehr wichtig, dass besonders auch ehrenamtlich Engagierte beispielsweise aus Sport-Vereinen, Eltern-Initiativen und Selbsthilfegruppen dabei waren und einen Beitrag für mehr Gesundheit leisten können und wollen. Vernetzung und Koordination in der Stadt ist das A und O, wenn ein gesünderes Leben für alle das Ziel ist. Als Gründungs- und Sekretariatsstadt des Gesunde Städte-Netzwerks Deutschland verfolgt Frankfurt diese Idee bereits seit mehr als drei Jahrzehnten. Sie muss immer wieder neu mit Leben gefüllt werden und hat gestern durch die zweite Stadtgesundheitskonferenz einen starken Impuls bekommen.“
  
ZU GUT GEHT`S:
Beim Projekt GUT GEHT’S kooperieren das Gesundheitsdezernat und das Gesundheitsamt Frankfurt am Main mit dem Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt University of Applied Sciences, dem Verein Selbsthilfe und der Techniker Krankenkasse (TK).
 
GUT GEHT’S führt Akteurinnen und Akteure zusammen, die an dem Ziel arbeiten, Gesundheit und Lebensqualität der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger zu erhalten, zu verbessern und zu fördern, sowie Krankheit zu verhüten. Ausgehend von Frankfurter Stadtteilen, in denen ungleiche Gesundheitschancen vorhanden sind, werden gesundheitsförderliche Prozesse angestoßen und unterstützt. Die Techniker Krankenkasse (TK) begleitet und fördert das auf fünf Jahre angelegte Projekt seit Sommer 2017.
 
Weitere Impressionen gibt es auf der Website gut-gehts-in-frankfurt.de im Internet. (ffm)