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Letzte Aktualisierung: 08.02.2023

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„Gladiatoren und Sonntagsrömer“

Das Römerkastell Saalburg stellt sein neues Jahresprogramm für 2023 vor

von Ilse Romahn

(10.01.2023) 2023 wird ein internationales Jahr auf der Saalburg. Die Saison startet am Wochenende zum 1. Mai mit drei international besetzten Römergruppen. Im Juni werden Gladiatorinnen und Gladiatoren aus ganz Europa ihr Können im Kastell präsentieren.

Gladiatoren auf der Saalburg
Foto: Römerkastell Saalburg
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Im Jahresprogramm werden treue Saalburg-Fans beliebte Klassiker wiederentdecken, aber auch neue Veranstaltungsformate und Römergruppen kennenlernen.

Thementage
Zum Auftakt der Sommersaison können Besucher von Sonntag, 30. April, bis Montag, 1. Mai, in das Lagerleben eines römischen Grenzkastells eintauchen. Sie können die Ausstattungen von Legionären und Hilfstruppen direkt vor Ort im „Römischen Soldatenlager“ vergleichen und wer möchte, kann selbst ein Kettenhemd anprobieren. Wie hat sich die Ausrüstung im Laufe der Jahrhunderte verändert und wie sah zum Beispiel der Alltag eines gallischen Hilfstruppensoldaten aus? Finden Sie es heraus und kommen mit den Soldaten der Via Romana, der I. Roemercohorte Opladen oder der vierten Vindeliker-Kohorte ins Gespräch.Kurzführungen durch das Kastell, Mitmach- und Bastelprogramme mit verschiedenen Aktionen runden das Programm für die ganze Familie ab.

Mit den Kastellen am Limes entwickelten sich zivile Siedlungen, in denen Angehörige der Soldaten, Handwerker und Händler lebten und verschiedene Dienstleistungen anboten. Die Bewohner kamen aus vielen verschiedenen Gegenden des Reiches, so wie die Soldaten auch. Auch wenn die Nordgrenze des Römischen Reiches durch das dort stationierte Militär geprägt war, bestand doch ein Großteil der Bevölkerung aus Zivilisten, Frauen und Kindern. Wie leb-ten diese Menschen am Rande des Imperiums? Womit verdienten sie ihren Lebensunterhalt und wie abhängig waren sie vom Militär? Diesen Fragen geht der Vortrag anhand aktueller Forschungsergebnisse nach. Es ist in der Saalburg schon Tradition, dass sich am Pfingstwochenende alles um die antike Esskultur dreht. Wer mit der römischen Küche vertraut ist, kennt natürlich „Moretum“, einen Frischkäse mit vielen Kräutern oder „Puls“, den römischen Getreideeintopf.

 „Backen und Kochen durch die Epochen“
Woher stammen die frühesten Nachweise für das Bierbrauen, wie kocht man eigentlich ohne Kochgeschirr in einer Kochgrube und welche Rezepte für Krapfen und andere Leckereien gibt es aus dem Mittelalter? Die römische Küche ist natürlich auch vertreten – Brot aus dem Lehmkuppelofen, Tontöpfe über dem offenen Feuer und sogar das beeindruckende Modell einer römischen Weinkelter werden bei dieser Veranstaltung im Einsatz sein. Für alle, die mit allen Sinnen die historische Kochkunst erleben und sich davon inspirieren lassen wollen, ist dies eine einmalige Gelegenheit.

Passend dazu lädt Peter Walter in seinem Vortrag „Bier – Die ersten Jahrtausende“ am Sonntag, 28. Mai, 11 Uhr, zu einem Spaziergang ein durch die Jahrtausende alte Geschichte dieses neben Met und Wein ältesten alkoholischen Getränkes. Die Untersuchung prähistorischer Nahrungsmittel ist angewiesen auf sich ständig verbessernde naturwissenschaftliche Analysemethoden und Experimente. Wichtige Fragen der Menschheit könnten mit diesen Erkenntnissen vielleicht beantwortet werden, wie z. B.: War Bier ein Motor oder lediglich ein Nebenprodukt der „Neolithischen Revolution“?

Zum „Internationalen Gladiatorentreffen“ von Donnerstag, 22. bis Sonntag 25. Juni versammeln sich in diesem Jahr mehrere Gruppen in der Saalburg, um sich in einem gemeinsamen Trainingslager auszutauschen und der Öffentlichkeit die antike Kampfkunst zu präsentieren. Die ausgiebigen Trainingseinheiten sind öffentlich zugänglich und die Akteure können bei ihren Aktionen im Training sowie bei Schaukämpfen beobachtet werden.

Ein Schlaglicht auf die Saalburg um 1910 wirft die Veranstaltung am Sonntag, 17. September. Einmal im Jahr führt die Zeitreise nicht zu den Römern, sondern in die Epoche, in der die Saalburg wiederaufgebaut wurde. Zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts steckte die Archäologie als Fachwissenschaft noch in den Kinderschuhen und immer mehr Menschen interessierten sich für die römischen Gebäude auf dem Saalburgpass. Die Darstellerinnen und Darsteller vom Museumstheater Hessenpark und Facing the Past nehmen ihre Gäste mit in diese spannende Epoche und erklären ihre verschiedenen Ansichten zum Wiederaufbau live und vor Ort. Dabei verraten sie amüsante Anekdoten über die Besuche der High Society bei den Grabungen, welche Instrumente zur Vermessung des Geländes genutzt wurden oder welchen Einfluss die Großbaustelle auf das Leben der Menschen in der Umgebung hatte.

In der Zeit von März bis Oktober stehen wieder besondere Führungen auf dem Programm
Am UNESCO-Welterbetag, Sonntag, 4. Juni, erfahren die Besucher mehr über die früheren Grenzen des Römischen Reichs und welche Rolle dieses Grenzkastell im Taunus im großen Mosaik der römischen Politik spielte.
Die beliebte Reihe der Führungen „Für Antike nie zu alt“ wird in diesem Jahr wieder aufgenommen und richtet sich speziell an Seniorinnen und Senioren. Sie startet Freitag, 3. März, und findet dann bis zum 6. Oktober jeweils am ersten Freitag im Monat statt. Bei einer kurzen Führung durch die Saalburg, die sich ganz nach den Anforderungen der Gäste richtet, werden die wichtigsten Gebäude des Kastells vorgestellt. Im Anschluss bietet sich bei Kaffee und Ku-chen die Gelegenheit, Neues anhand von originalen Objekten zu erfahren.

Neu im Programm ist das Herbstferienspecial, die „Taschenlampenführung für Entde-cker ab 10 Jahren und ihre Familie“ am Donnerstag, 26. Oktober. Zum Einbruch der Dunkelheit startet die Entdeckungstour auf der Saalburg im Schein der Taschenlampen. Wie haben sich die Menschen vor fast 2000 Jahren im Dunkeln zurechtgefunden? Und wie gruselig ist es wirklich, nachts durchs Museum zu gehen? Die Führung erleuchtet Ausstellungsbereiche, die tagsüber geschlossen sind und taucht ein in den Familienalltag vor fast 2000 Jahren.

Bei „Brotbacken und römische Schule“ am 14. Mai werden die Kuppelöfen aus Lehm befeuert und Römerbrot nach originalem Rezept gebacken. Besucherinnen und Besucher sollten sich einen Laib für zuhause und auch einen Platz in einer römischen Schulstunde sichern. Eine römische Lehrerin erklärt wie und was Kinder vor 2000 Jahren in der Schule lernten.

Workshop
Der bei Eltern und Kindern gleichermaßen beliebte Workshop „Diana, Apollo und ihre Kinder – Bogenbauwochenende in der Saalburg“ findet am 16.–18. Juni und 14.–16. Juli statt. Der Termin am 25.–27. August ist speziell für Väter und Söhne vorgesehen. Apollo, Gott der Bogenschützen, und Diana, die Göttin der Jagd, sind die Schutzpatrone der abenteuerlichen Wochenenden für Eltern und Kinder mit Bogenbau, Spielen, Lagerfeuer und mehr. Der Kurs bietet eine besondere Gelegenheit, eine intensive Zeit miteinander zu verbringen, Wissenswertes über das Bogenschießen zu erfahren und natürlich selbst handwerk-lich aktiv zu werden. Jedes Team fertigt mit einfachen Mitteln einen guten, funktionsfähigenb Bogen aus Rattan, der auch ausprobiert wird. Die Übernachtungen in den historischen Gebäuden der Saalburg runden dieses besondere Erlebnis ab.

Kulinarisches
Die stimmungsvollen „Römischen Abende für Weinliebhaber, Feinschmecker und Wissensdurstige“ bieten an den Samstagabenden 25. März, 29. April, 20. Mai, 28. Oktober, 25. November und 16. Dezember unter anderem eine Führung, ein mehrgängiges Menü nach römischen Rezepten und Informationen zum Weinbau und Weinkonsum der Römer (Anmeldung über Museumsrestaurant Taberna, info@taberna-saalburg.de).

Anmeldungen für öffentliche Veranstaltungen und Veranstaltungen von Gruppen
Für eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen sind Anmeldungen erforderlich, per E-Mail unter info@saalburgmuseum.de.
Führungen und Veranstaltungen für Gruppen, Feiern für Privatpersonen und Firmen können individuell gebucht werden, per E-Mail unter cornelia.krieger@saalburgmuseum.de.

Das ausführliche Jahresprogramm kann angefordert werden unter Römerkastell Saalburg, Am Römerkastell 1, 61350 Bad Homburg,
info@saalburgmusem.de. Als Download steht es auf der Homepage www.saalburgmuseum.de zur Verfügung.