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Letzte Aktualisierung: 20.05.2022

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„Fraport-Beteiligung in Russland wird kritisch überprüft“

Aufsichtsrat und Unternehmen unterstützen Sanktionen

von Karl-Heinz Stier

(10.05.2022) FRA – Aufsichtsrat (AR) und Vorstand der Fraport AG haben sich in einer Sondersitzung intensiv mit der Minderheitsbeteiligung an der Betreibergesellschaft des Flughafens Pulkovo in St. Petersburg befasst.

Unternehmenszentrale der Fraport AG
Foto: Fraport AG
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"Wir sind uns einig: Die Aggression Russlands ist durch nichts zu rechtfertigen. Russland muss diesen Krieg sofort beenden. Die gegen Russland verhängten Sanktionen unterstützen wir uneingeschränkt. Das Russland-Geschäft der Fraport ruht daher seit Kriegsbeginn. Das Unternehmen zieht daraus keinerlei Nutzen oder Gewinn. Fraport hat unverzüglich und konsequent gehandelt“, erklärten der Hessische Finanzminister und AR-Vorsitzende Michael Boddenberg und Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte.

"Das Letzte, was wir wollen, ist daher, dem Aggressor einen dreistelligen Millionenbetrag zu überlassen. Wir sind zudem in der Pflicht, Vermögenswerte für die steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger und die anderen Fraport-Miteigentümer zu erhalten. Es gibt die Vermögensbetreuungspflicht der Landesregierung, aktienrechtliche Verpflichtungen von Vorstand und Aufsichtsrat und die Gefahr möglicher Schadenersatzansprüche. All das haben alle Beteiligten im Blick. Deshalb liegt das Russlandgeschäft auf Eis. Die Fraport-Beteiligung in Russland wird Tag für Tag kritisch Tag für Tag überprüft “, sagte Boddenberg. 

„Fakt ist, dass wir mit Beginn des russischen Angriffskrieges sofort alle Leistungen, die wir im Rahmen unseres Engagements erbrachten, ruhend gestellt haben. Hieran werden wir festhalten“, erklärte Schulte.

Der Aufsichtsratsvorsitzende hatte die Sitzung einberufen, um die vorliegenden Erkenntnisse gemeinsam bewerten zu können. Seit Kriegsbeginn gibt es einen engen Austausch zur Beteiligung in St. Petersburg mit der Unternehmensleitung. Fraport und die Beteiligungsverwaltung des Landes haben von Beginn auch externe Rechtsgutachter beauftragt.

„Die Lage ist klar, wenn auch nicht befriedigend: Aktuell kann Fraport nicht mehr tun, als die Beteiligung ruhen zu lassen. Sollte es belastbare Belege geben, dass der Flughafen Pulkovo auch genutzt wird, um den Krieg gegen die Ukraine zu führen, haben wir eine neue Situation. Das kann auch bei neuen Sanktionen gelten: Ohne rechtliche Handhabe nach reinem Wunschdenken handeln oder gar dem Aggressor Vermögenswerte überlassen“, sagte Boddenberg.

Der Aufsichtsrat hat beschlossen, dass der für die Beteiligungen des Unternehmens zuständige Beteiligungs- und Investitionsausschuss unter Leitung des ehemaligen hessischen Wirtschaftsministers Lothar Klemm sich intensiv mit Pulkovo befasst, um alle Erkenntnisse zu bündeln und auf aktuelle Entwicklungen kurzfristig reagieren zu können.