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Letzte Aktualisierung: 13.04.2021

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„Frankfurter Gartenlust“

Ein Lesebuch zur Kulturausstellung

von Karl-Heinz Stier

(06.04.2021) Parks und Gärten gehören zu Frankfurt – sie werden zum Spaziergehen, Feiern und Sporttreiben genutzt, sie sorgen für ein gutes Stadtklima - doch wann und wie kamen sie eigentlich in die Stadt?

Cover Frankfurter Gartenlust
Foto: Societätsverlag
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2021 feiert Frankfurt zwei Jubiläen: der Palmengarten wurde 1971 eröffnet, also vor 150 Jahren. Und vor 30 Jahren, 1991 gründete die Stadt den Grüngürtel, der mit seinen 8 000 Hektar ein Drittel des Stadtgebietes ausmacht und als Landschafts- und Naturschutzgebiet mit einer eigenen Verfassung vor Überbauung geschützt ist. Im nächsten Jahr steht ein weiteres Jubiläum an: 650 Jahre (seit 1372) hat dann die Stadt das Eigentum am Stadtwald, der ersten großen Lunge im Süden, erworben. Und mit Erwerb dieser 3.8oo Hektar Wald hing sogar die rechtliche Selbständigkeit Frankfurts als Reichsstadt zusammen.

40 Prozent sind Vegetationsflächen wie Parks, Wald oder Landwirtschaft. Ergänzt man die sogenannten Siedlungsfreiflächen – gemeint sind damit etwa Sportplätze und Friedhöfe – dann kommen nochmals rund 2 132 Hektar hinzu – zusammen sind das 14 040 Hektar oder 48 Prozent der Stadtfläche. Aber macht das alles Frankfurt auch zu einer grünen Stadt? Was bedeuten diese Flächen für die Frankfurter?

Das Lesebuch „Frankfurter Gartenlust“ zur gleichnamigen Ausstellung im Historischen Museum verfolgt die Entwicklung der Parks, öffentlichen Gärten und Grünflächenplanung in Frankfurt vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Autorinnen vom 384 Seiten reich bebilderten Hardcover sind die Kulturwissenschaftlerinnen Nina Gorgus und Lisa Voigt. Sie versammelten 38 Autoren aus Kultur– und Naturwissenschaft, Soziologie, Kunstgeschichte, Ökologie und Denkmalpflege, die in ihren Schriften zur grünen Stadtgeschichte Frankfurts beitragen und überregionale Bezüge herstellen. Der Bogen spannt sich in einer chronologischen Abfolge von den bürgerlichen Gärten vor der Stadt über die Wallanlagen und den Palmengarten bis hin zum kürzlich angelegten Hafenpark am Main.

Wie die Ausstellung, die bis zum 29. August dauert, gliedert sich das Lesebuch in sieben Abschnitten, deren Beiträge die früheren Parkflächen erkunden und die Rolle von Grünflächen in Zeiten von starkem Bevölkerungszuwachs, vielgestaltigen Freizeitbedürfnissen und des Klimawandels diskutieren. Sie nehmen verschiedene Perspektiven ein und fragen, wie Frankfurter, Künstler oder die Stadtplanung die Grünflächen und die Flora nutzen, wahrnehmen, interpretieren und verwandeln: zum Beispiel, wie verteilt sich das Grün in Frankfurt? Wo entstand botanisches Wissen und wie verbreitete es sich?. Und was muss ein Park eigentlich alles aushalten? Ergänzt wird jedes Kapitel durch Parkgeschichten-Interviews mit Protagonisten aus dem grünen Stadtraum.

Mit der Stadt wuchsen stets auch die Bedürfnisse der Bevölkerung nach öffentlichem Grün als Ausgleichsfläche. „Gerade in Zeiten von großem Bevölkerungszuwachs und Verdichtung, vielfältigen Freizeitbedürfnissen und Klimawandel sind Grünflächen wichtig für ein gutes Stadtklima“, so die Herausgeber. Das Buch „Frankfurter Gartenlust lädt dazu ein, sich in Vergangenheit und Gegenwart mit den vielen Facetten der Parks und Gärten in Frankfurt auseinanderzusetzen.

Das Lesebuch zur Ausstellung ist im Societäts-Verlag im März 2021 erschienen und kostet 25 Euro. ISBN 978-3955424008

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