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Letzte Aktualisierung: 08.03.2021

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„Für ein schöneres Gallus“

Fastenaktion dient Sauberkeit im Stadtteil

von Ilse Romahn

(19.02.2021) Mit einer besonderen Fastenaktion freitags an wechselnden Orten im Gallus wollen die evangelischen und katholischen Christen des Stadtteils in diesem Jahr die Menschen für einen besseren Umgang mit ihrer Umwelt sensibilisieren und für einen sauberes und schöneres Viertel sorgen.

"Eigentlich ist unser Stadtteil Gallus ja ein schöner und vor allem auch grüner Stadtteil“, konstatiert Pfarrer Nulf Schade-James von der Evangelischen Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung. Doch so groß die Freude über das viele öffentliche Grün im Gallus auch ist, so groß ist auch die Sorge bei ihm, wie mit diesen Flächen umgegangen wird. „Immer wieder ist zu beobachten, wie achtlos ­–  ja und leider auch immer öfter mutwillig –  unsere gemeinsamen Flächen verschmutzt werden“, sagt er.

 Kaum sind die Flächen mal durch die fleißigen Mitarbeiter der FES gereinigt worden, verunstaltet wieder gedankenlos auf Straßen und Plätzen verteilter Unrat den Stadtteil. Ob benutzte Pappbecher, Verpackungsmüll oder auch nur die zahllosen, achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen, viele lassen offensichtlich ihren Müll einfach unter sich fallen.

Es mögen noch so zahlreiche Papierkörbe aufgestellt werden, selbst der kleinste extra Schritt dorthin scheint für manche schon zu weit zu sein. „Von den illegalen Sperrmüllablagerungen an vielen Ecken will man gar nicht erst sprechen. Auf eine so hohe Zahl kann man die Sperrmüll- und Reinigungsintervalle gar nicht erhöhen, um diesem Dreck nachzukommen“, stellt der Kirchenvorstand fest.

„Es ist unendlich traurig, dass wir unsere direkte Umwelt so verschmutzen“ pflichtet die katholische Pastoralreferentin Monika Stanossek ihrem evangelischen Kollegen bei. Im vergangenen Jahr war diese Aktion evangelischerseits gestartet worden. Jetzt freut Stanossek sich, diese Aktivität in diesem Jahr auf ökumenische Füße stellen zu können.

Die katholischen und evangelischen Christen werden sich darum an den Freitagen in der Passionszeit jeweils um 17 Uhr zu einer kleinen Passionsandacht an unterschiedlichen Orten im Gallus treffen und danach aufmachen, um mit Müllsack und Zange bewaffnet, die Straßen und Plätze aufzuräumen. Die Teilnehmer wollen dabei – mittels Schutzwesten gut erkennbar – den Müll wegräumen und damit auch ein Beispiel geben, dass die Gemeinschaft im Stadtteil nur funktionieren kann, wenn jeder auch ein Stück Verantwortung übernimmt. 

Kirchenvorsteher der Evangelischen Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung Arne Knudt begründet die gemeinsame Aktion der Gemeinden: „Wir sind überzeugt, dass wir den Umgang mit unserer direkten Umwelt wieder deutlicher ins Bewusstsein holen müssen. Es ist doch eher ein neues Phänomen, dass man seinen Abfall einfach so in den Grünanlagen liegen lässt und rücksichtslos seinen Müll verteilt. Wir wollen hier ein Stück weit Vorbild sein.“

Die Termine für die Fastenaktion sind
Freitag, 19. Februar 2021 17 Uhr vor der Friedenskirche, Frankenallee 150
Freitag, 26. Februar, 17 Uhr am Bücherschrank Ackermannstraße/Ecke Tevesstraße
Freitag, 12. März, 17 Uhr Frankenallee/Ecke Hufnagelstraße
Freitag, 19. März, 17 Uhr Lotte-Specht-Park/Ecke Idsteiner Straße
Freitag, 27. März, 17 Uhr Vor der katholischen Maria-Hilf-Kirche, Rebstöcker Straße 70.

Die Gemeinden laden herzlich dazu ein, diese Art Passionsandacht zu begleiten. „Umso mehr wir an den jeweiligen Freitagen sind, desto sichtbarer wird unsere Aktion“, meint Arne Knudt. Und vielleicht regt sie ja dann „doch den einen oder anderen Umweltsünder“ zum Nachdenken an, hofft die Gemeinde. Dazu dient die Passions- und Fastenzeit ja eigentlich.