Archiv-Kultur

„Es will mer net in der Kopp enei……“

Stoltze-Museum in der neuen Altstadt eröffnet

1816 wurde Stoltze in dem Quartier geboren, das jetzt die neue Altstadt heißt, nach der Sprache des Volksmundes “Gut Ding will Weile haben“ fand es nunmehr nach längerer Bauphase im Herz der Altstadt als museale Erinnerung einen Platz: gemeint ist das Stoltze-Museum, mit dem die Frankfurter Sparkasse und die Stiftung dieser Sparkasse dem Literaten und Satiriker schon über 40 Jahre Lob und Anerkennung zollt.
2018-10-24_Es_will_mer_net_1_(c)Karl-Heinz_Stier.jpg
Symbolischer Bandendurchschnitt mit Petra Breitkreuz, OB Feldmann, Minister Rhein, Sparkassendirektor Restani und Stadtverordnetenvorsteher Siegler
Foto: Karl-Heinz Stier

Das Museum liegt am belebten Krönungsweg zwischen Dom und Römer im Neubau des „Weißen Bocks“ und in der benachbarten, nach historischem Vorbild nachgebauten „Goldenen Waage“.

Die neuen Räumlichkeiten erstrecken sich über drei Ebenen (das 2. Geschoss ist noch im Bau) und werden nach Cluster geordnet. So wird in fünf Kapiteln  das Leben von Friedrich Stoltze (1816 – 1891) beleuchtet - von seiner Jugend bis über sein Wirken als Journalist, Schriftsteller und Satiriker. Die Dauerausstellung wurde mit modernster  Medientechnik ausgestattet.

Optisch orientiert die Präsentation im Zeitungslayout besonders an Stoltzes satirisches Hauptwerk „Frankfurt Latern“. Über 30 Jahre lang war er deren Hausgeber und Autor. Er setzte sich sowohl mit seiner Heimatstadt als auch mit Vorliebe kritisch mit dem damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck auseinander. Herzstück der Ausstellung ist der multifunktionale Medientisch, der in Bild, Ton und Stoltzes Worten über die historisch bedeutsamen Örtlichkeiten in Frankfurt wie die Paulskirche oder den Römer informiert. Ergänzt werden die Räume durch ein 50 Quadratmeter großes Kaminzimmer, das zum Teil mit damals  zeitgemäßen Möbeln eingerichtet wurde.

In seiner Eröffnungsrede würdigte Oberbürgermeister Peter Feldmann Stoltze für seine demokratische Tradition, in der er damals als Bürger gestanden hat. „Er war ein Experte des Denkens und geißelte stets die Zensur“. Wissenschaftsminister Boris  Rhein bezeichnete den Literaten als „ ein echtes Stück Frankfurt. Die neue Altstadt bekommt mit ihm eine Seele“. Sparkassenvorstandsvorsitzender Robert Restani betonte, dass das Museum nun eine richtige Heimstatt gefunden habe. Er wies zugleich darauf hin, dass der Besuch des Museums kostenfrei bleiben werde. Zugleich würdigte er die Arbeit von Museumsleiterin Petra Breitkreuz, die für die Neukonzeption, den Umzug und die neue Einrichtung verantwortlich gewesen sei.

Wie bei den meisten Einweihungen durfte dann auch  ein Bandendurchschnitt außen vor dem Gebäude mit dem OB, dem Minister, dem Sparkassenvorstandsvorsitzenden und dem Stadtverordnetenvorsteher nicht fehlen.  

Das Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse am Markt 7 ist künftig täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Nach bauaufsichtlicher Genehmigung dürfen aber jeweils nur zehn Personen durch die Räume spazieren.