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Letzte Aktualisierung: 09.04.2021

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„Ein Ostergeschenk für die Fans“

Skyliners ringen Crailsheim mit Herz und Willen nieder

von Norbert Dörholt

(06.04.2021) Es sind die geschlossene Teamleistung und die mentale Stärke, welche den Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners am Sonntag nicht nur den 92:84-Heimsieg, sondern auch den ersten Saisonsieg gegen ein Top8-Team der Liga beschert. Dabei fing es gar nicht gut an. Immer wieder kann Crailsheim davonziehen. Aber immer wieder zeigen sich die Frankfurter hartnäckig und kämpfen sich zurück.

Foto: Fraport Skyliners
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Insgesamt ist die Partie spannend und intensiv (21:22 – 21:22 – 21:15 – 29:25). Im vierten Viertel gehen die Big Shots aber an die Topscorer Matt Mobley (26 Pkt, 5 Reb, 5 Ass) und Jon Gudmundsson (22 Pkt, 5 Ass). Auch Youngster Bruno Vrcic überzeugt zudem mit Karrierebestwert von 16 Punkten. Weiter geht es für die Fraport Skyliners am Sonntag, den 11.April, mit dem Auswärtsspiel in Ludwigsburg. Sprungball ist um 15:00 Uhr; live bei MagentaSport.  

Sebastian Gleim, der Cheftrainer der Frankfurter, resümierte nach dem Spiel: „Ich denke, wir haben heute verdient gewonnen, da wir es stets geschafft haben, uns durch Widerstände durchzukämpfen. Mental war es ein sehr gutes, vielleicht sogar das beste Spiel der Saison von uns. Wir sind mit geschlossener Teamleistung aufgetreten, bei der alle ihren Beitrag geleistet haben. Wir widmen diesen Sieg unseren Fans als Ostergeschenk und ganz besonders unserem Teambetreuer Sid, der momentan angeschlagen zu Hause sein muss.“

Tuomas Ilsalo (Headcoach, HAKRO Merlins Crailsheim) sagte: „Gratulation an Frankfurt und Coach Gleim, die haben heute sehr gut gespielt und hatten viel mehr Energie als zuletzt gegen Chemnitz. Dazu haben sie ihre Dreier getroffen, was natürlich auch hilft. Wir haben es nicht geschafft, die Fifty-Fifty-Bälle für uns zu entscheiden. Gerade bei den Rebounds waren wir nicht physisch genug. Das ist enttäuschend. Im zweiten Viertel haben wir es nicht geschafft uns weiter abzusetzen und sind dann nur mit zwei Punkten Vorsprung in die Halbzeit gegangen. Da haben wir das Spiel nicht nach Hause gebracht.“

Spielverlauf

Q1 – Erst Rasheed, dann das Team, dann Bruno – 21:22

Ist auf Crailsheimer Seite Bogdan Radosavljevic, der die offensiven Akzente setzt, ist es auf Seiten der Fraport Skyliners vor allem Rasheed Moore, der immer wieder gut von seinen Mitspielern bedient wird – 10:9 (4. Minute). Leichte Nachlässigkeiten in der Defensive erlauben es den Gästen dann Pünktchen um Pünktchen ein wenig davonzuziehen – 10:18 (8.). Eine Frankfurter Auszeit bringt ordentlich Schwung in das eigene Spiel, der dafür sorgt, dass man dank sechs Bruno Vrcic-Punkten in Serie beim Stand von 21:22 aus dem Viertel geht.  

Q2 – Mit Einsatz und Intensität dran bleiben – 21:22

Sebastian Gleim entscheidet sich für eine extrem kleine Aufstellung, um zu Beginn des zweiten Viertels den Druck zu erhöhen. Dank Bruno Vrcics zweitem Dreier geht das Rezept beim Führungswechsel zum 24:23 (12.) auch auf. Beide Teams erhöhen in der Folge die Intensität, zeigen schöne Pässe, viel Energie beim Zug zum Korb und reichlich Engagement in der Verteidigung. Lediglich das Wurfglück lässt auf Frankfurter Seite noch ein klein wenig zu wünschen übrig, so dass Crailsheim auf 28:36 (16.) wegziehen kann. Die Fraport Skyliners wehren sich mit allen Kräften, haben ein-, zweimal das Glück der Tüchtigen auf ihrer Seite und verkürzen bis zur Halbzeit bis auf 42:44.  

Q3 – Kein Hauen und Stechen, dafür Blocken und Treffen – 21:15

Die Frankfurter haben in der Kabine wohl den richtigen Plan ausgeheckt. Die Worte „Verteidigung“ und „Intensität“ sind dabei anscheinend häufiger gefallen. So gelingt in der 23. Minute der Führungswechsel – 46:44. Gäbe es im Basketball Hauen und Stechen, dann wäre das Spiel in dieser Phase ein Hauen und Stechen. Gibt es aber nicht. Und so ist es eher ein Blocken und Treffen, dass die Bembeltown-Riesen zum 51:46 (25.) führt. Aber die Gäste beherrschen dieses Spiel ebenfalls und kommen mit Wucht zurück. Die Schlussphase des Viertels entwickelt sich entsprechend zum umkämpften Duell, aus dem die Gleim-Jungs mit einer knappen 63:59 Führung gehen.  

Q4 – Per Vorwarnung zum Heimsieg – 29:25

Mit viel Druck im Kessel geht es zu Beginn des vierten Viertels weiter. Jon Gudmundsson mit dem Dreier zum 71:62 (33.). Crailsheim steckt nicht auf und ist bekannt dafür, binnen weniger Angriffe Dreier am Fließband zu produzieren. Nachlassen ist also nicht drin für die Fraport Skyliners. Und selbst nach erneutem Dreier von Jon Gudmundsson, dieses Mal vom Parkplatz Reihe C, Platz 14, und einem Zwischenstand von 79:67 (36.) will keine Entspannung bei den Frankfurter Fans vor den TV-Geräten einkehren. Und tatsächlich: Die Gäste treffen auf einmal, auch zweimal und sogar dreimal. 79:77 steht es mit noch drei Minuten auf der Uhr. Matt Mobley und Jon Gudmundsson sorgen mit zwei schnellen Dreiern für einen wahnsinnigen Zwischenspurt zum 87:77 (39.). Schwitzefinger sind trotzdem noch da. Erst als die Sirene das Spiel beendet, lösen sich Verkrampfungen in der Frankfurter Fan-Magengegend. Denn am Ende gewinnen die Fraüprt Skyliners mit 92:84.  

Sonstiges zum Spiel

Held aus der zweiten Reihe Den ersten Dreier des Spiels netzt Bruno Vrcic direkt gegen den Mann ein. Der Wurf gibt ihm wohl Selbstvertrauen. Immer wieder löst der 20-jährige Shooting Guard schwierige Situationen mit Bravour, trifft seine Würfe (3/5 Dreier, 2/2 Zweier, 3/3 Freiwürfe) und bietet sich als gute Anspielstation an. Mit am Ende 16 Punkten überbietet er seine bisherige Karrierebestleistung von 13 Punkten vom Heimspiel gegen Vechta am 4. März. 

Schlüssel-Statistiken

Die Fraport Skyliners entscheiden das Reboundduell für sich. Das hat sogar Crailsheims Trainer als Schlüssel moniert. Dazu spielen die Frankfurter Jungs aber auch mehr Assists als die sonst so offensivgewaltigen Gäste. 19 Passvorlagen stehen da 13 gegenüber.  

Ein besonderes Kunststück gelingt zudem über die gesteigerte Aggressivität und daraus resultierenden Freiwürfen. Denn sind sonst die Badem-Württemberger meist das Team, welches häufiger an der Linie steht, schaffen es heute die Frankfurter immer wieder erfolgreich Fouls zu ziehen (Frankfurt - 29 Versuche, Crailsheim – 27) und dabei auch die bessere Quote an den Tag zu legen (82.8% zu 81.5%)

Die nächsten Spieltermine der Fraport Skyliners

Sonntag, 11.04.2021, um 15 Uhr in Ludwigsburg    
Mittwoch, 14.04.2021, um 20:30 Uhr in Würzburg    
Sonntag, 25.04.2021, um 15 Uhr zu Hause gegen Weißenfels    
Freitag, 30.04.2021, um 19 Uhr in Bonn
Alle Termine gibt es in der kostenlosen App der Fraport Skyliners. Zu sehen sind alle Spiele live bei MagentaSport