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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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„Die unsichtbare Ausstellung“

Ein Corona-Projekt im Schloss Bad Homburg

von Ilse Romahn

(20.07.2020) Erstmals wurden historische Räume des Schlosses Bad Homburg als Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunstwerke genutzt. An zwei Tagen Anfang Juni traten bildhauerische Werke in einen besonderen Dialog mit Raumensembles und Ausstattungsdetails ein, ohne dass Besucher*innen sie betrachtet hätten.

„Die unsichtbare Ausstellung“ erreicht auf virtuelle Weise das Publikum: Die Ausstellung ist nun als YouTube-Film(schloesserundgaerten hessen) zu sehen. Auf der Schlösser-Homepage werden alle Beteiligten mit ihren „unsichtbaren“ Objekten vorgestellt. 

Nach den Worten der VSG-Direktorin, Kirsten Worms, „ist die Schließung unserer Schauräume während der ersten Welle der Corona-Pandemie kein Grund gewesen, nicht über Alternativen nachzudenken“. Man habe versucht, die Gäste mit neuen kreativen Ideen und digitalen Formaten auf das kulturelle Erbe Hessens aufmerksam zu machen. Zudem werde Künstlern, die in der ersten Corona-Welle besonders schwer vom Herunterfahren des Kulturbetriebs betroffen waren, eine neue Plattform der Präsentation geboten. 

Wie die Museumspädagogin der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten (VSG), Dr. Britta Reimann mitteilte, waren die Holz- und Steinskulpturen, Bronze- und Eisenplastiken, Objekte aus Keramik und Fundstücke von insgesamt elf Künstlern aus dem Rhein-Main-Gebiet im Englischen Flügel und in der alten Bibliothek positioniert. „Sie waren Fremdkörper in dem Umfeld, doch gleichzeitig entstanden neue inhaltliche Aneignungen.“ Der Film inszeniere diese Bezüge und schärfe den Blick der Betrachter*innen für die verblüffenden Effekte und harmonischen Beziehungen, so Reimann. 

Den medialen Ausstellungsrundgang hatte Frau Reimann bei dem Filmemacher und Bildhauer Andreas Hett sowie der Künstlerin Regina Planz vor einer Weile ins Gespräch gebracht. Hett und Frau Planz leiten die Werkstatt „Kunsttäter e.V.“ in Oberursel, die sich um straffällig gewordene Jugendliche als Resozialisierungsmaßnahme kümmert.

Zusammen mit seiner Tochter Annabel nahm Hett sein und Planz‘ eigenes Stück sowie die Arbeiten von Stephan Guber, Uwe Jochim, Chris Kircher, Hanna Rut Neidhardt, Christa Steinmetz, Peter Vaughan, Simon Vogt, Kai Wolf und Katarzyna Zommer auf. Darunter befanden sich eine am Fenster sitzende lebensgroße Frau aus Pappelholz, eine Stahlschrottbüste auf einer Biedermeierkommode und ein sich bewegendes, Geräusche verursachendes Objekt auf einem Tisch mit Marmorplatte und Bronzeapplikationen.dElisabeth Weymann, Pressesprecherin

elisabeth.weymann@schloesser.hessen.de