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Letzte Aktualisierung: 24.05.2024

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„Demokratie - vom Versprechen der Gleichheit“ und Thementour „Frankfurter Demokratiegeschichte(n).1948 bis heute“

von Karl-Heinz Stier

(12.05.2023) Mit diesen beiden Aktionen beteiligt sich das Historische Museum in Frankfurt an dem Wert der Demokratie und der aktiven Beteiligung am demokratischen Prozess, mit der 1848 die erste deutsche Nationalversammlung in Frankfurt den Grundstein auch für die heutige Demokratie legte. Deshalb ist noch heute die Paulskirche ein zentrales Symbol für die deutsche Demokratie.

Bildergalerie
Museumsdirektor Dr. Jan Gerschow und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig eröffneten die Ausstellungen.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Susanne Gesser und ihr Museumsteam führten durch die Stadtlabor-Ausstellung im 3. Geschoss des Historischen Museums.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zum ersten Mal wurden Menschen- und Bürgerrechte gesetzlich verankert. Diese galten jedoch nicht für alle. Zum Beispiel nicht für Frauen, jüdische  oder ausländische Mitbürger.

Auch wenn die Demokratiebewegungen im 19. Jahrhundert scheiterten, gaben sie weitreichende Impulse für die deutsche Demokratie, Grundrechte und Freiheit. Anlässlich der ersten Nationalversammlung reflektiert die aktuelle Stadtlabor-Ausstellung im Historischen Museum – das Stadtlabor gibt es schon über 30 Jahre -  die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Demokratie. In vier Ausstellungsbereichen wurden Fundamente der Demokratie, Grenzen der Demokratie, Kämpfe der Demokratie und Visionen der Demokratie präsentiert. Die so entstandene Ausstellung eröffnet Raum für das gemeinsame Nachdenken über Demokratie, ihren Wert, ihre Grenzen – und warum es sich lohnt, sie zu verteidigen.

Sechs Hands-On-Stationen in der Stadtlabor-Ausstellung vermitteln nicht nur Kinderrechte, sondern laden alle Besucher ab sieben Jahren zur Interaktion ein. Sie sind so konzipiert, dass kontinuierlich Positionen und Themen der Stadtgesellschaft in Austausch miteinander treten können.

Der zweite Schwerpunkt im Historischen Museum ist eine Thementour „Frankfurter Demokratiegeschichte(n) – 1848 bis heute“,  vorgestellt von Dorothee Linnemann. Für jede Tour gibt es ein Heft im Pocketformat, das die Rundgänge leitet und über ausgewählte  30 Exponate informiert. Neben der 1848er Revolution und das politische Ringen der Nationalversammlung wird von den Kämpfen um Demokratie berichtet und auch Einblicke in die weiteren Freiheitsbestrebungen im 19. Jahrhundert vermittelt. Außerdem gibt es Abhandlungen von Kämpfen um Demokratie bis in unsere Zeit. Kontinuität und Errungenschaften in der Demokratie-Geschichte werden ebenso sichtbar wie Brüche und Rückschläge. Deutlich wird dabei auch: Abgeschlossen ist das demokratische Projekt bis heute nicht.

Zu Beginn der Pressekonferenz wies Museumsdirektor Dr. Jan Gerchow auf die Bedeutung von Frankfurt hin. Die Stadt war 1848 Hauptstadt des Deutschen Bundes. Sie gehörte zu keinem Fürstentum, war freien Reichsstadt und immer von einer Gruppe von Bürgern regiert. Außerdem war sie Wahl- und Krönungstadt deutscher Monarchen – hatte also dennoch eine monarchische Tradition. Sie war auch keine Residenzstadt. Und man musste als Bewohner nicht unbedingt einen Pass haben.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass Frankfurt Ursprungsort vieler politischer Bewegungen war und ist und noch heute auch im Kulturleben eine prägende Rolle spielt. Sie lobte die Einrichtung eines Stadtlabors, in dem sich viele Experten  in und über die Stadt herauskristallisiert hätten.

Und noch ein Hinweis: die Stadtlabor-Ausstellung dauert bis 14. Juli. Die Ausstellung wird heute eröffnet.