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Letzte Aktualisierung: 18.05.2022

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„Das Konzept GIMA Frankfurt funktioniert“

Genossenschaftliche Immobilienagentur rettet erstes Mehrfamilienhaus

von Ilse Romahn

(02.05.2022) Nachdem im November die Genossenschaftliche Immobilienagentur Frankfurt am Main (GIMA Frankfurt) gegründet wurde, kann sie bereits einen ersten Erfolg verzeichnen. Im Osten der Stadt wurde unlängst ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten in die Hände der Wohnungsgenossenschaft Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) gegeben.

Baudezernentin Sylvia Weber, eine der beiden Hausverkäuferinnen, der geschäftsführende GIMA-Vorstand Robin Mohr und Planungsdezernent Mike Josef in der Umgebung des verkauften Hauses
Foto: Stadt Frankfurt
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Planungsdezernent Mike Josef, der die Stadt im Aufsichtsrat der GIMA vertritt, bedankt sich ausdrücklich bei allen Beteiligten: „Die GIMA ist ein weiterer innovativer Ansatz, um die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt anzugehen. Was wir hier machen, gibt es in dieser Form nur in Frankfurt und es zeigt sich, dass das Konzept GIMA Frankfurt funktioniert! Hier haben Privatpersonen, die Genossenschaft und mehrere Ämter eine gemeinsame Lösung im Sinne des Mieterschutzes gefunden. Das ist vorbildlich.“ Liegenschaftsdezernentin Sylvia Weber ergänzt: „Ich freue mich sehr, dass wir dazu beitragen konnten, dass hier günstige Mieten im Sinne der Bewohnerschaft dauerhaft erhalten bleiben.“
 
Die GIMA ist ein Zusammenschluss aus Stadt Frankfurt, gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. An die GIMA können sich Eigentümerinnen und Eigentümer wenden, wenn sie eine Immobilie sozialverträglich verkaufen wollen. Kommt es zu einer Einigung, verpflichten sich die Wohnungsunternehmen dauerhaft auf geringe Mieten und den Erhalt der Bewohnerschaft. Die Verkäufer und Verkäuferinnen bekommen einen fairen Preis für ihre Immobilie, der sich am aktuellen Ertrag orientiert und nicht an spekulativen Gewinnen.

Beim nun ersten geglückten Verkauf im Frankfurter Osten handelt es sich um ein Gebäude, das 1951 vom Vater der beiden ehemaligen Eigentümerinnen auf einem städtischen Grundstück gebaut wurde. Da die Schwestern selbst den Großteil ihrer Jugend im Haus gelebt haben, können sie etliche Geschichten und Anekdoten aus dem Viertel und vom Haus erzählen. „Unser Vater hat immer darauf geachtet, dass die Mieten fair bleiben und sie nur selten angehoben, wir haben es genauso gemacht und freuen uns, dass das auch so bleiben wird, nachdem wir das Haus nun abgeben.“ Auch Matthias Henties vom BWV ist zufrieden: „Wir freuen uns, eine neue Immobilie in unserem Bestand willkommen zu heißen. Wir werden zwar etwas modernisieren, werden die Kosten aber nicht auf die Mieter umlegen. Alle, die hier wohnen, können das auch weiterhin tun.“
 
„Insbesondere das Amt für Bau und Immobilien in Zusammenarbeit mit der Liegenschaftsdezernentin Sylvia Weber haben durch eine konstruktive Herangehensweise bei der Vertragsgestaltung erheblich zu einer nachhaltigen Lösung beigetragen“, sagt Robin Mohr, geschäftsführender Vorstand der GIMA. „Ohne die GIMA hätte es diesen Hausverkauf sicher nicht gegeben, denn der Prozess war zwar hin und wieder auch mal holprig. Aber die GIMA hat die Beteiligten immer wieder an einen Tisch gebracht und den Prozess moderiert.“
 
Zuletzt richtet sich Stadtrat Josef mit einem Appell an die Frankfurterinnen und Frankfurter: „Wir hoffen mit der GIMA in Zukunft noch viele weitere Mehrfamilienhäuser von verantwortungsvollen Eigentümern in gemeinwohlorientierte Hände zu bringen. Daher bitte ich die Frankfurter Eigentümer sich bei der GIMA Frankfurt zu melden.“ (ffm)