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Letzte Aktualisierung: 09.04.2021

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„Coole Branche“: Drei junge Frauen überzeugen mit Zukunftskonzept die Fachjury

von Ilse Romahn

(06.04.2021) Besondere Ausbildung, besondere Prüfung: Vor zwei Jahren haben sich 25 junge Menschen dazu entschlossen, ihre klassische Ausbildung in der Hotellerie und Gastronomie um trendweisende Zusatzqualifikationen zu ergänzen. Sie sind der erste Jahrgang eines hessenweiten Pilotprojekts.

Lieferten im Rahmen ihrer Zusatzqualifikation das beste Betriebskonzept (v.l.n.r.): Alexandra Remmel-Cutanda aus dem Intercontinental Hotel Frankfurt, Eda Kenan aus dem Crowne Plaza Frankfurt Congress Hotel und Stella Sotnikow aus dem Hilton Frankfurt Airport.
Foto: Denise Laßmann, DEHOGA Hessen
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Innerhalb ihrer Ausbildungszeit erstellten sie für ein realistisches Objekt ein Zukunftskonzept, das sie nun vor einer Fachjury präsentierten. Den ersten Platz belegten drei junge Frauen aus der Hotellerie. „Dieses Team hat dadurch überzeugt, dass es ein im Detail sehr gut begründetes und umfassend beleuchtetes, zukunftweisendes Hotelkonzept vorgelegt hat“, erklärt Kerstin Junghans, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Hessen.

In die Betriebskonzepte der Prüflinge flossen aktuelle Trends bei den Themen Speisen, nachhaltiges Wirtschaften und Innenarchitektur ebenso ein wie Aspekte zu Standortbedingungen, Baumaterialien und Brandschutz. Das beste Konzept lieferten Alexandra Remmel-Cutanda aus dem Intercontinental Hotel Frankfurt, Eda Kenan aus dem Crowne Plaza Frankfurt Congress Hotel und Stella Sotnikow aus dem Hilton Frankfurt Airport. Die Gruppe hatte sich für ein veganes und nachhaltig arbeitendes Hotelkonzept entschieden. „Mit viel Liebe zum Detail haben die Gruppenmitglieder recherchiert und begründet, warum es notwendig und machbar ist, die Hotellerie umzustellen. Der Gast von morgen sucht aus Sicht der Auszubildenden nicht nur Erholung und eine schöne Unterkunft für einen beruflichen oder privaten Aufenthalt, sondern nimmt auch sein ‚soziales Gewissen‘ mit auf Reisen und möchte dieses befriedigt finden“, erläutert Junghans. Für die Auszubildenden folgt im Sommer die IHK-Abschlussprüfung für ihre Ausbildung mit Zusatzqualifikation.

Initiiert haben das Ausbildungs-Pilotprojekt der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen, die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, das Staatliche Schulamt Frankfurt am Main, die Bergiusschule Frankfurt, die Frankfurt Hotel Alliance und die Initiative Gastronomie Frankfurt. „Mit der Zusatzausbildung wollten wir die klassischen Ausbildungen in der Hotellerie und Gastronomie aufwerten, attraktiver und spannender machen“, erläutert James Ardinast, Vorstands-Mitglied der DEHOGA Frankfurt, der Initiative Gastronomie Frankfurt e. V. (IGF) und Referent des Ausbildungsprojekts. „Sie zeigt einmal mehr, dass das Gastgewerbe einfach eine sehr coole Branche ist.“

„Die erweiterte Ausbildung trägt hoffentlich auch dazu bei, dass sich mehr ambitionierte junge Menschen für einen Beruf in unserer Branche entscheiden“, stellt Christian Henzler von der Frankfurt Hotel Alliance fest. „Die Rechnung scheint aufzugehen, denn im zweiten Jahrgang, der 2020 startete, haben wir bereits mehr Auszubildende als noch im Premieren-Jahrgang, nämlich 32.“

Die Ausbildung mit Zusatzqualifikation ist eine Alternative zum Studium, richtet sich an Abiturientinnen und Abiturienten und ist im Unterschied zur klassischen dreijährigen Ausbildung um ein Jahr verkürzt.