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Letzte Aktualisierung: 01.03.2021

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„Autos rein“ und „Fahrräder raus“ reicht nicht

CDU will Konzept für fahrradfreundliche Nebenstraßen verbessern

von Norbert Dörholt

(10.02.2021) „Wir wollen mehr Radwege und mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer, aber es muss richtig und überlegt gemacht werden. Hier muss nachgebessert werden!“, sagte Dr. Nils Kößler, Fraktionsvorsitzender und Spitzendkandidat der Frankfurter CDU, in einer Presseerklärung zu den aktuellen Planungen für die Umgestaltung von Oeder Weg, Grüneburgweg und Kettenhofweg. Dabei geht es um die Schaffung von sicheren Radwegen und Einschränkungen für den Durchgangsverkehr.

Die Anwohner und Gewerbetreibenden seien frühzeitig bei der Planung einzubinden. Nur ein paar Plakate aufzustellen, reiche nicht. Kößler fordert, dass die Lösung zusammen mit allen Betroffenen gesucht und der Verkehr „nicht einfach nur in die angrenzenden Straßen verlagert wird.“

Für den Oeder Weg sieht das vorgestellte Konzept der Stadt derzeit die Abschaffung von knapp 80 der 214 bestehenden Parkplätzen vor, zum Teil befürchten Ladenbesitzer dadurch aber Nachteile für ihre Kunden. Zur Verbesserung der Verkehrssituation fehlen in Kößlers Augen jedoch noch aussagkräftige Daten aus Erhebungen, die konkret zwischen Anrainer- und Durchgangsverkehr unterscheiden. Die unterschiedliche Mischung der drei Straßen aus Wohnbebauung und Geschäftsnutzung, vor allem Einzelhandel und Gastronomie sei bisher nicht genügend berücksichtigt worden. Außerdem dürfe der Busverkehr nicht leiden.

„Anwohner und Gewerbe sollen nicht unter einer unausgereiften Lösung leiden. Einen nennenswerten Durchgangsverkehr gibt es auf Oeder Weg und Grüneburgweg lediglich morgens und abends. Dem kann man aber anders Herr werden als mit kompletten Durchfahrtssperren. Eine zeitliche Begrenzung der Durchfahrt beispielweise könnte die Situation bereits deutlich entspannen. Dazu braucht man jedoch belastbare Daten“, sagte Kößler. Am Beispiel des Oeder Wegs führe dies sonst zu Verdrängung und einer deutlichen Mehrbelastung in der Glauburgstraße und im Holzhausenweg. 

„Das simple Strickmuster ‘Autos raus, Fahrräder rein, Flächen öffnen‘ ist noch nicht fertig gedacht und zu Ende geplant“, betonte Kößler. „Um ein lebendiges urbanes Miteinander bei gleichzeitig entspanntem und entschleunigtem Verkehr zu erreichen müssen die Wege, Orte und Räume aktiv gestaltet werden. Insbesondere breitere Bürgersteige mit mehr Platz für die Fußgänger im Bereich der Geschäfte und mehr Begrünung durch Kübel und Baumpflanzungen sind erforderlich.“