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Letzte Aktualisierung: 05.05.2021

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„Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft“

Ausstellung über die Offenbacher HfG im Museum Angewandte Kunst

von Karl-Heinz Stier

(29.04.2021) Die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach beging 2020 ihr 50-jähriges Jubiläum als Kunsthochschule des Landes Hessen. Die Hochschule selbst ist freilich schon älter. In ihrer fast 190-jährigen Geschichte stellt das Jahr 1970 eine entscheidende Zäsur dar.

Als Kunsthochschule mit künstlerisch-wissenschaftlicher Ausrichtung im Rang einer Universität knüpft sie durch die Umbenennung und Neuausrichtung der Werkkunstschule unter dem Namen Hochschule für Gestaltung Offenbach an die kurze Nachkriegstradition der HfG Ulm und deren Vorkriegsursprung im Bauhaus an. Das Jahr 2020 ist mit einer ungeahnten Dynamik, ausgelöst durch die globale Corona-Pandemie, selbst zum wichtigen Meilenstein eines gesamtgesellschaftlichen Wandels geworden.

Die Ausstellung taucht ein in gegenwärtige Herausforderungen, die sich durch aktuelle technologische und sozioökonomische Entwicklungen stellen, und blickt nach vorne: auf eine noch ungewisse Zukunft, die mit künstlerisch-gestalterischen Ansätzen und gemeinsamem Engagement geprägt werden kann. In unterschiedlichen Medien wird der Zwischenraum zwischen dem Heute und dem Morgen belebt: mit dem Abarbeiten an unrealisierbaren Visionen, deren vordergründiges Scheitern dennoch produktive neue Welten hervorbringen kann; mit dem gedanklichen Sprengen gewohnter Strukturen, um neue Zugänglichkeiten zu Institutionen und Diskursen zu bahnen; mit dem Experiment Nachhaltigkeit alltagstauglich zu machen oder dem Erforschen eines Zeitgeistes. Künstlerisch-gestalterische Eingriffe und grafische Verbindungslinien zwischen den Themenfeldern im Museum laden dazu ein, die Perspektiven der Besucher auf verschiedene Optionen für ein ‘Morgen’ zu lenken.

Das wurde auch bei den Eröffnungsreden deutlich. So sagte der HfG-Präsident Prof. Bernd Bracke: „Durch den coronabedingten, gesteigerten gesamtgesellschaftlichen Transformationsdruck müssen auch Kunst und Design ihre Fragestellungen und Handlungsstrategien thematisieren und auf den Prüfstand stellen. Und Frankfurts Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig spendete dem Museum Lob, indem sie darauf hinweist, „dass es sich erneut als gewichtiger Ort und Plattform für kritische Diskurse sowie sinnliche Denk– und Erlebnisräume erweist“

Die Ausstellung „Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft“ besteht dabei aus drei sich ergänzenden Modulen: Dem musealen Raum, mit Werken von Studierenden und Lehrenden der Hochschule, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, einer digitalen Plattform sowie einem Veranstaltungsprogramm. Alle drei Module bedingen sich und reagieren aufeinander. Im Verlauf der Veranstaltung werden bereits gezeigte Themenfelder erweitert und neue aufgegriffen. Die digitale Plattform zeigt weiterführende Informationen, digitale Exponate, Videos und Interviews. Das Veranstaltungsprogramm umfasst Vorträge, Gespräche und Workshops und wird durch inhaltliche Impulse zum essentiellen Bestandteil der Ausstellung.

Konzeptioneller Ausgangspunkt der Ausstellung war das Seminar „Curating and Criticism“ unter der Leitung von Prof. Matthias Wagner K, Honorarprofessor an der HfG Offenbach. Er, der Direktor des Museums Angewandte Kunst, und Direktorin Susanne Pfeffer sind auch Dozenten bei der HfG. Sie vermitteln dort ihr Wissen und – wie die Ausstellung auch belegt – die Sichtbarkeit von Kunst und Gestaltung.

Die Ausstellung ist bis zum 4. Juli geöffnet. Mo geschlossen, Di 12-19 Uhr, Mi 12-20 Uhr, Do bis So 10-18 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4.50 Euro. Der Besuch von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie Studierende der Goethe-Universität, der Städelschule und der HfG Offenbach ist frei.

Weitere Informationen über das Museum am Schaumainkai 17: T. (069)21231286 oder info.angewandte –kunst@stadt-frankfurt.de und www.museumangewandtekunst.de