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Letzte Aktualisierung: 09.12.2019

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„Anna S., Tod einer Diva“

Premiere der Kammeroper in der Weihehalle der Unitariergemeinde am 6. Dezember

von Rainer Pudenz

(02.12.2019) Musiktheater über das Leben und Sterben einer Operndiva. Musik und Texte von Bizet, Weill, Offenbach, Wolf, Lehar u. a., zusammengestellt von Bert Bresgen und Rainer Pudenz. Leitung: Rosenberg, Pudenz, Keller, Bresgen, Höckendorff, u. a. Mitwirkende: Dzuna Kalnina + Ensemble der Kammeroper Frankfurt.

Ankündigungsplakat
Foto: Kammeroper Frankfurt
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Spielort ist die Unitarische Freie Religionsgemeinde K.d.ö.R,  Fischerfeldstr. 16,  Frankfurt am Main.
Premiere ist am Freitag, 6. Dezember um 19,30 Uhr. Weitere Vorstellungen: Samstag 7.; Dienstag 10.; Mittwoch 11.; Donnerstag 12. und  Freitag 13.Dezember, jeweils um  19.30 Uhr. 

Manchmal tritt die Oper, die scheinbar wirklichkeitsfremdeste Gattung aller Gattungen der Kunst, über den klar umrissenen Rand der Bühne hinaus ins wirkliche Leben und - ins wirkliche Sterben.

Am 29. Juni 1910, am hellen Vormittag gegen 11 Uhr morgens wird die Stuttgarter Operndiva Anna Sutter in ihrem Schlafzimmer erschossen. Ihr Mörder und ehemaliger Geliebter, ein braver Hofkapellmeister mit Doktortitel „richtet sich danach selbst“ mit nicht weniger als fünf Kugeln. Es war ein wahrer Operntod.

Anna S., „das Sutterle“ wie die Stuttgarter sie mit echt schwäbischer Zärtlichkeit nannten, war eigentlich Soubrette, sang und siegte jedoch  in den schwierigsten Partien: in Bizets „Carmen“ und Richard  Strauss‘ „Salome“. Den skandalösen „Tanz der sieben Schleier“ tanzte Anna S. - als erste Sängerin überhaupt höchstselbst  - im knappen Kostüm ohne das bisher übliche Double aus dem Balletcorps. Zeitgenössische Fotos zeigen eine verblüffend herbe, keineswegs auffallend attraktive Frau. Die Sutter war eine „femme fatale“, perfekt auf der Opernbühne wie auch im wirklichen Leben: während ihres Engagements  brachte sie zwei uneheliche Kinder verschiedener Väter zur Welt - damals eigentlich ein Todesurteil für eine Sängerin. Sie wechselte die Liebhaber wie ein verschwitzter Tenor seine Hemden. An der Stuttgarter Hofoper war aber alles anders: die Liebhaber mussten gehen: Sie blieb, sang weiter und erhielt sogar ein offizielles Engagement auf Lebenszeit, bevor jemand ahnte, dass diese „Lebenszeit“ schon mit 39 Jahren enden sollte. Die Stuttgarter vergötterten ihre Diva und verziehen ihr alles, oder liebten sie, weil sie in und außerhalb der Oper etwas wagte, was das Publikum nicht wagte zu wagen. Wie in Bizets Carmen starb Anna Sutter durch die Hand eines Ex-Liebhabers, eines Wagnerianers, der als Kapellmeister einer ähnlichen und doch völlig anderen Sphäre entstammte: der des sogenannten „ernsten Lebens“ und der sie, wie er sagte, „erlösen“ wollte.

Die Kammeroper Frankfurt  geht in „Anna S., Tod einer Diva“, diesem authentischen Fall nach,  singt,  spielt  und spekuliert in Arien und Soubrettensongs von Bizet, Weil, Offenbach, Wolff, Lehar u.a., und sinniert  in tragikomischen Texten und Szenen über die Faszination, Macht, Sterblich-, Lebendig- und Verletzlichkeit von Diven, über „Nietzsche contra Wagner“ um 1900 und Freuds Neuentdeckung der „Hysterie“, über Oper und das wirkliche Leben - also über die Frage: hätte es diesen Mord und Selbstmord ohne die Oper überhaupt gegeben? Und kann es überhaupt ein wirkliches Leben ohne Oper geben? 

Vorverkauf: Frankfurt Ticket Tel: (069)1340400 und an der Abendkasse

Wegbeschreibung:
Die Unitarische Freie Religionsgemeinde K.d.ö.R  befindet sich in der Fischerfeldstr. 16, Nähe Börneplatz, zwischen Mainova und dem Arbeitsamt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen.
Straßenbahn:  Linie 18 bis Hospital „Zum Heiligen Geist“. Via Lange Straße 3 Min. Fußweg. Alternativ Linie 12 bis Börneplatz, oder Linien 11 oder 18 bis Börneplatz/ Stoltzestraße. Via Kurt-Schumacher-Straße und Mainstraße 5 Min. Fußweg . U-Bahn: Linie U5 bis Dom/Römer. Von dort aus 10 Min. Fußweg via Braubachstraße oder Mainkai.