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Letzte Aktualisierung: 20.01.2022

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„2G plus ist unverhältnismäßig“

DEHOGA Hessen gegen neue Bund - Länder – Beschlüsse

von Karl-Heinz Stier

(10.01.2022) „Die Einführung und Umsetzung der 2G-Zutrittsbeschränkungen und die permanente Verunsicherungsrhetorik haben die Betriebe nicht nur Geld und Nerven über nun fast zwei Jahre, sondern vor allem Mitarbeiter gekostet!“ sagt der Präsident des Hotel- und Gastronomieverbandes DEHOGA Hessen Gerald Kink. „Mit der flächendeckenden und pauschalen Einführung der 2G-plus-Regel drückt man das Gastgewerbe an die Wand.“

Die 2G-Zutrittsbeschränkungen gewährt nur noch geimpften und Genesenen mit einem zusätzlich negativen Test Einlass in Hotels und Restaurants.

Die aktuellen Hotspot-Regelungen in Hessen, die zur 2G-plus-Regel in Regionen mit einer hohen Inzidenz führten, machten deutlich, dass die Umsätze noch tiefer in den Keller rauschten. Pauschal nun überall 2G-plus einzuführen und weder auf die Inzidenz noch die Belegung der Intensivstationen zu schauen, das verstehe in unserer Branche keiner mehr

Die Ausnahme für „Geboosterte“, die bei 2G-plus keinen zusätzlichen Test vorweisen müssten, nennt Kink zudem „kaum umsetzbar“ und instrumentalisierend: „Hier wird rücksichtslos auf dem Rücken unserer Betriebe die Impfkampagne für die Auffrischungsimpfungen betrieben.“ Es sei für die Betriebe und Mitarbeiter nicht sicher überprüfbar, ob ein digitaler Impfnachweis auch die Booster-Impfung darstellt.

Im gesamten zurückliegenden Corona-Jahr verzeichnete das hessische Gastgewerbe einen Umsatzrückgang von 43 Prozent - wie aus einer aktuellen  Verbandsumfrage hervorgehe. Im Monat Dezember 2021 habe sich der Umsatz gegenüber dem Vorkrisenmonat 2019 sogar halbiert. Allein im letzten Jahr habe das Gastgewerbe in Hessen 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verloren. Kink befürchtet: „Uns werden zusehends noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen. Die Branche verliert das Vertrauen in politisches Handeln und strauchelt in eine Katastrophe ohne klare Perspektive.“