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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Zur Premiere von „wolf pack“ - Ein Wolfsrudel stürmt die Bühne im Theater Rüsselsheim

von Ilse Romahn

(08.02.2019) Ein „Rudel“ junger Menschen stellt die konventionellen Vorstellungen von Theater auf den Kopf und macht dabei eigene Grenzerfahrungen. Regisseurin Ute Faust inszeniert derzeit das Stück „wolf pack“ mit dem Jungen Ensemble. Unterstützt wird sie dabei in der Regieassistenz von Mirjam Pies. Das Stück feiert am 12. Februar seine Premiere.

Das Junge Ensemble der Spielzeit 2018_2019 präsentiert sich als Wolfsrudel
Foto: Kultur123
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In Rüsselsheim sind die Wölfe los. Gefährlich werden sie uns zum Glück jedoch nicht. Bei dieser Art von Wölfen handelt es sich um die engagierten Jungschauspielerinnen und -schauspieler, die gemeinsam als das diesjährige Junge Ensemble für das Theater Rüsselsheim auf der Bühne stehen werden. Regisseurin Ute Faust und ihre Regieassistentin, Mirjam Pies, arbeiten zurzeit an dem Stück mit dem Titel „wolf pack“.

Die zwölfte Inszenierung des Jungen Ensembles verortet sich im Bereich Physical Theatre (Bewegungstheater). „Bewegung wird hier, ganz im Sinne des aktuellen Fokusthemas von Kultur123 Stadt Rüsselsheim, „bewegt“, zu einem zentralen Element.“, betont Produktionsleiterin Milena Wolf. „Es handelt sich dabei um eine Art der Körper basierten Performance“, erklärt Ute Faust, Performerin und Choreografin aus Mainz.

Durch Bewegungsaufgaben und szenische Improvisationen kämen die Schauspielerinnen und Schauspieler in Kontakt mit ihren Emotionen und Gedanken: „Diese werden sichtbar und können im wahrsten Sinne des Wortes bewegt werden. So entstehen Dynamiken innerhalb der Gruppe. Positionen, Haltungen und erste Figuren zeichnen sich ab. Daraus entwickeln sich dann, nach und nach, die Szenen des Stückes“, so Faust.

Die Spielübungen beim Physical Theatre regten einen Prozess an, an dem alle Ensemblemitglieder beteiligt seien. Die Probenzeit der „Intensivtage“, die das Junge Ensemble Anfang des Jahres 2019 gemeinsam durchlebte, wäre dabei ausschlaggebend für die finalen Szenen gewesen, die zusammen das Theaterstück ergeben.

Ute Faust interessiert besonders wie Gruppendynamiken funktionieren: „Das Bild des Wolfsrudels schien dabei sehr naheliegend. Hier herrschen komplexe Strukturen vor, die der gesellschaftlichen Struktur des Menschen sehr ähnlich sind.“ Von Beginn an seien Ute Faust und Mirjam Pies mit den Jugendlichen in die Diskussion über die unterschiedliche Verteilung von Machtpositionen gegangen: „Dabei war uns wichtig zu erforschen, welche Gefühle und Emotionen daraus entstehen, wenn eine Person machtvoller ist als die andere. Und wie sich das im Theater umsetzen lässt“, sagt Pies.

Die zwölf Ensemblemitglieder aus Rüsselsheim und Umgebung zeigen sich motiviert und enthusiastisch angesichts des aktuellen Themas und Konzepts der Regisseurin und ihrer Assistenz. Denn bei diesem Format des Betriebsteils Kultur & Theater von Kultur123 Stadt Rüsselsheim wechselt die Regie für jede neue Inszenierung. Die Teilnehmenden im Alter von 15 bis 25 Jahren haben bereits allesamt erste Erfahrungen im Bereich Theater oder Tanz gesammelt: „Es ist diesmal etwas ganz Besonderes, das Stück hat sich quasi wie von allein geschrieben. Es kam direkt aus uns heraus., begeistert sich Elias Khani Alemouti (17), der bereits zum dritten Mal beim Jungen Ensemble mitwirkt. „Ich bin zum ersten Mal dabei und finde es schön, dass wir in diesem Projekt die Freiheit bekommen, selbst zu gestalten“, findet Schauspielkollegin Ilayda Koc (22).

Die eigene Stimme im Kollektiv
Die Methoden von Ute Faust und Mirjam Pies, welche Theater, Tanz, Gesang und Bildende Kunst miteinander vereinen, beziehen die Teilnehmenden seit Beginn der Proben mit in die Produktion ein. So machen die jungen Akteurinnen und Akteure die besondere Erfahrung, sich in einem geschützten Raum ausprobieren und einbringen zu können. „Uns ist es wichtig, den Jugendlichen eine Stimme zu geben“, konstatiert Tanzpädagogin Mirjam Pies. „Deshalb ist es auch toll, dass wir zusätzlich die Musikerin Sabine Seelig aus Mainz für die Stimmarbeit mit dem Ensemble gewinnen konnten.“ Auch für Ute Faust ist die Arbeit mit den Jugendlichen bedeutsam: „Durch das Theater können sie viel über sich selbst herausfinden, ihre Bedürfnisse erkunden und so lernen, klare Positionen zu beziehen und eigene Entscheidungen zu treffen.“

Ensemblemitglied Lina Daoudi (16) erklärt, warum es ihr wichtig ist, dabei zu sein: „Ich denke, das Junge Ensemble ist ein tolles Projekt, weil es spannenden Menschen den Raum dafür gibt, sich austauschen und entfalten zu können.“ Lara Krug (16) resümiert: „Wir bekamen hier nicht nur die Möglichkeit, unsere eigenen Grenzen auszutesten durch Herausforderungen beim Tanz und Gesang, sondern auch unsere eigenen Texte zu schreiben. Jede und jeder konnte etwas miteinbringen, etwas das ihr oder ihm am Herzen lag.“ Auf diese Art habe das Junge Ensemble ein einzigartiges und sehr persönliches Stück geschaffen.

Das Physical Theatre „wolf pack“ wird am 12.2., 13.2. und 14.2., jeweils 20 Uhr,  auf der Hinterbühne des Theater Rüsselsheim gezeigt.

Interessierte erhalten Karten in den Vorverkaufsstellen von Kultur123 Stadt Rüsselsheim, telefonisch unter (06142)832630, online auf www.kultur123ruesselsheim.de sowie an der Tages- bzw. Abendkasse.


Kultur123 Stadt Rüsselsheim  www.kultur123ruesselsheim.de