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Letzte Aktualisierung: 22.01.2019

Zum Tod von F. W. Bernstein

von Ilse Romahn

(27.12.2018) Zum Tod von F. W. Bernstein kondoliert die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main Ina Hartwig seiner Familie und drückt ihre tief empfundene Anteilnahme aus.

F.W. Bernstein
Foto: Stadt Frankfurt / Brita Frenz
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Sie würdigt ihn als großen Zeichner und Lyriker, der der Kulturstadt Frankfurt am Main sehr fehlen wird: „Unsere Stadt hat F.W. Bernstein sehr viel zu verdanken: Frankfurt wurde durch seinen kritischen Zeitgeist nicht nur zur ‚Hauptstadt der Satire‘, sondern zu einem Zentrum des geistigen und politischen Aufbruchs. Seine Arbeiten schärfen unseren Blick auf gesellschaftliche Vorgänge und so bildet sein Schaffen nur zu recht das Herz der Sammlung im Caricatura Museum Frankfurt. F. W. Bernstein war eine Epoche lang Ideengeber und Kritiker unserer Gesellschaft. Sein scharfer Witz wird uns fehlen.“

F. W. Bernstein wird 1938 als Fritz Weigle in Göppingen geboren; schon in seiner Schulzeit entsteht der Namenszusatz „Bernstein“. Er kommt nach Abitur und Studium zusammen mit Robert Gernhardt nach Frankfurt zur Redaktion der jungen Pardon. Die beiden treffen auf Hans Traxler und F.K. Waechter; das Schicksal zur Bildung der Neuen Frankfurter Schule nimmt seinen Lauf. F. W. Bernstein arbeitet als Lehrer und Hochschullehrer mit einer akademischen Karriere, wird schließlich Inhaber der einzigen Professur für Karikatur und Bildgeschichte in Deutschland an der Hochschule der Künste Berlin. Gleichzeitig arbeitet F.W. Bernstein immer als freier Zeichner und Autor, als Redakteur für Pardon, später für Titanic, als Buchautor und Zeichner. Die stattliche Publikationsliste aus Gemeinschaftsarbeiten und Einzelwerken bestätigt diese Einschätzung, die Schaffenskraft scheint unerschöpflich. F. W. Bernstein ist am Donnerstag, 20. Dezember, nach langer Krankheit verstorben. (ffm)