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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Zehn Jahre Evangelisches Hospiz Frankfurt am Main

Einladung zum Festgottesdienst für alle Interessierten

von Ilse Romahn

(08.10.2019) Ruhig werden. Innehalten. Es verbleibt nicht mehr viel Zeit. Menschen, die unheilbar erkrankt sind, finden seit dem 25. November 2009 in Frankfurt am Main einen Ort, der sie am Ende des Lebens aufnimmt: Das Evangelische Hospiz Frankfurt am Main.

Manche Patient*innen sind 26 Jahre alt, andere 103. Manche möchten über die Zeil schlendern oder einen Nierenspieß vom Weihnachtsmarkt essen, andere bleiben lieber in Ruhe in ihrem Zimmer oder lauschen dem Cello, das zwei Mal im Jahr auf den Fluren im Hospiz an der Rechneigrabenstraße erklingt. Seit der Eröffnung nahm das Evangelische Hospiz mehr als 1500 Patient*innen auf, die Zahl der Betten wuchs von sechs auf zwölf, aus elf Vollzeitstellen in Pflege und Hauswirtschaft wurden 20,5.

Acht Hausärzt*innen sorgen für die palliativ-medizinische Versorgung im Hospiz. So können Schmerzen und Übelkeit, Atemnot, Angst und Unruhe gelindert werden. Das multiprofessionelle Team ergänzen Pflegekräfte und Hauswirtschafterinnen, Seelsorger und Ehrenamtliche. Ziel ist es, die Lebensqualität der Patient*innen zu erhalten oder zu steigern und ihre Angehörigen zu begleiten. So ist die Auseinandersetzung mit dem Sterben und ein Abschied in Würde möglich.

„Das Hospiz ist einerseits eine hochspezialisierte Pflegeeinrichtung und erfüllt andererseits auch einen gesellschaftlichen Auftrag“, sagt Dagmar Müller, Geschäftsführerin des Hospiz. Denn das Hospiz vermittelt auch, „dass Sterben als Teil des Lebens gesehen wird“. Im Durchschnitt bleiben die Patient*innen rund 24 Tage, anfangs waren es im Schnitt 30 Tage. „Sterbenskranke Menschen werden in den Krankenhäusern immer länger therapiert, es wird alles getan, um den Tod hinauszuzögern“, sagt Müller.

Wer ins Hospiz aufgenommen werden möchte, benötigt eine entsprechende Bescheinigung von einer Ärzt*in, die Diagnose muss abgeschlossen und es muss klar sein, dass die Krankheit nicht mehr heilbar ist. 95 Prozent der Kosten übernehmen die Krankenkassen, fünf Prozent steuert das Evangelische Hospiz selbst bei, es wird von einem Förderverein unterstützt. Auch Ehrenamtliche spielen eine wesentliche Rolle im Hospizteam, denn manche Patient*innen haben keine Angehörigen, Freunde oder Bekannte in Frankfurt am Main.

Das zehnjährige Bestehen des Evangelischen Hospiz Frankfurt am Main wird am Samstag, 12. Oktober 2019, um 15 Uhr in der Weißfrauen Diakoniekirche, Weserstraße 5, Bahnhofsviertel, mit einem Festgottesdienst gefeiert. Prodekanin Ursula Schoen und das Hospiz-Team gestalten ihn gemeinsam. In dem Gottesdienst wird auf zehn Jahre Hospiz zurückgeblickt und der Menschen gedacht, die im Hospiz auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet wurden, sowie ihrer Angehörigen und Freunde. Der Gottesdienst schaut auch nach vorne ins Leben. Alle sind eingeladen, teilzuhaben.

Aus Anlass des Jubiläums ist noch eine zweite Veranstaltung geplant, die sich ebenfalls an alle Interessierten richtet: Das Hospiz-Forum am Samstag, 23. November 2019, 10 bis 17 Uhr, Evangelische Akademie, Römerberg 9, Innenstadt, richtet sich am Gedanken der Vernetzung aus. Nach einem Festvortrag von Susanne Haller, Leitung Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie, Hospiz Stuttgart, gibt es Workshops und zum Abschluss eine Podiumsdiskussion. Das Thema lautet „Allein am Ende?“ / Kultur vernetzt. Workshops gibt es unter anderem zu den Themen Abschied nehmen, Entschleunigung, Vernetzung zwischen Institutionen, Berührung und Life Style. Ein Kostenbeitrag von 15 Euro wird erhoben, eine verbindliche Anmeldung bis zum 1. November 2019 ist erforderlich. Näheres unter der Telefonnummer (069)2998790 und E-Mail info@hospiz-frankfurt.de. 

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