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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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,Wohnungsbauprogramm der ABG läuft auf hohen Touren‘

von Ilse Romahn

(30.09.2019) Oberbürgermeister Peter Feldmann und ABG-Geschäftsführer Frank Junker legen gute Jahresbilanz des Wohnungskonzerns der Stadt.

Peter Feldmann und Frank Junker bei der ABG-Bilanzpressekonferenz
Foto: Stadt Frankfurt / Maik Reuß
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„Das Wohnungsbauprogramm der ABG Frankfurt Holding hat deutlich an Fahrt aufgenommen und läuft jetzt auf hohen Touren“, sagte Peter Feldmann, der Frankfurter Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende des Wohnungskonzerns der Stadt, am 27. September bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Das Investitionsvolumen dafür belief sich auf 226 Millionen Euro. Wie Feldmann weiter ausführte, plant die ABG in kommenden fünf Jahren weitere Investitionen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro, mit denen in Frankfurt und der Region RheinMain über 8100 Wohnungen gebaut werden. Bei weiteren rund 2000 Wohnungen soll in diesem Zeitraum mit den Planungen beziehungsweise dem Bau begonnen werden. „Mit diesem größten Investitionsprogramm ihrer Geschichte leistet die ABG einen signifikanten Beitrag, um der hohen Nachfrage nach Wohnungen in Frankfurt nachzukommen“, sagte der Oberbürgermeister. „Von diesen rund 10.000 Wohnungen werden deutlich über 40 Prozent im ersten Förderweg oder im Mittelstandsprogramm der Stadt Frankfurt gefördert. Da die Mietpreise der ABG auch ohne Förderung deutlich unter den Preisen liegen, die der freie Markt aufruft, sorgt unser Wohnungsunternehmen dafür, dass alle Menschen, die in Frankfurt leben, hier auch eine bezahlbare Wohnung finden können.“

Der Oberbürgermeister betonte: „Das Investitionsprogramm der ABG und auch die Begrenzung der Mietsteigerung auf durchschnittlich ein Prozent im Jahr, die auf zehn Jahre verlängert wurde, wirkt dämpfend auf die Mietpreise in der Stadt und hat damit einen wichtigen sozialen Effekt.“

Die ABG Frankfurt Holding hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Konzernergebnis von 112,7 Millionen Euro (Vj: 94,3 Mio. EUR) erneut erfolgreich abgeschlossen. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist ausschließlich auf den Sondereffekt durch den Verkauf eines Gewerbeobjekts zurückzuführen. Der Umsatz aus der Bewirtschaftung von Immobilien und anderen Aktivitäten ist um 27,9 Mio. auf 511,5 Mio. gestiegen. Bei einer Bilanzsumme von 2,7 Mrd. Euro liegt die Eigenkapitalquote der ABG bei 39,6 Prozent. Im vergangenen Geschäftsjahr hat der ABG-Konzern nach den Zahlen des Geschäftsberichts außerdem 117,4 Millionen in den Bestand investiert, vor allem in die energetische Sanierung und die Verbesserung des Wohnumfeldes. Um langfristig und nachhaltig die sehr gute Vermietbarkeit sicherzustellen, werde die ABG diese Investitionen konsequent fortsetzen.

„Das erneut sehr gute Ergebnis hilft uns sehr, das große Investitionsprogramm umzusetzen, mit dem wir dringend benötigten Wohnraum in Frankfurt schaffen“, sagte der Vorsitzende der ABG-Geschäftsführung Frank Junker. Die geplanten Investitionen von rund 2,3 Milliarden Euro seien nur durch die Aufnahme von Fremdmitteln möglich. Für den Bau der geplanten rund 10.000 Wohnungen habe sich die ABG bereits die erforderlichen Grundstücke gesichert. Jetzt gelte es, die Planungsprozesse zügig abzuarbeiten, damit schon bald mit den Neubaumaßnahmen begonnen werden kann. Als größte Neubauprojekte der kommenden Jahre nannte Junker das 17,2 Hektar große Baugebiet Hilgenfeld im Norden Frankfurts. Hier sollen 850 Wohnungen realisiert werden. Weitere 2200 Wohnungen werden mittelfristig in einem neuen Stadtquartier am Römerhof südlich des Rebstockparks gebaut.

„Highlight“ Platensiedlung
Als besondere Herausforderung des vergangenen Geschäftsjahrs sieht der ABG-Geschäftsführer den Baubeginn für die Erweiterung der Platensiedlung im Frankfurter Stadtteil Ginnheim. Diese ehemalige Siedlung amerikanischer Familien mit 348 Wohnungen wird durch die Aufstockung der Häuserzeilen und durch Neubauten um 680 Wohnungen und damit um mehr als das Doppelte erweitert. „Gemeinsam mit der Politik ist es uns gelungen, eine Basis dafür zu schaffen, wie man in Frankfurt den maßvollen Weiterbau einer Siedlung betreiben kann“, sagte Junker. In der Platensiedlung wurde inzwischen bei 14 von 19 Häuserzeilen mit der Aufstockung um zwei Geschosse mit vorgefertigten Holzmodulen begonnen. Die Wohnungen in drei Häuserzeilen seien bereits fertiggestellt und zur Vermietung an das zuständige Service-Center übergeben worden. Auch bei den Neubaumaßnahmen haben bereits Rohbauarbeiten begonnen.

„Die Arbeiten in der Platensiedlung zeigen, dass auch so eine Großbaustelle im Einvernehmen mit den Mieterinnen und Mietern realisiert werden kann, wenn die Kommunikation stimmt und alle Betroffenen rechtzeitig ins Boot geholt werden“, sagte Junker. Das Projekt Platensiedlung zeige aber auch, dass hier nicht einfach nur neue Wohnungen entstehen, sondern dass ein ganzes Stadtquartier Frankfurts ein neues, modernes Gesicht mit einer ganz anderen Wohnqualität bekomme. „Dadurch kommt auch eine ganz andere soziale Mischung in dieses Quartier, was wichtig und notwendig ist“, sagte Junker.

Das Potenzial durch die Nachverdichtung bestehender Quartiere der ABG sieht Junker bei gut 2300 Wohnungen. Dies sei das Ergebnis nachdem man in Zusammenarbeit mit vier Architekturbüros den gesamten Bestand der Wohnungsgesellschaft untersucht habe. „Da stehen jetzt Gespräche mit der Politik und mit den zuständigen Behörden bei der Stadt Frankfurt wie Bauaufsicht und Stadtplanung an, um dann vielleicht diesen Schritt weiter zu gehen“, so Junker. „Wir können die Wohnungsnachfrage aber nicht nur über Nachverdichtung lösen, sondern müssen das eine tun, ohne das andere zu unterlassen“, sagte Junker mit Blick auf die Planungen für einen neuen Stadtteil im Nordwesten. „Wir glauben, dass die Stadt Frankfurt weitergebaut wird und auch weitergebaut werden muss“.

Die Situation auf dem Immobilienmarkt in Frankfurt ist nach Einschätzung Junkers weiterhin geprägt durch hohe Preise, ein knappes Angebot an verfügbaren Flächen und weitgehend ausgelastete Kapazitäten bei den Bauunternehmen, was wiederum zu stark steigenden Baupreisen führe. Hier mache sich, so Junker, deutlich bemerkbar, dass in den vergangenen Jahren sehr große Baufirmen aus dem Markt ausgestiegen seien. „Aber wir sind ja ein großer Nachfrager in der Bauwirtschaft, insofern kriegen wir die Projekte, die wir umsetzen wollen, auch platziert“, so Junker.

Weitere Daten zum Jahresabschluss 2018
Zum 31.Dezember 2018 waren im Konzern ABG Frankfurt Holding durchschnittlich 780 Mitarbeiter beschäftigt (Vj.: 769). Zum Bilanzstichtag befanden sich 18 Mitarbeiter in der Ausbildung. Der vom ABG-Konzern bewirtschaftete und betreute eigene Bestand lag zum 31. Dezember 2018 bei 52.286 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 3.268.817 Quadratmetern Wohnfläche, 934 gewerblichen und sonstigen Objekten sowie 33.672 Garagen und Kfz-Stellplätzen. (ffm)