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Letzte Aktualisierung: 24.05.2019

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Wirtschaft und Politik wollen mehr Güter auf die Schiene bringen

von Ilse Romahn

(14.03.2019) Es herrscht Einigkeit bei Wirtschaft und Politik: Der Verkehrsträger Schiene muss gestärkt werden: Nach dem lang anhaltenden Niedrigwasser im Sommer und Herbst 2018, das die Binnenschifffahrt belastet, und dem wachsenden Druck auf den Verkehrsträger Straße durch den zunehmenden Verkehr, gerät die Schiene noch stärker in den Fokus der Transportwirtschaft.

In der Region FrankfurtRheinMain werden derzeit neue Bahnstrecken geplant und gebaut. Spediteure und Eisenbahnverkehrsunternehmen testen gleichzeitig innovative Betriebsmodelle im Schienengüterverkehr.

„Wir müssen die Chancen der Digitalisierung auch für die Schiene nutzen, zum Beispiel für verbesserte Betriebsabläufe und Echtzeitinformationen für Verlader und Spediteure. Schienengüterverkehr entlastet die Straße, reduziert damit Staus und dadurch auch die Lärm- und Luftbelastung. Doch die Stärkung des Schienengüterverkehrs lässt sich nur mit vereinten Kräften von Wirtschaft und Politik umsetzen. Für die Unternehmen ist ein Wechsel der Verkehrsträger nur möglich, wenn sie die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen zuverlässigen und leistungsfähigen Transport auf der Schiene bekommen. Die Politik ist also gefragt, die wichtigen Schienenausbauprojekte der Region voranzutreiben, damit die Unternehmen auf die Schiene setzen können“, sagte Dr. Alexander Theiss, Geschäftsführer für den Bereich Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. „Wir begrüßen vor allem die Idee eines Fernbahntunnels Frankfurt, der die Entmischung von Fern- und Regionalverkehren ermöglicht und dadurch auch dem Güterverkehr zugutekommen wird“, betonte Dr. Theiss.  

„Frankfurt ist einer der wichtigsten Bahnknoten Deutschlands. Bereits heute bestehende Überlastungen haben zur Folge, dass hier ein erheblicher Teil der Verspätungen im deutschen Schienenfernverkehr entsteht. Der Ausbau des Knotens, die Neubaustrecke Frankfurt - Mannheim und der Aus- und Neubau der Strecke Hanau - Fulda sind lange überfällig. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass diese Projekte nun – auch auf Betreiben der Landesregierung – in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden sind. Nun gilt es, dass Bund und Bahn die Planung und Realisierung zügig umsetzen – auch für einen attraktiven und wirtschaftlichen Güterverkehr. Hessen setzt sich auch mit eigenen Mitteln für eine Stärkung des Gütertransports auf der Schiene ein und fördert den Erhalt, die Reaktivierung, die Erweiterung und die Neueinrichtung von Industriestammgleisen und Gleisanschlüssen, sofern es dafür keine Förderung des Bundes gibt. Wir würden uns freuen, wenn dieses Angebot stärker genutzt würde“, so Jens Deutschendorf, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

Gisbert Brauner, Leiter Vertrieb und Fahrplan der DB Netz AG, sagte: „Für unsere Kunden machen wir die Schiene zur ersten Wahl. Das ist unsere Vision. Deshalb freuen wir uns, dass es uns mit Unterstützung des Bundes gelungen ist, die Trassenpreise und damit die Wegekosten zu halbieren. Dies stärkt den Verkehrsträger Schiene im Wettbewerb. Darüber hinaus können unsere Güterverkehrskunden schon bald ganz einfach Trassen mit einer ‚Click and Ride‘-App bestellen und erhalten den Fahrplan innerhalb von drei Minuten.“

„Der Vorsatz ,Güter auf die Schiene‘ wird sicherlich auch ein Bestandteil unseres neuen Masterplanes Mobilität für die Region FrankfurtRheinMain sein. Schiene verspricht keine kurzfristigen Erfolge, ist aber der wichtigste Faktor zur Bewältigung der Mobilitätsherausforderungen. Daher werden wir beispielsweise als Kümmerer versuchen, Wirtschaft und Eisenbahnbetreiber an einen Tisch zu bringen“, so Rouven Kötter, Erster Beigeordneter und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain. 
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