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Letzte Aktualisierung: 20.10.2017

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Wellness in Bayerns bester Luft

Das Hotel Prinz-Luitpold-Bad ergänzt die therapeutische Wirkung der Luft mit Schwefelquellen und Moorpackungen

von: Karin Willen

(11.08.2017) "Ein bisschen königlich" geht es nicht von ungefähr im Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang zu: Das Traditionshotel führt seine Wurzeln auf den volksnahen Regenten des Königreichs Bayern zurück, der für Ludwig II. einsprang. Luitpold hatte einst die Schwefelquelle mit seinem Gebrauch geadelt. Heute kann man gemütlich im wohltemperierten Bad schwimmen.

Bildergalerie
Traditionshotel mit Naturwellness: Hotel Prinz-Luitpolt-Bad in Bad Hindelang
Foto: Michael Siegel
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Königliches Blau und Barockmöbel: Flur im Hotel Prinz-Luitpolt-Bad
Foto: Michael Siegel
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Moorwanne mit Ausblick: Im Hotel Prinz-Luitpolt-Bad kann man auch kuren
Foto: Michael Siegel
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Wellness mit Allgäuer-Alpen-Blick: Ein Teil der großen Wellness-Anlage im Hotel Prinz-Luitpolt-Bad
Foto: Michael Siegel
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Krolfwiesen zu Füßen des Hotels: Das Hotel Prinz-Luitpolt-Bad liegt am Waldrand und im Grünen
Foto: Michael Siegel
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Die beste Luft Bayerns gibt es im Allgäu, genauer gesagt: in Bad Hindelang. So sagen es jedenfalls die aktuellen Messwerte des Umweltbundesamts. Für den Ferienort in den Allgäuer Hochalpen weist die Statistik im Jahresmittel einen Stickstoffdioxid-Wert von sechs Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) aus. Bad Hindelang liegt damit deutlich unter dem Grenzwert von 40 µg/m³ und positioniert sich damit erneut an die Spitze dieser Skala. Die Belastungen durch Kohlenmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Stickstoffmonoxid und Feinstaub sind ebenfalls äußerst gering. Das sind jedoch nicht allein die Pfunde, mit denen Armin Gross wuchern kann.

Deutschlands höchstgelegene Schwefelquelle
In seinem Hotel Prinz-Luitpold-Bad im Stadtteil Bad Oberdorf findet sich die höchstgelegene Schwefelquelle Deutschlands. Dereinst genoss Prinzregent Luitpold von Bayern, der 1886 für seinen Neffen Ludwig II. und später für dessen geisteskranken Bruder Otto als Bayerns Regent in die Bresche springen musste, die segensreiche Wirkung der Quelle. Und heute genießt der Prinzregent deshalb Kultstatus. Denn er verlieh dem Ortsteil Oberdorf schon 1900 den Titel „Bad“. Zum Vergleich: Bad Hindelang ist seit 1965 Heilklimatischer Kurort und seit 2001 Kneipp Heilbad.

Kneippen wie Prinzregent Luitpold
Luitpold war seinerzeit ganz angetan von den Ideen seines Zeitgenossen Sebastian Kneipp, den Körper durch Heiß-Kalt-Reize zu fordern, damit er den gesundheitlichen Herausforderungen trotzen kann. Und da Bayerns volksnaher Regent auch gern in seinem Revier jagte, kneippte er öfter vor Ort, also hier im Allgäu. 1888 legte er den Grundstein für die gesundheitsorientierte Ausrichtung in der Gemeinde Bad Hindelang, in der Luftreinheit, Entspannung und Prävention bis heute einen sehr hohen Stellenwert haben.

Moor-Schwefel-Kuren
Für Gross war es deshalb keine Frage, die Kneippanlage, die woanders auch schon mal ein Schattendasein führt, in seinem Traditionshotel großzügig zu gestalten und an den Moor-Schwefel-Kuren festzuhalten. „Auch wenn manche lieber eine Schmerztablette schlucken als sich in die Moorwanne zu legen.“ Eine großzügige Saunalandschaft mit Blocksauna grenzt an das Schwefelhallenbad und das ganzjährig beheizte Außenbecken an.

„Ein bisschen königlich“
Im Wellnessbereich geht es „ein bisschen königlich“ zu. Es gibt „Luitpolds Gesundwochen“, „Sissi Anwendungen“ und „Ludwigs Genuss-Woche“. Alles mit natürlichen Heil- und Schönheitsmitteln. Denn Tradition und Naturverbundenheit werden im Haus groß geschrieben. Doch das heißt nicht, dass das Allgäuer Wellnesshotel den Anschluss an den Zeitgeist verpasst hätte. Der Hotelier selber ist zum Beispiel Yogalehrer, hat aber auch ein gutes Gespür dafür, dass nicht jedermann für die östliche Meditationspraxis zugänglich ist. „Gestressten Städtern empfehle ich manchmal eine Patience zu legen, um runterzukommen“, sagt Gross, der sein Steckenpferd direkt vor dem Hotel reiten kann.

Krolf spielen
Es ist Krolf, eine Mischung aus Golf und Krocket, die vorzugsweise in Dänemark gespielt wird. Der einzige offizielle Platz in Deutschland sind die Wiesen unterhalb des Hotels. „Krolfen kann jeder“, sagt Gross, „Dazu braucht es keinen Dresscode und keine Platzreife.“ Auch seine Hotelgäste sind eingeladen, es mal mit einem Krocketschläger und einem Feldhockeyball dort zu versuchen, wo auch die Deutschen Meisterschaften ausgetragen werden. Gross wurde 2017 bei den Herren übrigens Dritter.

Informationen:

Das Hotel
Das Hotel Prinz-Luitpold-Bad ist älter als 150 Jahre und liegt ruhig im Grünen mit schönem Blick auf die Allgäuer Alpen. Das im Laufe der Zeit mehrfach erweiterte Haus hat heute 180 Betten und ist überwiegend mit Antiquitäten ausgestattet.

Der Ort
Das Hindelanger Hochgebirgs-Heilklima zeichnet sich neben hoher Luftreinheit unter anderem durch niedrige Wärmebelastung, schwache Nebelbildung und hohe UV-Strahlung aus. Die Allergikerfreundliche Kommune betreibt seit Jahren ein umfassendes Gesundheitsmanagement. 2011 kürte die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) den Ort zur ersten „Allergikerfreundlichen Gemeinde“ der Alpen. Die gesamte Gemeinde ist zudem Reinluftgebiet. Transparenz für Gäste und Patienten bietet das LFU, das kontinuierlich auf seiner Internetpräsentation die Messwerte der Messstationen veröffentlicht.