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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Weitere Verbesserung für Frankfurter Stadtteile

100 Millionen Euro Fördermittel stehen zur Verfügung

von Karl-Heinz Stier

(09.08.2019) Die Stadtteilentwicklung in Frankfurt wird künftig weiter ausgebaut. Das Ziel besteht – wie Oberbürgermeister Peter Feldmann und Planungsdezernent Mike Josef betonten – darin, in den Quartieren bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und die Lebensqualität in den Stadtteilen zu erhöhen.

Sie erläuterten die Schwerpunkte der Stadtentwicklung: Planungsdezernent Mike Josef (links) und Oberbürgermeister Peter Feldmann.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Dafür werden erhebliche Summen auf die Stadtteile Höchst, Griesheim, Nied, Sossenheim und Bonames verteilt und investiert.

OB Feldmann unterstrich, dass für ihn die Stadtteile von zentraler Bedeutung seien. „In ihnen schlägt letztlich das Herz Frankfurts. Deshalb sollen die Bürger und Bürgerinnen mitentscheiden, wofür die Fördermittel ausgegeben werden. Ein Beispiel für die Gestaltung und Sicherung von Bürgerengagement“.

Ziel für Stadtrat Mike Josef ist eine sozial- und klimagerechte Stadtentwicklung. Dazu gehören der Erhalt von bezahlbarem Wohnraum und der Schutz der Mieter und Mieterinnen vor Verdrängung. „Das ist ein Spagat, den wir aber mit Hilfe der Stadterneuerungsprogramme  hinbekommen“. Er wies darauf hin, dass die Stadt Frankfurt in den vergangenen Jahren beim Bund und beim Land Hessen aktiv um Fördermittel für die Erarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts geworben habe. So habe man letztlich 100 Millionen Euro zusammengebracht.

Sachbearbeiter der Verwaltung erläuterten an Beispielen der fünf ausgewählten Quartiere wo und wie an welchen Projekten und Vorhaben Schwerpunkte gesetzt werden.

In den Bereichen der „Sozialen Stadt Nied“ mit seinen 18.200 Einwohnern fließen 16 Millionen Euro u.a. für die Verbesserung und Beleuchtung des Fuß– und Radverkehrs zwischen den drei Siedlungsbereichen, der Umgestaltung des Ortskerns und der ökologischen Aufwertung. Allein in diesem Stadtteil haben 2500 Bürger Verbesserungsvorschläge gemacht.

Mit dem Förderprogramm „Innenstadt Höchst“ werde Identifikationsort und kultureller Mittelpunkt gestärkt, der Bolongaro-Palast bis 2022 saniert, die Aufnahme in die Fachwerkstraßen in die Kartei des Landes forciert oder in gemeinschaftlichen Aktivitäten und Maßnahmen wie die Weihnachtsbeleuchtung oder das Kurzfilmfestival „Shorts at Moonlight“ ins Leben gerufen. „Die Perle des Westens von Frankfurt“, wie OB Feldmann Höchst bezeichnet, erhält städtische Fördermittel von 31 Millionen Euro.

In der „Soziale Stadt Ben-Gurion-Ring“, mit 4.400 Einwohnern die kleinste der fünf nominierten Stadtteile mit gut zugeschnittenen Wohnungen, die sich überwiegend in privater Hand befinden, müssen die Quartierseingänge neu gestaltet, die Frei- und Spielflächen mit Beteiligung der Anwohner besser geordnet und die bioklimatischen Potentiale der Siedlung gefördert werden. Gesamtschätzung: etwa 17 Millionen Euro.

Viertes Quartalsprojekt ist die „Soziale Stadt Sossenheim“ (16 000 Einwohner und einem Fördervolumen von 16 Millionen Euro). Da es hier viel Grün gibt, ist eine Vernetzung von Grün- und Freiflächen und die Schaffung von zwei neuen Spielplätzen vorgesehen. Außerdem ist eine Modernisierung des Wohnungsbestandes nötig. Das ehemalige Straßendorf benötige zudem eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Straßen und auf den Plätzen.

Letztes Quartal ist der „Stadtumbau Griesheim“(8 000 Einwohner und klassisches Arbeiterviertel). Hier wurde eine lokale Partnerschaft mit 29 Mitgliedern ins Leben gerufen. Es ist die Einrichtung eines Stadtteilbüros vorgesehen, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, eine Verbesserung der Verkehrssituation und Überlegungen, wie man Wohn- und Gewerberäume entflechten kann, die sich oft in direkter Nachbarschaft befinden. Vorgesehene Mittel: 14 Millionen Euro.

Planungsdezernent Mike Josef  betonte zum Schluss der Quartiers-Vorstellung: „Wir haben noch nie so viel Geld für die Stadtteile in die Hand genommen. War in den Jahrzehnten davor der bauliche Fortschritt dominierend, so geht es jetzt um die Stabilität der sozialen Struktur, nicht mehr nur um Neufertigungsprojekte, sondern um den Bestandsschutz und um das Wohlgefühl der Menschen in ihrer Umgebung“. Deshalb  werden stets auch die Bürger vor Ort in Projekte und Pläne eingebunden und ihre Mitbestimmung von der Politik gewollt. Die Republik schaue  immer mehr als gutes Beispiel auf die Entwicklung in Frankfurt.