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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Weg frei für neues Stadtquartier im Gallus

Rund 1200 Wohnungen können an der Kleyerstraße entstehen

von Ilse Romahn

(26.09.2019) Die Realisierung des „Kleyerquartiers“ im Gallus ist gesichert.

Mit dem Abschluss einer Nachbarschaftsvereinbarung haben die betroffenen Parteien, der benachbarte Rechenzentrenbetreiber Equinix, der aktuelle Grundstückseigentümer ZBG, unterstützt vom Projektentwickler und Manager Breevast aus Amsterdam und der zukünftige Projektentwickler des Kleyerquartiers, die Instone Real Estate Development, gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main unter Federführung von Stadtrat Mike Josef den Weg geebnet für die Umsetzung des Bebauungsplans Nr. 905 „Kleyerstraße/Ackermannstraße“.

„Mit dieser Übereinkunft ist der Weg frei für die Bebauung dieses wichtigen zentralen neuen Quartiers in Frankfurt“, äußert sich der Planungsdezernent erleichtert. „Auf diesem Areal können nun rund 1200 dringend benötigte Wohnungen entstehen. Zugleich geben wir dem Betreiber eines Rechenzentrums Planungssicherheit für die Weiterentwicklung am Internetknoten.“

Für das Wohngebiet wurde im Jahr 2017 von der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung ein geänderter rechtsgültiger Bebauungsplan beschlossen, der für das bisher gewerblich genutzte Avaya-Gelände eine Wohnbebauung festsetzt. Hierbei musste jedoch eine Lösung gefunden werden, die den bereits langjährigen Betrieb des Rechenzentrums der Firma Equinix an der Rebstöcker Straße – auf der anderen Seite des Bahndamms – nicht beeinflusst. Das dort gelegene Rechenzentrum „FR5“ ist das am stärksten vernetzte in Frankfurt, mit über 900 Carriern und besonderer Bedeutung für den paneuropäischen Datenverkehr.

Gemeinsam haben die Parteien nun eine Lösung gefunden, indem die Stadt Frankfurt dem Entwickler des Wohngebietes zwischen Friedrich-Ebert-Siedlung und Bahndamm eine punktuelle Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans in Aussicht gestellt hat. Damit kann die festgesetzte neue Straße, die vom Bahndamm in die Wohngebietsmitte führt, ab dem zweiten Obergeschoss so überbaut werden, dass der Lärm nicht mehr in das Wohnviertel eindringen kann. Gleichzeitig wird die Stadt eine mögliche Erweiterung und Einhausung der lärmemittierenden Kühlaggregate des Rechenzentrums positiv begleiten. Durch diese Lösung wird das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe konfliktfrei möglich und der Bebauungsplan umgesetzt. Die Normenkontrollklage am Hessischen Verwaltungsgerichtshof wird zurückgenommen.

„Wir haben immer großes Interesse an einer gemeinsamen, einvernehmlichen Lösung und guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit. Die gefundene Vereinbarung sichert die Interessen aller Betroffenen ab und wir sind der Stadt, insbesondere Stadtrat Josef, sehr verbunden für die vermittelnde Rolle in dieser Angelegenheit“, sagt Jens-Peter Feidner von Equinix. „Das erzielte Ergebnis zeigt, wie im innerstädtischen Bereich Wohnnutzung und Rechenzentren vereinbart werden können – wir sind uns unserer Verantwortung sowohl für unsere Mitbürger, aber auch als Unterstützung der Digitalwirtschaft, und insbesondere Frankfurts als wichtigstem deutschen Rechenzentrumsstandort, bewusst. Sehr gerne möchten wir den nun gemeinsam beschrittenen Weg auch für weitere Standorte weitergehen.“

„Die nun zustande gekommene Lösung ist nicht nur für das Kleyerquartier ein wichtiger Meilenstein, sondern wegweisend für das Nebeneinander von Wohnprojekten und Gewerbetreibenden. Die städtische Moderation unter der Federführung von Mike Josef hat hier ein Ergebnis herbeigeführt, das im Sinne aller gestaltet ist und für das wir sehr dankbar sind. Wir freuen uns auch in Zukunft auf ein partnerschaftliches Miteinander und auf gute Nachbarschaft im Gallus“, sagt Ralf Werner, Instone-Niederlassungsleiter Rhein-Main.

Den städtebaulichen Wettbewerb für das „Kleyerquartier“ hatte im Jahr 2013 das Architekturbüro Baufrösche aus Kassel gewonnen. Entsprechende Darstellungen finden sich unter https://baufroesche.de/portfolio/kleyerquartier/ im Internet. (ffm)