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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Was wird vererbt? Wieviel wird geschenkt?

von Helmut Poppe

(01.10.2019) Und was verdient der Staat dabei? — Daten zur Erbschaft- und Schenkungsteuer 2018 Festgesetzte Erbschaftsteuer beträgt 568,6 Millionen Euro, Schenkungssteuer 83,7 Millionen Euro Bei fast 40 Prozent der Nachlassgegenstände handelt es sich um Grundvermögen Schenkungen durchschnittlich 11,5 Prozent größer als Erbschaften

Erbschaften und Schenkungen
Foto: HSL
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652,3 Millionen Euro betrug 2018 in Hessen die festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer. Wie das Hessische Statische Landesamt berichtet, verteilte sich dieser Betrag auf insgesamt 11 974 Hessinnen und Hessen, die steuerpflichtige Erwerbe in Höhe von 3,2 Milliarden Euro anzeigten. Von diesen Erwerben, die die Bemessungsgrundlage der Besteuerung nach dem Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz bilden, wurden etwa 2,6 Milliarden Euro geerbt, rund 0,7 Milliarden Euro wurden als Schenkung angenommen. Mit 293 000 Euro lag der durchschnittliche Wert einer steuerpflichtigen Schenkung in Hessen 2018 um 11,5 Prozent über dem einer durchschnittlichen Erbschaft (263 000 Euro).

Insgesamt wurden 2018 in Hessen Nachlassgegenstände im Wert von 4,2 Milliarden Euro vererbt. Dabei handelte es sich zum großen Teil um Grundvermögen (38,8 Prozent). Betriebs- (2,8 Prozent) sowie land- und forstwirtschaftliches Vermögen (0,4 Prozent) spielten eher eine untergeordnete Rolle. Die übrigen Vermögensarten (u.a. Finanzvermögen) machten zusammen 58,0 Prozent aus. Durch Anrechnung von Nachlassverbindlichkeiten, Freibeträgen und anderen Steuerbefreiungen ergab sich aus dem Wert der Nachlassgegenstände der steuerpflichtige Erwerb aus Erbfällen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Die daraus ermittelten Steuerverpflichtungen betrugen 568,6 Millionen Euro. Dies entspricht einem durchschnittlichen Steuersatz von 22,3 Prozent je Erbin oder je Erben. Auf Schenkungen wurden 2018 in Hessen 83,7 Millionen Euro Steuer erhoben, was im Mittel eine Besteuerung mit 12,7 Prozent je Beschenkte oder je Beschenkten entspricht. Die niedrigere Steuerlast resultiert vor allem aus unterschiedlichen Empfängerkreisen bei Erbschaften und Schenkungen: Während bei letzteren vor allem nahe Verwandte bedacht wurden, für die ein niedrigerer Steuersatz gilt, war dies bei Erbschaften weniger stark ausgeprägt. (HSL)