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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Wärmedämmung vor 3400 Jahren im Römer

von Ilse Romahn

(08.04.2019) Amt für Bau und Immobilien zeigt HESA-Dauerausstellung „Flechtwand aus der Bronzezeit“ bei Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Stadtrat Jan Schneider und Sandra Dohmen von der Stabsstelle Kommunikation des ABI, stellvertretend für die Abteilung Energiemanagement des Amtes
Foto: Stadt Frankfurt
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Bei der 32. Plenarsitzung im Römer stand am Donnerstag, 4. April, für die Stadtverordneten neben der Tagesordnung auch ein besonderes Ausstellungsstück zum Thema Energiemanagement auf dem Programm. Im Foyer des Plenarsaals zeigte das Amt für Bau und Immobilien (ABI) die Ausstellung „Flechtwand aus der Bronzezeit“. Von der Hessischen Energiespar-Aktion (HESA) zur Verfügung gestellt, wird das ABI die Flechtwand darüber hinaus für zwei Monate als Dauerausstellung in den eigenen Liegenschaften des Amtes zeigen. Bis Ende April ist die Flechtwand in der Gutleutstraße 7-11 zu sehen, gefolgt von der finalen Station in der Berliner Straße 33 bis Ende Mai.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich über den hohen Dämmstandard in der Bronzezeit zu informieren und sich die Flechtwand vor Ort anzuschauen. Das Exponat soll dabei Ansporn sein, das Bewusstsein für Energieeffizienz zu stärken. Die Flechtwand entpuppt sich hier als wahres Wärmewunder und ist beispielhaft für eine effiziente, klima- und energieangepasste Bauweise. Baudezernent Jan Schneider begrüßt und unterstützt die Initiative seiner Mitarbeiter im ABI.

Ihren Ursprung hat die Flechtwand beim heutigen Langenselbold. Dort wurde bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 2003 eine abgebrannte Siedlung entdeckt, die sich auf die Bronzezeit zurückdatieren ließ. Das Feuer, das die Siedlung vernichtete, konservierte zugleich die mit Lehm verkleidete Flechtwand bis heute. Dabei bestehen die bronzezeitlichen Wände aus zwei mit Abstand voneinander aufgesetzten Flechtwänden, in deren Zwischenraum trockenes Gras gestopft wird.

Diese einfache Konstruktion erreichte einen sehr guten Wärmeschutz. In den nachfolgenden Jahrtausenden wurde dieser tatsächlich wieder schlechter. Der Dämmschutz von Fachwerkwand und Vollziegelwand reichte nicht an die bronzezeitliche Energiesparwand heran. Erst 1995 wurde diese Qualität wieder erreicht. Die bronzezeitlichen Menschen nutzten ihre Möglichkeiten geschickt und bauten sich ein Stück Lebensqualität mit den natürlichen Rohstoffen. (ffm)