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Letzte Aktualisierung: 16.11.2018

Wächterpreis der Tagespresse 2017

von Ilse Romahn

(07.04.2017) Den ersten Preis des Wächterpreises der Tagespresse der Stiftung „Freiheit der Presse“ 2017 erhalten zu gleichen Teilen Redaktionsteams des „Kölner Stadt-Anzeiger“, der „Kölnische Rundschau“ und des Kölner „Express“ für die journalistische Aufarbeitung der Ereignisse in der „Kölner Silvesternacht“.

Mit dieser Wahl würdigt die Stiftung die beispielhafte Anstrengung der drei Kölner Zeitungen, dieser politisch und gesellschaftlich brisanten Affäre mit den Mitteln eines Printmediums gerecht zu werden. Sie haben das Thema frühzeitig aufgegriffen, wesentlich zur raschen und umfassenden Information der Öffentlichkeit beigetragen, Fehler der Politik und der Polizeiarbeit namhaft gemacht und damit entscheidend zur Erhellung eines ebenso spektakulären wie in seinen Folgen weitreichenden Vorfalls beigetragen.

Ein zweiter Preis wird nicht vergeben. Die Preissummen für den ersten und zweiten Preis in Höhe von 12000 und 8000 Euro werden zusammengefasst und jede der Kölner Redaktionen erhält ein Drittel der Preissumme von 20.000 Euro.

Der dritte Preis des diesjährigen Wächterpreises in Höhe von 6000 Euro geht an Roland Muschel von der Südwestpresse Ulm. Er deckte auf, dass Grüne und CDU bei der Bildung der baden-württembergischen Landesregierung im Mai 2016 geheime Nebenabsprachen getroffen haben, die im Widerspruch zum offiziellen Koalitionsvertrag standen und  ebenso Milliardenausgaben wie drastische Einsparungen zum Gegenstand hatten. Er trat damit für den hohen Rang ein, den der Grundsatz von Wahrheit und Klarheit für das parlamentarische System auch auf dem Feld der Landespolitik besitzt.

Die Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Dr. Hermann Rudolph, dem Herausgeber a.D. des Berliner Tagesspiegels, ausgewählt. Die weiteren Jury-Mitglieder sind Hans Eggert (Dresden), Dr. Laurent Fischer (Bayreuth) und Roland Hof (Darmstadt). Die Stiftung vergibt den Wächterpreis der Tagespresse nunmehr zum 47. Mal. Alle ausgezeichneten Geschichten sind seit 2003 ausführlich einschließlich der dazugehörigen Rechercheprotokolle dokumentiert unter www.waechterpreis.de.

Am Montag, dem 29. Mai 2017, um 17.30 Uhr werden die Preisträger im Rahmen einer Feierstunde im Kaisersaal des Frankfurter Römer geehrt, in der ihnen auch die Preise überreicht werden. Als Gastredner konnte der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Oberreuter, Passau, gewonnen werden.