Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 18.12.2017

Werbung
Werbung

Vortragsreihe des Kulturforums Kriftel

Über die Faszination des Kranichs, den Schutz vor Straßenkriminalität und ein Leben als „Granny Aupair“

von: Adolf Albus

(11.08.2017) Die beliebte Vortragsreihe des Kulturforums Kriftel, organisiert von Anne Richter und Erika Mitsch, startet Ende September wieder. „Auf vielfachen Wunsch beginnen die Vorträge künftig nicht mehr um 20 Uhr, sondern jetzt immer schon um 19.30 Uhr“, weist Mitsch auf eine Neuerung hin. Bis auf eine Veranstaltung am 3. November ist der Besuch der Vorträge kostenlos.

Mit einem Film zum Thema „Faszination Kranich“ geht es nach der Sommerpause los: Der begeisterte Hobbyfilmer Hans-Karl Post aus Kriftel zeigt seinen Film am Donnerstag, den 21. September, im Rat- und Bürgerhaus (Frankfurter Straße 33 bis 37). Post hat die Krifteler Bürger schon einige Male mit seinen Reisefilmen erfreut. Nun entführt er die Zuschauer zur Kranichsaison nach Linum – etwa vierzig Kilometer nordwestlich von Berlin - die bevorzugte „Raststätte“ der „Grauen“ auf ihrem mehrere tausend Kilometer langen Flug in die südlichen Winterquartiere. Zwischen siebzig- bis einhunderttausend Vögel starten hier bei Tagesanbruch vom Flachwasser und kehren abends von den Mais- und Getreidefeldern mit viel Geschrei zurück. „Die Begegnungen mit den Vögeln des Glücks ist für mich immer wieder ein faszinierendes Naturerlebnis“, sagt Post voller Begeisterung. Mit Aufnahmen aus den vergangenen zwanzig Jahren hat Post den Aufenthalt und den Aufbruch der Kraniche, Gänse und Stare in Richtung Süden in einem stimmungsvollen und informativen Film festgehalten.

Peter Zimmermann vom Bürgerinstitut Frankfurt referiert am Donnerstag, den 5. Oktober, im Rat- und Bürgerhaus über das Thema „Wie schütze ich mich vor Straßenkriminalität?“. Zimmermann ist seit einigen Jahren als Sicherheitsberater tätig. Er informiert über Vorsichtsmaßnahmen und das Abwenden von Tricks, mit denen Ganoven an das Geld anderer Menschen herankommen wollen. Sein Credo: „uffbasse“ - beim Geldwechseln, bei Auskunftsersuchen, bei „schwangeren“ Frauen, die vor der Türe stehen. Besonders fies seien der Enkeltrick und daran anknüpfende neue Methoden, wie Schock-Betrug und Fake-Anrufe von Polizisten. Aber auch eigene Nachlässigkeiten, ein offenes Auto, ein nicht abgeschlossenes Fahrrad oder offene Handtaschen laden zur „Selbstbedienung“ ein. Mit seinem Vortrag will Peter Zimmermann sensibel dafür machen, „Angriffe“ von Halunken zu erkennen und abzuwenden.

„Leben in Südkorea - einem Land auf der Überholspur“ – darüber spricht Jennifer Streidt-Hilgart aus Kriftel am Donnerstag, den 19. Oktober, im Rat- und Bürgerhaus. Ihr wurde die Liebe zu Korea, dem Land der Morgenstille, in die Wiege gelegt. Ihre Mutter kam vor über 40 Jahren nach Deutschland, Jennifer wuchs mit zwei Kulturen auf. Sie hat selber hat das Land nicht nur regelmäßig besucht, sondern auch in Seoul gelebt und zeigt daher nicht nur die touristischen Attraktionen, die Korea bietet, sondern spricht auch über die enorme Entwicklung des Landes seit dem Korea-Krieg und die Herausforderungen, denen sich ein traditionell geprägtes Land dadurch stellen muss.

Weiter geht es dann am Freitag, den 3. November, mit einer Multimediashow von Georg Krumm aus Hückeswagen, der schon mehrfach in Kriftel mit seinen Vorträgen zu Gast war. Sein Thema diesmal: „Hurtigruten - mit dem Postschiff entlang der norwegischen Küste“. Ort der Veranstaltung ist in diesem Fall die Kleine Schwarzbachhalle (Bleichstraße 7), Start um 19.30 Uhr. Erwachsene zahlen acht, Jugendliche bis 16 Jahre vier Euro. Krumm weiß aus eigener Erfahrung: Kein Tag gleicht dem anderen an Bord der Hurtigruten-Schiffe. Dramatische Naturerlebnisse entlang enger Fjord-Wände wechseln mit spektakulären Landschaften und der einzigartigen Mitternachtssonne im Norden. Mehr als 110 Jahre lang sind Hurtigruten-Schiffe auf Reise gegangen. Eingerichtet wurde die Schiffsstrecke, um weit nördlich liegende Ortschaften das ganze Jahr über mit den südlichen Landesteilen zu verbinden. „Obwohl sie wie Kreuzfahrtschiffe aussehen, sind es Transport-Schiffe für die Küstenbewohner.  „An den ursprünglichen Reizen einer Hurtigruten Fahrt hat sich bis heute nichts geändert“, so Krumm. Der Titel „Schönste Seereise der Welt“ sei berechtigt: Fremden Passagieren werde die Ehre zuteil, einen unvergleichlichen Einblick in das Leben der örtlichen Gemeinschaften zu bekommen.

Marion Hein aus Kriftel hat eine Zeit lang als Granny Aupair gearbeitet und einige Abenteuer erlebt: Welche, darüber spricht sie am Donnerstag, den 16. November, im Rat- und Bürgerhaus. „Aus dem Nähkästchen geplaudert: Als Granny Aupair in San Francisco – Abenteuer in einer fremden Familie“ ist der Titel der Vortragsveranstaltung. Hintergrund: Heute gehen nicht nur junge Mädchen als Aupair ins Ausland. Marion Hein hat diesen Entschluss gefasst, nachdem sie in den Ruhestand gegangen ist. Eine Agentur hat bei der Vermittlung der Familie geholfen und so ist sie in San Francisco gelandet. Wie ist sie darauf gekommen und wie war es, fünf Tage die Woche vier Monate lang auf ein kleines Kind in einem fremden Land aufzupassen? Das Ganze mit Schulenglisch ohne sprachliche Erfahrungen. Wie hat das Umfeld reagiert? Marion Hein wird an diesem Abend über ihre Motivation sprechen, die Hürden bei einem längeren Auslandsaufenthalt und den Tagesablauf in der Familie. Wie funktioniert das genau, wie bereitet man sich vor (kann man das überhaupt?), was kostet es, was macht man in der freien Zeit und was bleibt?

Einen Einblick in „Spitzbergen - Faszination Arktis“ gibt dann zum Abschluss der diesjährigen Vortragssaison Dr. Jürgen Thomas aus Hofheim in seiner Bildershow: Am Donnerstag, den 30. November, spricht er im Rat- und Bürgerhaus über seine Erfahrungen als Schiffsarzt auf dem Polarschiff Plancius. Mit diesem war er rund um Spitzbergen unterwegs. „Wer in das Nordpolargebiet reist, wird mit Erlebnissen von einer großartigen Natur- und Tierwelt zurückkehren“, so der Referent. „Packeis, Eisberge, Gletscher, Eisbären, Wale, Robben und der arktischen Vogelwelt begegnet man überall bei der Umrundung von Spitzbergen.“ Die Arktis habe etwas Anziehendes und Magisches an sich. Nicht wenige Besucher werden vom sogenannten Polarvirus befallen und kommen immer wieder.

Der Vortrag von Georg Krumm am 3. November findet in der Kleinen  Schwarzbachhalle um 19.30 Uhr statt und kostet Eintritt (Erwachsene 8 Euro, Jugendliche bis 16 Jahre vier Euro), alle anderen Vorträge finden im Rat- und Bürgerhaus statt, beginnen um 19.30 Uhr und sind kostenlos.