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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Vernetzt in die digitale Zukunft

Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung liefern Ideen für die ‚Smart City‘

von Ilse Romahn

(20.09.2019) Mit der Beteiligung von verschiedenen Interessengruppen ist die Erarbeitung der Digitalisierungsstrategie für die Stadt Frankfurt in die nächste Phase getreten.

„Uns ist es wichtig, möglichst viele Ideen von Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung und anderen Akteuren der Stadtgesellschaft in die Entwicklung Frankfurts zur intelligent vernetzten Stadt einfließen zu lassen“, sagte IT-Dezernent Jan Schneider vor rund 100 Teilnehmern des „Forum Smart City Frankfurt“. „Es geht darum, Projekte zu identifizieren, die einen möglichst großen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger bringen und ihre Lebensqualität erhöhen.“

Mit diesem Thema befasst sich bei der Veranstaltung im Stadtwerke-Casino unter anderem Stefan Bergheim, Direktor des „Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt“. Er formulierte in seinem Impulsvortrag Antworten auf die Frage, wie die Digitalisierung so gestaltet werden kann, dass sie sich positiv auf die Menschen in Frankfurt auswirkt. „Wir müssen Teilhabe, Offenheit und Vielfalt fördern und klare Regeln setzen“, sagte er. Es brauche den Mut, Experimente zu wagen, „die auch einmal schiefgehen können“. Über die Erfahrungen mit der Digitalisierung bei der Stadt Wien berichtete Robin Heilig, Leiter des Innovationsteams Pace der österreichischen Hauptstadt. „Digitalisierung ist nicht nur ein technisches Thema“, sagte er. „Wir müssen Technologien nach menschlichen Werten und Bedürfnissen ausrichten.“

Ziel der Veranstaltung war es, erste konkrete Projektideen zu entwickeln, aber auch die Akteure miteinander zu vernetzen und den Informationsaustausch zu fördern. In Werkstattgesprächen konnten die Teilnehmer Ideen zu den Themen „Mobilität“, „Gesundheit und Soziales“, „Bildung und Freizeit“, „Wirtschaft“, „Energie und Umwelt“ sowie „Stadtentwicklung und Wohnen“ einbringen. Dabei wurde unter anderem der Wunsch geäußert, digitale Dienstleistungen in übergreifenden Smartphone-Apps zu bündeln und Daten, etwa zu den Themen Umwelt oder Stadtentwicklung, auf zentralen Plattformen zur Verfügung zu stellen. Angemahnt wurde auch, die ältere Generation im Prozess der Digitalisierung nicht zu vergessen.

Die im Dezernat für Bau und Immobilien, Reformprojekte, Bürgerservice und IT angesiedelte Stabsstelle Digitalisierung arbeitet mit Unterstützung externer Dienstleister seit rund zwei Jahren an der Erstellung einer Digitalisierungsstrategie. „Wir machen das digitale Frankfurt offen und transparent“, sagt Ralf Sagroll, der Leiter der Stabsstelle. Nach entsprechenden vorbereitenden Arbeiten konnten im Juni bereits Bürger in einer Online-Umfrage Ideen und Meinungen einbringen. Dabei wurde deutlich, dass die Themen Mobilität, Bürgerbeteiligung, Stadtentwicklung und Wohnen sowie Energie und Umwelt bei den Frankfurtern im Zusammenhang mit der Digitalisierung den größten Stellenwert haben.

Außerdem wurden in den vergangenen Monaten Gespräche mit Vertretern von Ämtern, Hochschulen und Unternehmen geführt, um Themen zu identifizieren und Handlungsfelder abzustecken. „Wir wollen nicht nur eine vage Absichtserklärung erarbeiten“, betonte Stadtrat Schneider. „Vielmehr werden wir konkret überlegen, wie man digitale Verfahren und moderne Technik nutzen kann, um Frankfurt zu einer Smart City zu machen.“ (ffm)

Bei der „Smart City“ geht es vorrangig um die intelligente Nutzung vorhandener Technologien und Daten zum Vorteil von Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung. Durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones hat das Thema eine neue Dynamik bekommen. Im Fokus stehen viele verschiedene Felder städtischen Lebens, vom Verkehr über Energie und Umwelt bis zu Kultur- und Freizeitangeboten. Schon heute wird über Ansätze wie intelligente Bewässerungssysteme für Grünflächen, sensorgesteuerte Parkraumbewirtschaftung oder virtuelle Stadtführungen auf dem Smartphone gesprochen. „Aber es gibt noch viele andere Ideen“, sagte Schneider. „Wir wollen herausfinden, was den unterschiedlichen Interessengruppen besonders wichtig ist.“

In den kommenden Wochen werden einzelne Themen der „Smart City“ an Runden Tischen unter Beteiligung von Akteuren innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung weiter vertieft. Noch in diesem Jahr soll die Strategie fertiggestellt werden. „Mein Ziel ist ein Leitfaden für das weitere Vorgehen“, erklärte Schneider. „Auch für die Umsetzung wird es entscheidend sein, dass sich alle städtischen Dezernate und Ämter beteiligen.“ (ffm)