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Letzte Aktualisierung: 23.04.2019

Urteil zum Sarotti-Häuschen vollstreckt

Stadt bereitet Übergabe des Rennbahn-Geländes an den DFB vor

von Ilse Romahn

(29.01.2019) Das letzte Hindernis für die Übergabe des ehemaligen Rennbahn-Geländes an den DFB kann beseitigt werden: Die Stadt Frankfurt am Main hat am Montag, 28. Januar, das Grundstück, auf dem sich das sogenannte Sarotti-Häuschen befindet, auf dem Weg der Zwangsvollstreckung in Besitz genommen. Damit wird es möglich, den Holzpavillon zu entfernen, damit er der Baugrube für die geplante Fußball-Akademie nicht länger im Weg steht.

Sarotti-Häuschen auf dem ehemaligen Rennbahn-Gelände
Foto: Stadt Frankfurt / Günter Murr
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„Wir freuen uns, dass es nach langwierigen juristischen Auseinandersetzungen nicht zu weiteren Verzögerungen kommt“, sagte Jan Schneider, Dezernent für Bau und Immobilien. „Auf dem seit Ende 2014 brachliegenden Rennbahngelände wird es endlich eine neue Nutzung geben. Mit der Fußball-Akademie bekommt Frankfurt ein Aushängeschild mit bundesweiter Ausstrahlung.“

Auch Sportdezernent Markus Frank freut sich, dass die Realisierung der DFB-Akademie nunmehr weiter Tempo aufnimmt. „Die langwierigen Gerichtsprozesse haben allen Beteiligten viel Geduld abverlangt. Umso erfreulicher ist es, dass wir uns nun mit aller Kraft der Zukunft widmen können. Immerhin steht die Fußballeuropameisterschaft ja schon 2024 auf dem Plan.“

Die Eigentümerin des Sarotti-Häuschens hatte die Räumung verweigert und sich auf einen noch bis 2024 laufenden Gestattungsvertrag berufen, wonach ihr die kostenlose Nutzung des Grundstücks erlaubt wurde. Doch das Landgericht Frankfurt entschied im vergangenen November, dass die Rechtsgrundlage wegen des gekündigten Mietvertrags für die Rennbahn entfallen ist. Die Eigentümerin müsse den Holzpavillon beseitigen und das Grundstück herausgeben. Ihren Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung hat das Oberlandesgericht Frankfurt am 24. Januar abgelehnt.

Die Stadt hatte der Eigentümerin des Pavillons zuvor angeboten, den Rechtsstreit mit einem Vergleich zu beenden. Demnach wäre das Sarotti-Häuschen in den auf einem Teil der ehemaligen Rennbahn geplanten Bürgerpark versetzt und auf Kosten der Stadt restauriert worden. Es hätte dann als Erinnerungsstätte für den Galopprennsport dienen können. Auf dieses Angebot ist die Eigentümerin aber nicht eingegangen.

„Jetzt werden wir mit dem DFB schnellstmöglich einen Termin für die Übergabe des Grundstücks vereinbaren“, sagte Schneider. Der Deutsche Fußball-Bund übernimmt einen rund 15 Hektar großen Teil des ehemaligen Rennbahn-Geländes und will in diesem Jahr mit dem Bau einer Fußball-Akademie und einer Verwaltungszentrale beginnen. Grundlage dafür ist der Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt Frankfurt, dem die Stadtverordnetenversammlung im Oktober 2014 mit großer Mehrheit zugestimmt hat. Seit Dezember 2018 steht endgültig fest, dass dieser Vertrag nicht wie vom Frankfurter Renn-Klub behauptet gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstößt. Der Bundesgerichtshof hat eine Revision gegen ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt nicht zugelassen.

Das Hauptverfahren zur Räumung der ehemaligen Rennbahn wurde bereits 2017 gegen den Frankfurter Renn-Klub entschieden. Im September 2017 konnte die Stadt über eine Zwangsvollstreckung den größten Teil des Geländes in Besitz nehmen. Strittig blieb lediglich das kleine Grundstück, auf dem das Sarotti-Häuschen steht. (ffm)