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Letzte Aktualisierung: 23.05.2019

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Unterstützung für Forderung nach Jugendparlament vereinbart

von Ilse Romahn

(23.04.2019) Peter Feldmann, zu seinen Schülerzeiten in Frankfurt selbst Stadt- und Landesschulsprecher, ist der Austausch mit dem StadtschülerInnenrat (SSR) wichtig:

OB Feldmann trifft Stadtschülerrat
Foto: Stadt Frankfurt / Bernd Kammerer
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„Eine aktive und kritische Schülervertretung tut der gesamten Stadt gut. Wer sich schon zu Schulzeiten für seine Mitmenschen engagiert, bekommt direkt mit, dass unsere Demokratie vom Mitmachen lebt und man nur etwas erreichen kann, wenn man sich einsetzt“, sagte der Oberbürgermeister im Gespräch mit Stadtschulsprecher Paul Harder (15 Jahre, Friedrich Dessauer Gymnasium) sowie Leonie Wicke (17 Jahre, Musterschule) und Lisa Gimbel (25 Jahre, Gutenbergschule, Ausbildung zur Mediengestalterin), die ebenfalls dem Vorstand des SSR angehören.

„Schülerproteste waren in Frankfurt in den letzten Jahren durchaus wirksam. Schulsanierungen und Neubauten stehen heute endlich weit oben auf der politischen Agenda. Die Schülerinnen und Schüler bleiben dran und werden nicht müde, Probleme immer wieder anzusprechen. Es gibt sehr viel zu tun“, sagt Feldmann. Neu sei, fügt Feldmann hinzu, dass sich Schülerinnen und Schüler nicht nur für bessere Schulen einsetzen, sondern für eine bessere Umwelt- und Klimapolitik und dafür auf die Straße gehen. „Dieser Protest beeindruckt mich, weil junge Menschen weit über den eigenen Tellerrand hinausschauen und Verantwortung übernehmen. Deshalb habe ich den Stadtschülerrrat gerne bei der Einladung der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg nach Frankfurt unterstützt“, sagt Feldmann.

„Fridays for Future ist uns als Bewegung sehr wichtig, aber ewig werden wir nicht protestieren können. Wir wollen unsere Ideen einbringen und unsere Stadt mitgestalten, deshalb fordern wir ein Jugendparlament für Frankfurt“, sagt Stadtschulsprecher Paul Harder und weist darauf hin, dass Wiesbaden bereits ein solches Jugendparlament eingeführt hat.

„Wir werden bei dem Konzept für den Ganztagsausbau der Schulen und in die Planung von neuen Schulen einbezogen. Das ist schon mal eine gute Entwicklung. Bei dem WLAN-Konzept hat uns keiner gefragt, was nicht gut ist. Insgesamt wollen wir aber nicht nur im Bereich Bildung mitreden, sondern generell, wenn es um die Gestaltung der Stadt geht“, sagt Leonie Wicke zum Jugendparlament.

Feldmann sagte zu, die Forderung des SSR nach einem Jugendparlament zu unterstützen und bat die Schülervertretung auf der Basis der Erfahrungen von bereits bestehenden Gremien ein Konzept für Frankfurt zu erarbeiten. „Es ist besser Bürgerinnen und Bürger – und genau das sind Jugendliche – von Beginn an in Planungsprozesse einzubeziehen als zu warten bis sie mit Trillerpfeifen vor dem Römer stehen“, sagte der Oberbürgermeister, der von der Wirksamkeit direkter Beteiligungsverfahren überzeugt ist. (ffm)