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Letzte Aktualisierung: 25.03.2019

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Themen, die die Stadt bewegen: Architekturmuseum setzt STADTplus-Reihe fort

von Ilse Romahn

(20.02.2019) Mit der Reihe STADTplus präsentiert das Deutsche Architekturmuseum (DAM) einmal im Monat immer mittwochs einen Kurzvortrag zu Themen, die die Stadt bewegen. Dieses Jahr hat es das Angebot um eine Führung durch die jeweils aktuelle Ausstellung erweitert. Nach dem jeweiligen Vortrag können die Besucher diskutieren, bei einem Glas Wein zusammen kommen und durch die Ausstellungen spazieren. Der Eintritt beträgt 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro. Los geht es jeweils um 19 Uhr.

Die Reihe am beginnt 6. März mit „DIE STADT + DIE LUFT. Was Frankfurt zum Atmen braucht“. Torsten Becker, Stadtplaner und Vorsitzender des Städtebaubeirats der Stadt, berichtet über die Luft zum Atmen, Autoabgase und Hitze und darüber, wie man durch strategische und innovative Planung diesen Entwicklungen entgegen wirken kann. Becker wird diesen Fragen anhand der Städtebaugeschichte von Vitruv bis archigram nachgehen und anhand eines aktuellen Projektes, den Günthersburghöfen in Frankfurt, veranschaulichen, wie Bebauungsstrukturen, Grünräume und Mobilitätskonzepte das Klima in der Stadt beeinflussen. Anschließend stellt er kleine und große Lösungsansätze für Frankfurt vor und skizziert ein mögliches Bild einer zukünftigen „durchatmenden Stadt“.

Am 3. April geht es um „DIE STADT + DER NEUE MENSCH. Wie Frankfurt modern wurde“. Die Architekten des Hochbauamtes Frankfurt zielten in den 1920er Jahren mit den Neubausiedlungen des Neuen Frankfurt nicht nur auf eine Linderung der akuten Wohnungsnot. Sie verstanden sich auch als legitime Erzieher zum richtigen Leben in der Moderne. Die Bürger verließen die unhygienische, alte Stadt, um in den lichtdurchfluteten Trabantensiedlungen ein Leben als „Neue Menschen“ zu beginnen. Wolfgang Voigt, Architekturhistoriker und Kurator der Ausstellung „Neuer Mensch, Neue Wohnung“ wird in seinem Vortrag nachzeichnen, wie die Stadt am Main – ausgehend von den Impulsen des Neuen Frankfurt – modern wurde.

„DIE STADT + DIE MESSE. Wo Frankfurt handelt(e)“ ist der Titel des Vortags am 15. Mai. Christian Setzepfandt, Stadtführer und Autor berichtet über Handelsstraßen, kirchliche Messen und Wallfahrten im Frankfurter Dom, die ersten Handelsmessen im Mittelalter, das erste Messeprivileg. Die Messen fanden im Kern der Altstadt zwischen Dom und Römer statt. Die Kaufleute kamen im Frühjahr und im Herbst, um ihre Waren anzubieten. Seit 1480 entwickelte sich neben der Handelsmesse auch eine Buchmesse. Mit den Kaufleuten und Waren kamen viele neue Ideen und Einflüsse an die Stadt am Main; für die Zeit der Messe war Frankfurt eine der internationalsten Städte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Keimzelle der heutigen Messe Frankfurt ist die 1909 fertiggestellte Festhalle, eine freitragende Kuppelkonstruktion aus Stahl und Glas. Architekten wie Oswald Mathias Ungers, Helmut Jahn und Nicholas Grimshaw haben mit ihren Entwürfen dem Frankfurter Messegelände ein zeitgenössisches Gesicht gegeben. Inzwischen ist Frankfurt gemessen an der Ausstellungsfläche nach Hannover und Shanghai der drittgrößte Messeplatz der Welt.

Am 5. Juni dreht sich alles um „DIE STADT + DER TEXT. Wie Autoren Frankfurt sehen“. Wie Autoren und Autorinnen der Gegenwart an der Geschichte Frankfurts mitschreiben, welche Bilder der Stadt sie in ihren Erzählungen, Romanen und Gedichten entwickeln und wie und ob sich ihre Fiktionen der Stadt von einer dokumentarischen Sichtweise unterscheiden, beleuchtet der Vortrag von Literaturkritikerin Beate Tröger anhand literarischer exemplarischer Frankfurt-Beschreibungen. (ffm)