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Letzte Aktualisierung: 25.06.2019

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Theatrallalla verabschiedet sich

Im Herbst ist Bäppi auf Tour mit „Ja, ja der Äppelwoi“

von Karl-Heinz Stier

(19.03.2019) Bäppi‘s Theatrallalla im Frankfurter Nordend geht langsam dem Ende entgegen. In sieben Wochen schließt Direktor und Intendant Thomas Bäppler-Wolf (in Künstlerkreisen auch „Bäppi La Belle“ genannt) sein Theater in der Friedberger Landstraße 296.

Bildergalerie
Bäppi erläutert seinen Theatrallalla-Abschied und seine neuen Pläne
Foto: Karl-Heinz Stier
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„Der zerdepperte Bembel“ – sieben Mal noch im März
Foto: Karl-Heinz Stier
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„Ja, ja der Äppelwoi – sieben Mal im Herbst
Foto: Karl-Heinz Stier
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Bäppi als Alfred Tetzlaff in „Ein Herz und seine Seele“.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Was vor 30 Jahren als TanzCentrum begann und vier Jahre später das „Heim von Bäppi“ und sieben Jahre davon Austragungsort erfolgreicher Aufführungen mit Bäppi und seinem Team namhafter Schauspieler wurde, damit ist am 6. Mai endgültig Schluss. Bis dahin  wird das Theatrallalla mit mehreren Veranstaltungen nochmals die Höhepunkte des künstlerischen Schaffens präsentieren.

Beginnen wird es mit dem zerdepperten Bembel („ dreist nach Kleist“) am 21.3. bis 23.3. und 28.3. bis 30.3.2019. Dann folgt Bäppi‘s  Hessisch für Anfänger („Ich  bin und bleibe die hessische Äppelwoiwirtin Lia, die von vielen Hessen geliebt wurde“): am 24. und 31.März, 5. bis 7. April, dann am 13., 14., und 26. bis 28. April.

Dann kommt es in der Abschiedswoche vom 29. April bis 5. Mai zu einem furiosen Finale: alle Erfolgsstücke wie „die Fledermaus“, "Sissi-Beuteljahre einer Kaiserin“, „Verliebt, verlobt, verheiratet“ – eine musikalische Revue der 50iger Jahre, „Ben Hur – und die Ratten der Rennbahn“, „Mandolinen und Mondschein“ – zu Ehren von Catarina Valente, „The Best of La Cage aux Folles“, in dem Schauspieler-Mitarbeiter auf der Bühne sitzen und erzählen ohne Kulissen, was so alles damals passiert ist und zum Schluss „Good Bye and Hello“.

Zuvor gibt es am 16. und 17. April sowie  vom 10. bis 12. Mai zwei Fundusverkäufe, in denen über 100 Kostüme und Kulissen, wie Stühle als der alten Oper oder Spiegel und andere Utensilien aus seiner Theaterarbeit an den Mann oder Frau gebracht werden sollen.

Mit der Schließung des Theatrallalla im Nordend „werde ich keine Träne verlieren“, so Bäppi La Belle: „Es geht weiter und das ist einzig und allein eine unternehmerische Entscheidung. Es gibt was Neues, mal sehen, was daraus wird.“

Im Herbst – nach einer Erholungspause – macht der 190 cm große Thomas Bäppler-Wolf, der inzwischen von seinen 150 Kilo Körpergewicht  nach einem Krankenhausaufenthalt 30 Kilo „abgewirtschaftet“ hat und sich zum Ziel gesetzt hat, bis Ende des Jahres auf 60 Kilo Gewichtsreduktion zu kommen, eine Pause bis Ende August. „Vor 20 Jahren hatte ich das letzte Mal Urlaub gemacht und jetzt merke ich, dass ich keine zwanzig Jahre mehr alt bin“.

Theater will der 57jährige aber weiterhin spielen - bei seinem „Theatrallalla on Tour“ und seinem neuen Stück „Ja, ja der Äppelwoi“ jeweils zweimal im Monat, beginnend Ende August in Sälen verschiedener Frankfurter Stadtteilen – sieben Mal insgesamt. Hinzu kommt noch „Miss Moppel – 16.50 Uhr nach Offenbach“ mit drei Vorstellungen, „Get Back“ am 20. September im Offenbacher Capitol, eine musikalische Revue-Veranstaltung über die Beatles, Simon and Garfunkel, Joan Baez  „and the Spirit of this time“.

Die erste Neuinszenierung startet am 22. November im Haus Gallus, dann am 29. November im Titus-Forum und 28. Dezember im Haus Ronneburg mit „ein Herz und eine Seele“ von Wolfgang Menge, wobei Bäppi, das „Ekel“ Alfred Tetzlaff spielt.

Allerdings spekuliert Thomas Bäppler-Wolf nach wie vor mit einer Rückkehr zu einer festen Spielstätte. Im schwebt eine Kneipe, Kirche oder sonstige „Heimkunft“ mit 50 Plätzen vor, „in der ich mich mit Theatrallalla wieder ausleben kann“.

Angesprochen auf den Grund der Schließung im Nordend nannte er zwei Gründe: zum einen solle an der jetzigen Stelle des Theaters ein neues Baugebiet entstehen, wobei „da alles platt gemacht wird“ und zum anderen die mangelnde Auslastung seines Theaters über 5 Tage in der Woche. „Da überstiegen die Kosten die Einnahmen. Schließlich werde ich ja nicht wie andere kleinere Theater subventioniert“. Die Tanzschule wird übrigens nach Bad Vilbel verlagert, wo auch künftig fürs Theater geprobt werde.