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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Teil eines großen Ganzen – die kleine Wahlkapelle des Doms St. Bartholomäus

Bauarbeiten an der Wahlkapelle beginnen

von Ilse Romahn

(05.06.2019) Im Zentrum der Frankfurter Innenstadt befindet sich im größten Sakralbau der Stadt die kleine Wahlkapelle, die zwischen 1420–30 erst als Bibliothek in der Kirche diente und in der seit 1438 die Königswahlen stattfanden. Jetzt beginnen die Umbauarbeiten.

 „Der Dom mit der Wahlkapelle gehört zur Kulturgeschichte der Stadt Frankfurt am Main. Aus diesem Grund ist es mir ein persönliches Anliegen die Innenstadtkirchen zu erhalten. Im Rahmen der notwendigen Renovierungsarbeiten im und um dem Dom wollen wir die kostbare Reliquie des Apostels Bartholomäus an einem besonderen Ort platzieren und auch gleichzeitg einer breiteren Öffentlichkeit einen besseren Zugang zur Reliquie ermöglichen“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker am Dienstag, 4. Juni. „Das ist in der Wahlkapelle sehr gut möglich.“

Geplant ist, bei den nun beginnenden Baumaßnahmen den Altar an eine neue Position zu setzen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Aufwertung des Materials. Die ursprüngliche Materialität des Altars aus dem regionalen, roten Mainsandstein, wird aber beibehalten. Mit größter Sorgfalt wird die Neuerrichtung des Altars durchgeführt, um unter anderem die Bestandsfliesen im Altarbereich zu erhalten. Neben dem Altar entsteht zudem eine Sockelstele, die das Altarbild trägt und ebenfalls aus Mainsandstein besteht. Hierauf liegt eine massive, brünierte Stahlplatte, die an beiden Seiten der Sockelstele auskragt und den Unterbau für Altarbildes bildet. Diese Konstruktion entspricht in seiner Anmutung einer Predella. Im oberen Mittel der Stele wird eine Aussparung für eine Glasvitrine als Schrein für die Reliquie des Apostels Bartholomäus vorgesehen. Die Schädeldecke des Apostels Bartholomäus gehört in Deutschland zu den wertvollsten Reliquien.

An der Tür zum Altarraum des Doms wird ein Hochparterre aus Mainsandstein errichtet. Die Stufen in diesem Bereich werden überbaut. Das Hochparterr dient als neuer Orgelstandort und erhält ein umlaufendes Geländer aus brüniertem Stahl. Neben den Beleuchtungskörpern werden auch die Gestühle im Kapellenraum erneuert, die aus Holz gefertigt und eine Sitz- als auch eine Kniefunktion erhalten werden.

Die Stadt Frankfurt hat zu ihren Innenstadtkirchen eine besondere Beziehung. 1830 erklärte die Freie Stadt Frankfurt, damals ein souveräner Staat, sich bereit, die Kosten für „die Kirchengebäude und Zugehörungen wie die Orgel und dergleichen fortwährend in gutem Stand [zu] halten“. Das war der Beginn der Dotationsverpflichtung, die bis heute Bestand hat und in Deutschland einmalig ist. Sie umfasst den St. Bartholomäus-Dom, die Alte Nikolaikirche, das Dominikanerkloster, die Liebfrauenkirche, die St. Peterskirche, die St. Leonhardskirche, die St. Katharinenkirche und die Dreikönigskirche in Sachsenhausen. (ffm)