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Letzte Aktualisierung: 13.11.2019

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Stadtkirchenfest als Demonstration der Erneuerung

Katholisches Frankfurt feiert Stadtpatron und zeichnet Ehrenamtliche aus

von Doris Wiese-Gutheil

(15.08.2019) Der Heilige Bartholomäus ist der Stadtpatron Frankfurts und der Namensgeber eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt, des Kaiserdoms.

Am Sonntag, 25. August, einen Tag nach dem Namenstag des Heiligen und Märtyrers, feiert die katholische Stadtkirche Frankfurt ihr Stadtkirchenfest und zeichnet zwei ehrenamtlich tätige Frauen mit der Bartholomäusplakette aus. Der Gottesdienst im Dom beginnt um 11 Uhr. 

Als Zeichen für eine notwendige Veränderung und Erneuerung in der katholischen Kirche ruft der Stadtsynodalrat die Gläubigen auf, in weißer Kleidung am Festgottesdienst und dem anschließenden Stadtkirchenfest auf dem Domplatz teilzunehmen. Die Aktion Maria 2.0, die auch mit einem Stand vertreten sein wird, eine Initiative von Frauen, die sich für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche stark machen, wirbt für ihre Anliegen unter anderem mit der weißen Kleidung als Zeichen, dass Männer und Frauen in der Taufe Jesus gleichsam angezogen haben und gleiche und vollwertige Mitglieder der Kirche sind. 

Die Reliquie des Heiligen Bartholomäus, seine Schädeldecke, wird seit mehr als 1000 Jahren im Bartholomäusdom aufbewahrt und verehrt. Nach der Neugestaltung der Wahlkapelle, einer Seitenkapelle im Kaiserdom, soll sie dort einen besonderen Platz bekommen. Frankfurt gehört mit der wertvollen Apostelreliquie in die Reihe bedeutender Städte wie Rom, Santiago de Compostela oder Trier, in deren Mauern Reliquien der Apostel Jesu aufbewahrt werden. 

Gläubige aus allen Teilen der Stadt pilgern in den Dom
Zum Stadtkirchen- und Patronatsfest kommen Gläubige aus allen Teilen der Stadt in den Dom. Wegen der Renovierung des Südhauses stehen in diesem Jahr weniger Plätze im Dom zur Verfügung. Deshalb wird der Gottesdienst in den Großen Saal des Hauses am Dom, Domplatz 3, übertragen. Für Kinder gibt im Haus am Dom zusätzlich einen Kinderwortgottesdienst. 

Viele Gemeinden organisieren Wallfahrten in die Innenstadt, etwa mit dem Schiff aus Höchst (Abfahrt 8.45 Uhr/Anlegestelle Höchster Mainufer) und Griesheim (9.30 Uhr, Anlegestelle Griesheimer Mainufer), mit Fahrrädern aus dem Norden und Süden der Stadt oder zu Fuß auf dem Jakobsweg aus der Pfarrei St. Jakobus im Westen. Die Pfarrei St. Josef in Bornheim lädt bereits um 09.45 Uhr an der Konstablerwache zu einer so genannten Statio ein: Mit Gebeten, Psalmen und Gesängen stimmen sich die Gläubigen dort auf das Fest ein und beginnen so ihre Wallfahrt zum Bartholomäusdom. 

Beim anschließenden Fest auf dem Domplatz präsentieren sich Frankfurter Eine-Welt-Gruppen und werben mit einem bunten Angebot für ein „gutes Leben für alle“: Fair gehandelt aus der Region stammt der frisch gepresste Apfelsaft, eine eritreische Kaffeezeremonie sorgt für leckeren Kaffee, Oikocredit präsentiert ethisch verantwortbare Geldanlagen, die Kamerun AG Oberrad informiert und verkauft Kaffeepulver, die Amazonassynode und ihr Programm zur Bewahrung der Schöpfung werden vorgestellt, die Erlassjahr-Kampagne schafft Bewusstsein für die Schuldenfalle, in die arme Länder geraten. 

Bartholomäusplakette für Ehrenamtliche
Den Abschluss des Patronatsfestes bildet die traditionelle Bartholomäusvesper um 15 Uhr im Dom. Anschließend wird die Bartholomäus-Plakette verliehen. Preisträgerinnen sind in diesem Jahr Rebekka Rammé (32) und Sonja Rustemeyer (78). 

Rebekka Rammé hat sich vor allem um die Jugendarbeit auf Stadtkirchenebene verdient gemacht. Von 2006 bis 2013 war sie Vorsitzende des Stadtjugendrates der Katholischen Jugend Frankfurt (KJF),  von 2013 bis 2018 Vorsitzende des Frankfurter Jugendrings, der Vertretung unterschiedlicher Jugendorganisationen in Frankfurt. Dort hat sie 2014 und 2016 die Parade der Kulturen mit verantwortet. Zur Zeit ist die Mutter von zwei kleinen Jungen an einem Jugendring-Projekt zum Aufbau von Jugendverbandsarbeit in Moscheegemeinden beteiligt. Als Polizistin ist sie außerdem im Beirat der katholischen Polizeiseelsorge in Hessen aktiv. Außerdem leitet sie Ehevorbereitungskurse für junge Paare, die sich katholisch trauen lassen wollen, und begleitet eine junge syrische Familie im Caritas-Mentoringprogramm Companion. 

Sonja Rustemeyer ist vor allem im Malteser Hilfsdienst aktiv. Seit 2003 hat sie den Malteser-Kulturbegleitdienst aufgebaut und geleitet, der in dieser Zeit mit einem 30-köpfigen ehrenamtlichen Team rund 900 ältere und behinderte Frankfurter auf 75 Ausflügen mit Kultur und Geselligkeit in Kontakt gebracht hat. Seit 2006 leitet sie darüber hinaus das Café Malta beim jährlichen Malteser Benefizmarkt und erwirtschaftet damit einen wesentlichen Teil des Erlöses der Gesamtveranstaltung zugunsten des Frankfurter Malteser Besuchs- und Begleitdienstes. 

www.frankfurt-katholisch.de