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Letzte Aktualisierung: 23.04.2019

Stadtbücherei Hofheim: Förderpreis für Beteiligung der Öffentlichkeit

von Adolf Albus

(09.04.2019) In diesem Jahr beginnen die Bauarbeiten für die neue Stadtbücherei in Hofheim. Dieser Meilenstein des Projekts läge ohne die für die Stadt beispiellose und intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger noch in weiter Ferne.

Norman Diehl (Hofheimer Wohnungsbau GmbH), Roland Strunk (Strunk Stadtplanung und Kommunikation), Prof. Dr. Shervin Haghsheno (Vorstand MK BauImm), Prof. Dr. Martin Jung (Vorstand MK BauImm) sowie Prof. Dr.-Ing. Claus Jürgen Diederichs (Vorstandsvorsitzender der DGA-Bau e. V.).
Foto: Stadt Hofheim
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Für diese vorbildliche Beteiligung der Öffentlichkeit hat nun das Frankfurter Büro Strunk Stadtplanung + Kommunikation gemeinsam mit der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) den Förderpreis 2019 der Deutschen Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V. (DGA-Bau) und des Vereins Mediation und Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft (MKBauImm) erhalten.

In der Kategorie „Praxisfälle guter Kooperation“ votierte die sechsköpfige Jury einstimmig für den eingereichten Praxisfall „Gelungener Einsatz von Öffentlichkeitsbeteiligung zur Vermeidung von Konflikten bei der Abwicklung eines kommunalen Bauvorhabens – Neue Stadtbücherei in Hofheim am Taunus“. Ein Jurymitglied formulierte explizit, der eingereichte Fall sei „ein wunderbares Beispiel für gelungene Kooperation in der Praxis“. Der Preis ist
mit einem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro dotiert. Das Geld soll der neuen Stadtbücherei zu Gute kommen und so den Beitrag der Kinder- und Schülerparlamente im Beteiligungsprozess würdigen.

„Wir freuen uns sehr, dass die intensive und erfolgreiche Beteiligung der Hofheimerinnen und Hofheimer an der Entstehung ihrer neuen Stadtbücherei in den Augen einer Fachjury preiswürdig ist“, sagte HWB-Geschäftsführer Norman Diehl. „Wir bedanken uns bei der Jury für die Anerkennung und bei Roland Strunk für die hervorragende Arbeit und die gute Zusammenarbeit.“ Roland Strunk: „Es war ein intensiver Prozess mit vielen Facetten und Herausforderungen. Ich bin froh, dass ich mit meinem Team die Gelegenheit hatte, diese Bürgerbeteiligung gestalten zu können. Es ist schön, nun auf der Zielgeraden des Projekts eine solche Anerkennung für die Arbeiten der letzten Monate zu erhalten.“

Es waren laut der Jury drei Aspekte der Beteiligung, die besonders überzeugten: Zum ersten sei bei dem Prozess in Hofheim deutlich geworden, wie aufgrund eines bereits entstandenen Konfliktes beteiligende, kooperative und integrierende Elemente dazu beitragen, eine für eine Vielzahl von Beteiligten überzeugende Lösung zu schaffen und dabei auch neue Ideen und Wünsche einzubeziehen. Zum zweiten zeige das Beispiel auf, wie Werkzeuge der Einbindung, Interessenklärung und Partizipation nicht nur in Konflikten zwischen zwei Parteien zu von den Betroffenen getragene Lösungen führen, sondern auch in Konflikten, an denen mehrere Parteien und eine Vielzahl von Individuen beteiligt sind. Zum dritten zeichne sich die Behandlung der Diskussionen über die Bibliothek dadurch aus, dass es gelungen sei, eine durch skeptische Öffentlichkeit und kritische Medien geprägte Situation fortzuentwickeln und durch die von den Beteiligten erarbeitete Lösung das zuerst vorherrschende kritische Klima in der Berichterstattung und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu verändern.

Alle drei Entwicklungen würden laut der Jury aufzeigen, wie der Einsatz mediativer Kompetenzen die Erarbeitung und Gestaltungen von Lösungen ermöglicht und die Wirksamkeit der eingesetzten Methoden bestätigt. Das Praxisbeispiel mache deutlich, dass sich dieser Ansatz für die Öffentlichkeitsbeteiligung in Hofheim durch Transparenz, Kommunikation, frühzeitige Einbindung der Interessenvertreter, Aufgabenklärung unter Beteiligung dieser Interessenvertreter und umfassende Mitwirkungsmöglichkeiten der Konfliktprävention verschrieben habe.

HWB-Geschäftsführer Norman Diehl und Roland Strunk nahmen die Ehrung am 29. März 2019 im Rahmen des 9. Kongresses „Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft" der DGA-Bau und des MKBauImm in Berlin entgegen.